Löhne

Teils großes Gehaltsplus für Uni-Rektoren nur am Papier

3. Jänner 2012, 15:31

Kosten für Rektoren sind ums Dreifache gestiegen - Grund ist andere Art der Berechnung

Wien - Die Kosten für die Uni-Rektorate sind laut Wissenschaftsministerium zwischen 2004 und 2010 bis auf das Dreifache gestiegen. Den Vorwurf von FPÖ und Boulevardmedien, dass die Rektoren höhere Gagen kassieren und gleichzeitig bei Lehrenden und Studenten sparen, weist die Universitätenkonferenz (uniko) vehement zurück. "Es stimmt nicht, dass die Uni-Rektoren so viel mehr auf die Hand bekommen, wie hier suggeriert wird", so uniko-Chef Heinrich Schmidinger. Das Gehaltsplus gibt es demnach nur am Papier wegen anderen Arten der Erhebung. Auch das Ministerium verweist auf die unterschiedlichen Daten, die Argumentation der uniko sei "stimmig".

Andere Berechnung

Bis 2004 seien die meisten Rektorate nur nebenamtlich von Professoren besetzt und als Vizerektoren-Gehalt nur die entsprechenden Funktionszulagen ausgewiesen worden, erklärt Schmidinger. An der Uni Salzburg seien das etwa 1.333 Euro netto pro Monat gewesen. 2010 habe sich hingegen der Standpunkt durchgesetzt, dass man nicht halb Rektor sein kann. Dementsprechend seien die Professorengehälter zu der Funktionszulage addiert worden, "und dann kommen natürlich Steigerungen heraus". Abgesehen von den kollektivvertraglichen Anpassungen habe es aber keine Steigerungen gegeben.

Dass es an manchen Unis gar keine Steigerung gegeben habe und an anderen vergleichsweise große, liegt laut Schmidinger daran, dass manche Standorte schon 2004 nur vollamtliche Rektoren hatten, andere aber nicht. In den Zahlen von 2010 seien zudem auch Aufwendungen etwa für die Uni-Räte dabei. Laut Wissenschaftsministerium beinhalten die Daten von 2010 etwa auch Zahlungen an ehemalige Rektoren wie Abfindungen und umfassen damit nicht nur die aktuellen Rektorate und gehen über die Gehälter hinaus.

Schmidinger verteidigt Boni

Dass Uni-Räte Boni an Rektoren vergeben können, verteidigt Schmidinger. "Man muss wirklich sehen, dass die Unis Betriebe sind. Gemessen an der Größe dieser Unternehmen, der Verantwortung der Rektoratsmitglieder und am Einsatz, den sie leisten müssen, sind das alles wirklich keine überzogenen Gehälter. Im Vergleich zur Industrie sind die Rektorate am unteren Rand dessen, was dort üblicherweise verdient wird." Es werde auch vieles ehrenamtlich geleistet, für seinen Vorsitz der Universitätenkonferenz (uniko) bekomme er etwa keinen Cent. (APA)

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17 Postings
e p4
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ingesamt gesehen sind rektorate schlecht bezahlt

also nach den dokumenten der parlamentarischen anfrage ist ohnehin nur der zeitraum 2004-2010 abgebildet. ist meine erinnerung falsch oder hatten nicht alle unis per 1.1.2004 nach dzt gültiger gesetzeslage hauptamtlich bestellte rektoren (rektorinen wie bekannt erst später).
das dem ministerium nicht klar ist welche daten in den datensätzen des ministeriums stecken galub ich allerdings uneingeschränkt.
was allerdings auch "zeitgemäß" ist, bei sich selber großzügig die leistung honorieren und beim fußvolk beinhart zu sparen ( siehe KV verhandlungen der unis derzeit)

e p4
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lustig das der originalartikel dazu nicht mehr existiert

smea_gol
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der würde ja die unis in misskredit bringen...
bzw. die unis nicht.
sondern menschen, die sich verwalter und brave arbeiter nennen, aber die nicht wollen, dass die öffentlichkeit von der entlohnung erfährt.

verhöhnend ist das, wenn man das mit den assistentengehältern der neueren Verträge vergleicht.
wir sprechen hier zum Teil über einen Faktor von über 10 zwischen Jahres-"netto"-gehalt von den befristeten Assis und den jahres-"netto"-gehalt von den VRs und Rs.

Blickfang
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Fakten

Laut Kollektivvertrag hat eine Doktorandin nach 3 Jahren Arbeitszeit 3.000 EUR brutto pro Monat das heißt mind. 27.500 EUR netto im Jahr. Verglichen mit anderen Ländern (USA, Frankreich, GB, Italien, ..) finde ich das top!

Falls es wirklich ein Nettofaktor 10 wäre, so müsste sich das Jahresgehalt bei fast einer halben Million belaufen. Das ist wohl utopisch. Realistischer für Profs ist wohl 100.000 EUR = 60.000 EUR netto = Faktor 2, das bei einem Altersunterschied von, sagen wir, 20-30 Jahren.

smea_gol
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und wieviele doktorandenstellen, die so bezahlt werden, gibts? "laut kollektivvertrag" ist eine der dümmsten aussagen die es überhaupt gibt.

btw.schauen sie mal, was ein doktorand in der schweiz bekommt. und dann vergleichens noch gleich diverse nebenleistungen (d.h. abgeltung von lehre, laborausstattungen und dergleichen.) sie werden überrascht sein.

Blickfang
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Schweiz

Klar ist die Schweiz besser, das überrascht ja wohl keine/n. Aber in Zürich z. B. wird das gute Gehalt für Doktoranden schnell von den hohen Lebenshaltungkosten aufgefressen. Gleich hinter CH kommt dann aber auch schon DE und AT etwa gleichauf. Fragen's mal einen Doktoranden in Italien oder im vielgelobten Skandinavien, was die verdienen.

