Wien - In der Causa Immofinanz hat bisher niemand der fünf Beschuldigten einen Einspruch gegen die erste Teilanklage der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Dies sagte der Sprecher des Landesgerichts Wien, Christian Gneist, heute Dienstag auf Anfrage der APA. Die Frist für Einsprüche läuft heute (3. Jänner) um Mitternacht ab, für einen fristgerecht eingebrachten Einspruch reicht aber ein Poststempel vom 3. Jänner. Daher könnten durchaus Einsprüche schon auf dem Weg sein.
Die Staatsanwaltschaft Wien hatte gegen fünf Personen eine erste Teilanklage beim Landesgericht für Strafsachen Wien eingebracht. Karl Petrikovics (Ex-Vorstandschef), Norbert Gertner (Ex-Vorstand), Christian Thornton (Ex-Vorstand), Helmut Schwager (Ex-Aufsichtsrat), und Ernst Hable (Ex-Steuerberater) wird zur Last gelegt, zwischen 2004 und 2006 durch Aktienoptionsgeschäfte einen Schaden von rund 32 Mio. Euro verursacht zu haben. Dadurch sollen sie das Verbrechen der Untreue nach § 153 StGB sowie das Vergehen der kriminellen Vereinigung nach § 278 StGB begangen haben, wie die Staatsanwaltschaft am 20. Dezember mitgeteilt hatte. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.
Petrikovics, der Ex-Chef von Immoeast, Immofinanz und Constantia Privatbank, hat bereits vor Weihnachten über seinen Anwalt angekündigt, er werde die erste Teil-Anklage beeinspruchen. (APA)