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"Iraks Sicherheit wird derzeit nicht von außen bedroht"

4. Jänner 2012, 06:15
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    foto: international crisis group

    Joost Hiltermann: "Die Bevölkerung hat viel dringendere Bedürfnisse wie zum Beispiel eine funktionierende Stromversorgung"

Nahost-Experte Joost Hiltermann über die Aufrüstung Bagdads und Premier Malikis Kampf gegen seine Gegner

Nach dem Abzug der US-Truppen erhält die irakische Armee von den USA Kampfjets, Panzer und andere Militärgeräte im Wert von elf Milliarden Dollar (derStandard.at berichtete). Die Waffenexporte an den Persischen Golf (Saudi-Arabien erhält Rüstungsgüter für 30 Milliarden Dollar) sind angesichts der Menschenrechtsverletzungen in diesen Ländern umstritten. Joost Hiltermann, Vize-Nahostdirektor der NGO "International Crisis Group", erklärt, was hinter der Aufrüstung Bagdads steht und welche Entwicklungen er erwartet. Die Fragen stellte Bert Eder.

***

derStandard.at: Unmittelbar nach dem US-Abzug startete Premierminister Nuri al-Maliki eine Kampagne gegen seine politischen Gegner. Die hauptsächlich von der sunnitischen Minderheit bewohnten Provinzen verlangen mehr Autonomie, und die Kurden im nordirakischen Erbil wollen ihr Öl selber verkaufen. Schafft es Maliki, ein Auseinanderbrechen des Landes zu verhindern?

Joost Hiltermann: Herr Maliki könnte die staatliche Einheit des Iraks bewahren, wenn er endlich aufhörte, zu versuchen diese zu erzwingen und sich eher auf seine Überredungskünste verließe. Dazu müsste er allerdings die Entwicklung starker Institutionen erlauben, die unabhängig von der staatlichen Exekutive sein müssten. Außerdem müsste er einen gewissen Grad von Dezentralisierung zulassen, um so die Bedürfnisse und Sorgen der irakischen Bevölkerung ansprechen zu können.

derStandard.at: Die Regierung Obama beliefert den Irak mit Rüstungsgütern im Wert von elf Milliarden Dollar. Maliki hat 2010 zugesagt, Entscheidungen über Postenvergaben im Innen- und Verteidigungsministerium nur in Absprache mit den sunnitischen Parteien im Parlament zu treffen, weigert sich aber, dieses Versprechen einzulösen. Ist es wirklich eine gute Idee, eine Partei in einem solchen Konflikt aufzurüsten?

Hiltermann: Derzeit ist es durchaus vernünftig, die irakische Regierung mit Waffen zu versorgen, solange der Lieferant, in diesem Fall die USA, sicherstellt, dass die Iraker grundlegende Menschenrechte und demokratische Prozeduren einhalten und diese Waffen nicht verwenden, um Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Falls die Regierung allerdings zerbrechen sollte und etwa durch einen Militärputsch ein Regime an die Macht käme, das keine parlamentarische Mehrheit hinter sich hat, sollten die USA diese Waffenlieferungen nochmals überdenken, weil die Gefahr besteht, dass das Gerät in einem Bürgerkrieg zum Einsatz kommt.

derStandard.at: Das US-Verteidigungsministerium betont, dass die Waffenlieferungen den Irakern helfen sollen, ihre Souveränität gegen Bedrohungen von außen zu verteidigen. Bestehen derzeit solche Bedrohungen?

Hiltermann: Momentan ist der Irak mit keinen Bedrohungen von außen konfrontiert, und falls nicht doch ein Krieg zwischen USA/Israel und Iran ausbricht, ist dies auch nicht zu erwarten. Trotzdem ist es aus der Sicht der Iraker durchaus sinnvoll, sich auf zukünftige Bedrohungen vorzubereiten. Dies sollte allerdings schrittweise geschehen, weil die Bevölkerung viel dringendere Bedürfnisse wie zum Beispiel eine funktionierende Stromversorgung hat.

derStandard.at: Babak Rahimi von der University of California befürchtet, dass Maliki nach diesem Konflikt "autoritärer als je zuvor" auftreten wird. Teilen Sie diese Befürchtung?