»Krawuzikapuzi«
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Gehaltsverhandlungen

Dazu passt gut, dass die Gehaltsverhandlungen für das kollektivvertraglich bezahlte Unipersonal seitens des Dachverbandes bis jetzt nicht zu einem Abschluss gekommen sind... (d.h. derzeit gibt es keine ausverhandelte Lohnerhöhung für einen guten Teil der Bediensteten!)

665
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kann mir bitte irgendwer

irgendeinen unkündbaren Job in der Privatwirtschaft nennen, wo man 120k - 250k bto verdient und mit 80% davon in Pension gehen kann?
Egal was man dafür können muss, ich lerne es!!

RS69
 
10

120 bto gibt's auch draussen, wenn's sehr gut sind.
250 sind so wie draussen Ausnahmefälle.

Wenn Sie's könnten, hätten Sie's schon gelernt.

665
02
erst lesen, dann schreiben

ich suche einen UNKÜNDBAREN Job mit 80% des Letztbezuges als Pension.
Normale Manager- oder Expertenjobs um 120 bto und mehr gibt es natürlich genug

Fortiter In Re
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Brave New World

Die 80% vom Letztbezug gelten nur für die "alten", beamteten Professoren. (Auch da stimmt's übrigens nicht wirklich, weil alle Zulagen, wie die komplette Lehrzulage, draußen sind - "nicht ruhegenussfähig", heisst das auf josefinisch.) Alle ab 2002 bestellten werden ASVG-Pensionen beziehen, sowie eine betriebliche Zusatzpension, deren Höhe stark von der Beschäftigungsdauer als Professor (und dem Anlageerfolg) abhängt.
Außerdem: 80% vom Rektorsgehalt als Pension hat kein Rektor je bekommen, sondern 80% vom Professorengehalt (neuerdings auch nicht mehr, siehe oben). Von 80% von "120 bis 250k bto" kann also nicht die Rede sein. Erinnert mich ein bisschen an die Haider-Taferln, das Ganze...

Fortiter In Re
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Aber Sie können...

... italienischer Abgeordneter werden. Da sind Sie mit 200k bto gut dabei, extra was lernen müssen Sie nicht (maximal italienisch), und die Gefahr, dass Ihre Wiederwahl irgendwas mit Ihrer Leistung zu tun hat, ist gering. (Properly giving head und Empfänglichkeit für diskrete Abstimmungshonorierung gelten als Zusatzqualifikation.)

Otto Blubber
01
Papier und Papiergeld

Den Hang zum Netto hat Schmidinger schon in der Presse ausgelebt: http://diepresse.com/home/bild... t/index.do
Dort kriegt er 8.500 netto, 14x im Jahr - Steuerbegünstigung für 13.,14. hat er wohl keine!
Und hier wird was von 1.333 netto *vor* 2004 erzählt. Die Rede ist aber von 2004 bis 2010. Dass sich mittlerweile (wann?) die Berechnung geändert habe, ist richtig herzig. Und der Beifall dazu aus dem Wissenschaftsministerium ist noch putziger: erst liefert man von dort die Zahlen und dann ist es nur auf dem Papier so ... und kein Papiergeld. Also falsche Zahlen!
Was für ärmliche Gestalten mit vollen Taschen!

petrarca
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Artikel schlecht gelesen?

Vorher: Professorengehalt + Funktionszulage
Nachher: all inclusive Rektorengehalt

Und das das Wissenschaftsministerium schlechte Zahlen liefert: Wen wundert das noch?

Kleinhirn
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Naja, die ganzen Zahlen die hier durch die Luft fliegen kann sowieso keiner nachverfoglen.

Gestern Stand in der Zeitung ein Jahresgehalt der Rekotoren von 120k-250k Brutto = 4,8k-10,1k Netto pro Monat.(43% Steuerprozentsatz)
Wenn 1,3k Netto/Monat die Zulagen sind, welche jetzt einfach vereinheitlicht worden sind mit dem Professorengehalt, wäre ein Professorengehalt in der höhe 3,5k-8,8k netto im Monat.
Professor werden zahlt sich also noch aus.
Aber wie gesagt, jeder wirft hier mit irgendwelchen Zahlen in der Gegend umher, und nachrechnen kanns eh keiner. Also kA ob das viel, wenig oder sonstwas ist.

Otto Blubber
01
Geht so ...

"2010 habe sich hingegen der Standpunkt durchgesetzt, dass man nicht halb Rektor sein kann."
Was natürlich so nicht stimmt.
Tatsächlich haben aber die Mitglieder der Rektorate ganz normale Arbeitsverträge (auch wenn sie diese Funktion in Teilzeit ausüben), in denen steht, wieviel sie verdienen und was sie sonst noch alles an geldwerten Leistungen kriegen. Und das bereits seit 2004.
Dass sich irgendwelche Berechnungen geändert hätten, ist natürlich nur ein Schmäh.

smea_gol
01

Das das teilpolitische Lobby-ing, dass von einigen Rektoren betrieben wird, auch noch bezahlt wird, macht den Vergleich zu den Managerboni umso schmackhafter.

Übrigens: Es spricht schon sehr für sich, das die Rektorenkonferenz jetzt allumfassend uniko heisst. weil ja hier die Standpunkte aller beteiligter der Universitäten sooooooooooo richtig dargestellt werden.

Eine Regierung im großen zahlt kein Geld an die Unis
Eine Regierung im Kleinen, auch uniko genannt, macht aber auch einiges ziemlich falsch, bzw. lässts im schlechten Licht erstrahlen.

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