ÖVP schließt Erbschaftssteuer aus

3. Jänner 2012, 15:17

Generalsekretär Rauch: "Das können s' in Nordkorea machen, aber nicht bei uns" - ÖVP will über neue Ausgaben nicht einmal reden

Die Vorschläge für das Sparpaket der Bundesregierung werden immer mehr, aber auch konkreter. Die Arbeitsgruppen der Koalition wollen bereits Mitte Jänner fertig sein. Ende Februar soll das Paket stehen. Derzeit liegen mehrere Vorschläge auf dem Tisch.

Die Ideen der SPÖ zur Erbschafts- und Schenkungsteuer sind seit Montag bekannt. Demnach plant die SPÖ Erbschaften ab 400.000 Euro wieder zu besteuern und damit 500 Millionen Euro einzunehmen. Der Steuersatz soll dabei zwischen sieben und 50 Prozent liegen. Die ÖVP hat sich bereits gegen den Vorschlag ausgesprochen. Die Volkspartei pocht weiter darauf, dass das Budget allein durch Sparmaßnahmen und nicht durch neue Steuern konsolidiert wird.

ÖVP: "Das können s' in Nordkorea machen"

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch hat im STANDARD-Gespräch kategorisch ausgeschlossen, dass die ÖVP einer Wiedereinführung der Erbschaftssteuer zustimmen werde, wie es die SPÖ sich wünscht: "Das käme einer zusätzlichen Sondersteuer für den Mittelstand gleich. Das können s' in Nordkorea machen, aber nicht bei uns. Nicht mit uns."

Ausgabenseitige Budgetsanierung habe klare Priorität, ist die ÖVP-Linie: "Bevor man die Österreicherinnen und Österreicher mit neuen Steuern zusätzlich belastet, sollte zuvor das Budget ausgabenseitig saniert werden. Es gibt hier eine Reihe sinnvoller Sparmaßnahmen, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden", sagt Tirols Landeshauptmann Günther Platter zum STANDARD - sein Land habe durch Einsparungen in der Verwaltung die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung erreicht und gleichzeitig Budgetmittel für Investitionen freibekommen.

ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf warf der SPÖ mangelnden Sparwillen vor. Sie werde der ÖVP jede steuerliche Maßnahme "abringen" müssen.

Beamte nicht nachbesetzen

ÖVP-Chef und Vizekanzler Spindelegger hat vorgeschlagen, dass es bei den Beamten einen Aufnahmestopp geben soll. Demnach sollen Pensionierungen nicht nachbesetzt werden. Als Ausnahmen nannte er Sicherheitspersonal und Lehrer. Damit könne man bereits ab 2012 die Ausgaben senken, so der Vizekanzler. Ablehnung für diese Idee zum Sparen kommt aus der eigenen Partei von Gewerkschaftschef Fritz Neugebauer. Auch Parlamentspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) hat sich gegen den Vorschlag ausgesprochen.

Weniger Frühpensionisten

Einig sind sich die Koalitionsparteien darin, dass die Anzahl der Frühpensionen gesenkt werden soll. Hier hat Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) bereits angekündigt, dass es bei den ÖBB ab 2012 keine Frühpensionierungen mehr geben soll. Am Dienstag hat der Pensionistenverband der SPÖ vorgeschlagen, dass Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter in Frühpension schicken, die Pensionskosten bis zum Regelpensionsalter übernehmen müssen. Als Vorbild gilt hier Finnland. Von den zuständigen Ministerien gab es zu diesem Vorschlag keinen Kommentar.

Eurofighter-Idee floppte

Auf wenig fruchtbaren Boden stieß der Vorstoß von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, die Eurofighter zu verkaufen. Kräuter schlug vor, dass die Luftraumüberwachung von anderen EU-Staaten übernommen wird. Verteidigungsminister und Parteikollege Norbert Darabos lehnt dies ab. Viele andere Parteikollegen und der Koalitionspartner begegnen der Idee mit Skepsis.

Mehr Steuern für Besserverdiener

Der Kurier berichtete am Montag, dass die ÖVP plant, die Steuerzuckerl für das 13. und 14. Gehalt abzuschaffen. Demnach sollen bei Spitzenverdienern diese Gehälter mit fünfzig Prozent und nicht mehr nur mit sechs Prozent besteuert werden. Der erhöhte Steuersatz solle aber nur für den Bereich des Einkommens gelten, der über der Einkommensgrenze liegt. Die ÖVP-Zentrale bestätigte diesen Vorschlag allerdings nicht. Vielmehr wird die Volkspartei nicht müde zu betonen, gegen neue Steuern zu sein.