Hiltermann: Da gibt es verschiedene Szenarien: alles hängt davon ab, ob auf Maliki Druck ausgeübt wird, wie seine Gegner reagieren und ob Maliki lieber ein Staatsmann oder der Anführer einer religiösen Strömung sein will. Wenn er sich entschließt, autoritärer zu regieren, bedeutet das langfristig, dass er nur der Anführer eines Teils der Bevölkerung sein wird. Entschließt er sich hingegen, mehr politische Freiheiten und Mitbestimmung zuzulassen, könnte er eine landesweite Führungsperson werden.

derStandard.at: Maliki wird seit seiner Zeit im Exil ein Naheverhältnis zur libanesischen Hisbollah und zum iranischen Regime nachgesagt. Besteht die Gefahr, dass für das irakische Militär bestimmte Waffen dort auftauchen?

Hiltermann: Diese Verbindungen werden überbewertet. Maliki hat derzeit keinen Grund, Iran oder die Hisbollah um Hilfe zu bitten, wodurch er diesen einen Gegengefallen schuldig wäre. Der Einfluss Irans im Irak ist eher mit der Schwäche des politischen Systems zu begründen als dadurch, dass Bagdader Politiker die Interessen des Nachbarlandes vertreten. (derStandard.at/4.1.2012)

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christian zimmermann
 
01
Nur die halbe Wahrheit

Im irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maleki finden die Iraner einen getreuen Partner. Im Moment verfolgt er die eigene Opposition mit Haftbefehlen und errichtet möglicherweise eine neue Diktatur. So soll sein sunnitischer Stellvertreter Tarek al-Hashemi wegen angeblicher Terrorbeteiligung verhaftet werden. Er flüchtete zunächst nach Erbil in die Provinz Kurdistan/Irak. Al- Maleki war selbst lange im Iran und unterwirft sich in seiner schiitischen Religiosität und seinem politischen Handeln dem religiösen Führer Chameneii. Er akzeptiert schon längst iranische Qudseinheiten zur Unterstützung seiner paramilitärischen Privatarmee. Das Vakuum , das die USA hinterlassen hat, füllt nun der Iran. Beispiel: Malekis Minister Hadi al-Ameri

Voll in die Kaldaunen!
00
"Das Vakuum , das die USA hinterlassen hat, füllt nun der Iran..."

Im Golfkrieg I war man noch halbwegs um Stabilität bemüht (Saddam; Flugverbotszone), aber der Bush-Rachefeldzug hat die Mullah-Diktatur gestärkt. Soviel zu der ganzen Demokratie-und-westliche-Werte-Verlogenheit!

Gerry Mander
20
golfkrieg I

flugverbotszone? haben die dem iran das fliegen verboten? wenn ja, wie?

Voll in die Kaldaunen!
00

I oder II? Die Zählung differiert nach westlichen oder Middle-East-Quellen. Gemeint ist natürlich das Ende der Bush-Vater-Intervention!

FAIL
01
"Iraks Sicherheit wird derzeit nicht von außen bedroht"

sind die amis leicht schon ganz weg?

Cayenne69
27
"Im September 1980 griff Saddam Hussein das Nachbarland an"

Und durch wessen Hilfe wurde das ermöglicht ?

Bibabutzemann
01

Also die irakischen Giftgastruppen wurden durch kommunistische Ostblockländer ausgebildet:

http://www.spiegel.de/spiegel/p... 01027.html

tan48
64

UdSSR

Georg Schütt
64
Nun?

Wer lieferte T-55 und MiG-21?

NONE
84

Beantworte doch bitte die Frage, Junge.

Der Waehlerwille
 
21
Das WAR die Antwort.

Oder wollten sie lieber nur die eine spezielle Antwort die Ihnen in den Kram passt?

Georg Schütt
32
Ok, mach ich!

Die UdSSR lieferte etwa 2.500 T-55.

http://en.wikipedia.org/wiki/Sovi... nd_warfare

Ich habe jetzt keine Zahlen zum M48 oder M-60. Da können sie sicher helfen, oder?

anders and
 
11

So viel sollte man schon von Semantik verstehen, dass man eine rhetorische Frage als eindeutige Antwort erkennen kann.

