Krise ist woanders

Jung-Unternehmen voller Optimismus

3. Jänner 2012, 15:53

Jeder dritte Jung-Chef kennt seinen Finanzierungsbedarf für 2012 nicht

Wien - Rund 30.000 Firmen werden jährlich gegründet, die Hälfte davon Ein-Personen-Unternehmen. Fünf Jahre später sind nur noch 70 Prozent von ihnen in dem angemeldeten Gewerbe unterwegs - was dem Optimismus der Jungmanager allerdings nicht einmal in heftigen Krisenzeiten Angst einjagt. "Die Krise ist da - aber nicht bei mir", so das Credo der Unternehmer bis 40 Jahre, geht aus einer Market-Umfrage (Sample 1.272) im Auftrag der "Jungen Wirtschaft" hervor.

Laut Befragung sind 80 Prozent der jungen Selbstständigen der Meinung, sie seien "gut" bis "eher gut" auf die Krisenzeiten vorbereitet. Nur zwei Prozent sehen sich für den größten wirtschaftlichen Umbruch seit dem 2. Weltkrieg nicht gerüstet. Satte 70 Prozent gehen für 2012 von einer verbesserten oder konstanten Ertragslage aus. Ein Viertel der Jungunternehmer überlegen neue Mitarbeiter einzustellen.

Überraschend gering ist der Finanzierungsbedarf der neuen Selbstständigen - und deren Unwissenheit darüber. So weiß knapp ein Drittel nicht, wie hoch dieser 2012 sein wird. Wiederum ein Drittel rechnet nur mit einen Bedarf von bis zu 10.000 Euro. Nur 13 Prozent gehen von Investitionen über 50.000 Euro aus. Trotz des überwiegend geringen Finanzierungsbedarfs sehen drei von vier Jungunternehmern die Finanzierung durch Banken als "große" bzw. "eher große" Hürde. Hier wäre weit mehr Risikokapital gefragt, betonte Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft, am Dienstag vor Journalisten.

Er habe erst kürzlich ein Gespräch mit einem jungen Unternehmer geführt, dessen Unternehmen auf der Kippe und der Mann vor dem Privatkonkurs stand - mit Schulden die er sein ganzes Leben nicht mehr zurück zahlen hätte können. Doch es fand sich ein Investor aus den USA, an dem der Österreicher in Folge seine Firma teuer verkaufte - wodurch er jetzt anstatt der Pleite nie wieder arbeiten muss. Jungunternehmen würde die Erfahrung fehlen, wie lange es dauern kann bis ein tolles Produkt am Markt einschlägt - oft ist es dann so, dass für die letzten Meter zur Markteinführung das Geld fehle und die Banken nicht mehr bereit sind, nochmals was nach zu schießen, erzählte Roth aus dem Nähkästchen.

Heftige Kritik übte Roth am Stillstand bei der Verwaltungsreform in Österreich. Dass Vizekanzler Michael Spindelegger (V) noch am Montag von einem Aufnahmestopp bei Beamten gesprochen hat und diesen am nächsten Tag nach dem Protest der Lehrergewerkschaft gleich wieder relativiert hat, ist laut Roth eine "Tragödie". Hier sollte nicht der Weg des geringsten Widerstandes gegangen und nicht nur auf Wählerstimmen geschaut werden.(APA)

BBSS
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Warum das Unternehmen in Österreich gründen ?

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Wenn man UnternehmerIn werden will, dann ist Österreich sicher einer der letzten Standorte, für den man sich entscheidet.

Nur deshalb, weil man hier in die Schule gegangen ist, gründet man hier das Unternehmen ?
Da gibt es wohl andere Kriterien. Abgaben, Steuern, Bürokratie z.B..

Wenn man für den Weltmarkt, für den hochgelobten Export, etwas tut, dann sollte man dreimal hinterfragen, warum man das von Österreich aus tun will.

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