Schwarzer Peter zu den Roten

Die ÖVP macht bereits jetzt klar, dass sie nicht für neue Steuern verantwortlich gemacht werden will. Sollten diese tatsächlich kommen, sei dies alleine auf die SPÖ zurückzuführen, heißt es in einer Aussendung. (lis, derStandard.at, 3.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2238
Herbert Chaos
00

Ein staat der sich anmasst solche hohen steuerquoten zu verlangen, sollte nicht auch noch enteignung bei bestandsvermoegen praktizieren. Auch wenn es nur ein geringer betrag ist, ich habe auch nicht das recht beim billa nur einen bisserl was zu fladern. Auch dann nicht wenn ich es einem obdachlosen geben will.

einemeinung
00
12.1.2012, 19:01
krokodilsträäänen

enteignung?

kater bruno
01

Liebe ÖVP bitte den Reichtum verteilen und nicht die Armut.

DirtyHarry
02
Umfaller-Partei

Die ÖVP ist eigentlich noch immer umgefallen.

gr.ado
 
02

... keine neuen Steuern also ...

... wie wärs mit Erhöhung der Werbeabgabe von derzeit 5% auf etwa 100% ??? ...

... das wär eine Leistung vom Feigling Faymann ...

Kummerl1
42
Was sagt die ÖVP eigentlich betreffend Einsparungen?

Bundesländer abschaffen?
Mindestsicherung abschaffen?
Eurofighter verkaufen und durch billigeres Gerät ersetzen?
Bundesrat abschaffen?
Kosten-Nutzenrechnung in der öffentlichen Verwaltung?

nix?

Einfach kaputtsparen wie in der 1. Republik?

nix gelernt?

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
10
Wie wär's damit:

Armut u. Sklaverei, auch in Österreich abschaffen?!

Vorstadtmama
 
02
Steuern schaffen Armut..

..besonders solche, die nicht an Einkommen gebunden sind. Was die Sklaverei betrifft, fällt mir in Österreich nur die Wehrpflicht ein. Die könnte man wirklich abschaffen...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
01
Wieviel bezahlt eine Partei -

bzw. eine Lobby für entsprechende Wunsch-Postings?

Nicht, dass ich mit dem Gedanken spielen würde...

einemeinung
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rauchnebel

von geschichte nur soviel ahnung, dass höchstens das kurzzeitgedächtnis, wenn auch falsch verlinkt, abgefragt werden kann...

erbschaftssteuer gibt es fast überall - ob in nordkrorea auch nicht, das kann sehr wohl sein: auf kim folgt kim folgt kim...

und bei uns folgt immer das verstecken hinter dem mittelstand. diesen hat auch die ÖVP ausgebeutet, aber dieser mittelstand kann noch so dünn sein - die ganz großen vermögenden lassen sich dahinter immer noch gut und gerne verstecken und vermehren.

und noch mehr rauchnebel steigt auf.

Top spin
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Bauernbund-Landesobmann Maximilian Hiegelsberger (ÖVP) fordert eine Steuer für Atheisten. für des ghört erm gleich a vakehrte

amber103
44
Superreich

Angenommen deine Eltern besitzen ein altes Bauernsacherl mit 10ha verpachteten Grund im oö Zentralraum:
Wert der Gebäude: 400000
Wert der lw Fläche: 11€/m² = 1100000
Pachterlös: 4000€/jahr

Einkommenssteuer Pacht: 1500€

Erschaftssteuer (30%) 330000€.
Kreditzinsen zur Finanzierung der Erbschaftssteuer 4%= 13200€/Jahr.
Jährlicher Nettoverlust aus Grundbesitz: 10700€/Jahr.

Diese Steuer führt in vielen Fällen zu einem Notverkauf, meist zu einem viel schlechteren Preis als ursprünglich geschätzt.

Wie bewertet man übrigens Vermögensgewinne ala Niko Pelinka, der 5000€ pro Monat verdient, weil sein Vater dem SPÖ Parteiadel angehört. Oder sind Vermögensvorteile wegen Parteiadels steuerfrei?

Herbert Chaos
00

Am ende kassiert das wieder nur eine bank ein und da banken nicht wirtschaften muessen wie andere firmen oder personen, verwenden sie das mithilfe der spoe geraubte vermoegen zur spekulation am markt und treiben die preise weiter in die hoehe.

Man beachte wieviel immobilen und grundvermoegen breits banken gehoert. Und dann bedenke man noch welche fuktion banken in unserer gesellschaft eigentlich haben sollten. Ich glaube das grundstueckspekulation nicht dabei ist.

Kummerl1
33
Zeit für Anpassung der Einheitswerte

damit Ihr Berechnungsbeispiel auch stimmig wird.
Aber auch das verhindert die ÖVP.
Schließlich sind sie die Volksvertretung der Reichen und Superreichen.

Vorstadtmama
 
02
eine Erhöhung der Grundsteuer trifft alle...

sogar die Mieter, die Vermieter erhöhen aus diesem Anlass nämlich sofort die Mieten. Die einzigen, die sich sicher etwas einfallen lassen werden, sind die Reichen und die Superreichen. Die sind gegen jede Form von Steuer immun.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
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Von solchen "Sorgen" -

können die meisten ned amol träumen!