Georg Schütt
11
Ja. schon unangenehm,

wenn einfache Wahrheiten eine so liebgewonnene Legende zum Einsturz bringen ^^

Aber es lohnt sich, diese Legenden mal näher anzuschauen: Sehr beliebt ja zur Zeit auch der CIA-Putsch gegen den iranischen Muster-Demokraten Mossadegh 1953. Informieren Sie sich mal (falls Interessee besteht!!). Sie werden Erstaunliches erfahren ^^

Martin Müller10
 
68
Was interessiert uns der Unsinn den wir gestern gesagt haben?

Die USA hat den Irak unter Saddam hochgerüstet und zum Krieg gegen den Iran unter der religiösen Führung angestachelt. Der Einmarsch in Kuwait erfolgte auch mit Billigung der USA um nachher als Kriegsgrund genutzt zu werden. Saddam war halt ein wenig zu leichtgläubig.

Georg Schütt
24
Glauben Sie diesen Unfug eigentlich wirklich?

Ich meine: Es ist so leicht, Zahlen, Daten, Fakten zu finden zum Rüstungsimport des Irak unter Saddam ...

Sie werden nichts finden an amerikanischen Panzern, Flugzeugen, Hubschraubern, Raketen im Arsenal. Es sind zu 70 Prozent russische oder osteuropäische Produkte, zu 10 chinesische und französische

Was haben Sie davon, diese einfache Wahrheit eine Lüge zu nennen? Interessiert mich mal.

lassen Sie mich durch
00

die einen haben waffen geliefert gegen den Iran und die USA haben Waffen und Satelliten bilder an saddam geliefert,der genau über die Truppen bewegungen der Iraner bescheid wusste.

also wenn es nach ihnen geht hat der Iran wahrscheinlich sogar den Krieg angefangen und es war der Iran der Gift gas gegen Irak eingesetzt hat oder?

der Iran hat heute jeden grund und das recht sich Atomar zu bestücken damit die Hochgerüsteten Saudis und die Emiratis nicht das selbe machen was saddam gemacht hat.
dank USA wird der Iran wieder mal von allen seiten bedroht.

Georg Schütt
00
Welche Waffen haben die Amerikaner an Saddam geliefert?

Im Übrigen: Die historische Wahrheit ist ein bissl komplizierter ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Erst... g#Vorkrieg

Hetzrede, Mordversuche an irakischen Politikern und Angriffe auf irakische Städte waren sehr wohl schon vor dem irakischen Angriff vom 22.9.1980 beliebte instrumente des Iran. So ganz unschuldiges Opfer war der Iran nicht.

lassen Sie mich durch
00
10.1.2012, 09:23

das was Sie Sagen ist mit denn Holocaust Leugnung gleich zu setzen.

laut ihre sich war der Iran schuld an den Irak Iran krieg.

aber ja doch,hier bilder von deinen freunden.
http://forum.globaltimes.cn/forum/att... 1299748534
http://www.flickr.com/photos/67... 341890910/

aber nein die USA haben ja Irak gar nicht gekannt oder geholfen nein nein.

Der Waehlerwille
 
11
aha .. soso.

Hams da nicht zufällig Moskau und Washington durcheinandergebracht?

Georg Schütt
11
Der Einmarsch in Kuwait erfolgte auch mit Billigung der USA um nachher als Kriegsgrund genutzt zu werden.

Bin gespannt, wie Sie das belegen wollen.

lassen Sie mich durch
00

da gibt es nichts zu belegen das waren nicht die USA.

die Kuwaitis haben Saddam Öl quellen ausgebeutet die haben für 11 Milliarden Dollar ÖL geklaut und zwar Irakische ÖL,Saddam wollte sein geld und als die Kuwaits es verweigert haben hat er angegriffen.
für die USA wie immer grund genug sich in Persischen Golf raum und Nahen osten bereit zu machen und zwar bis heute immer mehr und mehr.

anders and
 
31
mich interessiert der Unsinn, den Sie heute sagen:

die SU hat Saddam hochgerüstet,
1979 begann mit Afghanistan und dem Sturz des Schahs ein langsamer Wechsel der Bündnisse.

Die Aufrüstung Saddams durch die USA begann erst 1982.
Zum Krieg musste man Saddam nicht aufstacheln, ein simples "o.k." war schon genug.

http://en.wikipedia.org/wiki/Unit... 93Iraq_war

Georg Schütt
11
Der Vorposter meint,

die USA hätten Saddam zum Einmarsch in Kuweit überredet.

Barer Unsinn. Saddam hatte den USA zugesagt, Kuweit nicht anzugreifen.

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