Nach ihrer (zynischen) "logik" machen die millionen(-werte) die millionäre fast schon arm...

StVO2
31
Was bisher vorgeschlagen wurde

unterscheidet zwischen Betriebs- und Privatvemögen. B ei Ihrem Beispiel bliebe der das HAus vemutlich z.T. und der GRund zur Gänze unversteuert. Vom verblieben Rest wird dann noch der Freibetrag abgezogen.
Ihr Szenarium entbehrt daher einer seriösen Grundlage.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
20

Wenn ein Grundstück mit dem Wert von 1.500.000 nur 4000€ im Jahr abwirft. Dann läuft aber extrem grundsetzlich was schief. Das sind 0,26% Kapitalrendidte! Da kriegt man auf jedem besseren Sparkonto mehr. In dem Fall natürlich sofort verkaufen und sinnvoller anlegen! Aber welcher Idiot kauf etwas mit 0,26% Rendite?

Ich halte diese Argumente alle für lächerlich herbeigezogen.

40.000€ Erlös wären ein vielleicht angemesse Jährliche Rendidte mit 2%, noch immer auf der unteren Seite aber okay. Na dann kann man aber auch die 13.200€ Zinsen pro Jahr davon locker zahlen.

Wollen die Schwarzen jetzt mit dem Recht auf Unwirtschaftlichkeit pochen? Als angebliche Wirtschaftpartei? Dass gibts wenn nur in Nordkorea!

amber103
11

Nun Pachten die deutlich über 400-500€/ha gehen sind nur in Gebieten mit intensiver Tierhaltung erzielbar.
Die Grundstückspreise von 11€/m² sind aber üblich.
Die Mechanismen die zu derart hohen Grundstückspreisen führen, haben mit der niedrigen Immobilienbesteuerung zu tun, und sind daher bisher gerechtfertigt. Das hat zur Folge, dass man auf wirtschaftlich wenig wertvolle Grundstücke sehr hohe Hypotheken bekommt. Die hohen Hypotheken sind das Geheimnis des Erfolgs der österr. Tourismusindustrie.

Bedenke auch, dass etwa 15% aller österr. Haushalte landw. Grundstücke besitzen, aber nur noch etwas über 2% der Haushalte überwiegende von der Landwirtschaft leben. Mehr als die Hälfte der Flächen der Vollerwerbsbetriebe sind gepachtet.

Die Marslady
13
Ich denke, es ist eine Rarität....

dass ein Sozialdemokrat ein Erb-Bauerngütl (seit Generationen im Familienbesitz) eigenverantwortlich bewirtschaftet und zwar so gut, dass auch die folgenden Generationen davon leben können.
Wenn bei einer Generations-Übergabe og. Bauerngütl's nun wieder eine hohe Erbschaftssteuer (durch erhöhte Einheitswerte) anfällt, dann ist der Bestand meistens in Gefahr.
Wo wohnen meistens die Sozialdemokraten?
In von der Allgemeinheit finanziert und geförderten Mietwohnungen oder Altbauwohnungen mit niedrigem Friedenszins, doch selten in freifinanzierten Eigentumswohnungen oder Wohnhäusern.
Die Eigenverantwortung der Bevölkerung wurde mit den grosszügigen staatlichen Wohnbauförderungen nicht gerade gefördert.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
20

"Die Mechanismen die zu derart hohen Grundstückspreisen führen, haben mit der niedrigen Immobilienbesteuerung zu tun, und sind daher bisher gerechtfertigt."

Das erklären sie mir mal bitte genauer, wie ein Grundstück mit 0,2% Rendite entsteht. Wenn, klingt eher dannach, dass da im Steuergesetz auf anderer Ebene ordentlich was im Argen liegt.

amber103
01
Viel außerlandwirtschaftliche Arbeitsplätze sind von überhöhten Hypotheken auf lw. Grund abhängig.

Was soll da bitte im Argen liegen? lw. Boden ist wirtschaftlich nichts wert. Sie kaufen sich damit nur schlecht bezahlte Arbeit. Wo kein Wert ist, kann auch sinnvoll nicht viel besteuert werden.

Die Preise liegen aber um ein Vielfaches über dem wirtschaftlichen Wert. Der Grund dafür liegt in der extremen Illiquidität des Grundstückmarktes, der durch eine Reihe von Grundverkehrsbeschränkungen, der Rolle der Politik und der Banken begründetet ist. Dadurch werden sehr hohe Hypotheken auf Grundstücke möglich. Diese Hypotheken sind die Basis für viele außerlandwirtschaftliche Investitionen. Die Rendite dieser Investitionen (z.B. Tourismus) treibt wiederum die Preise. Es handelt sich um eine Blase, die wegen allg. Akzeptanz funktioniert.

Android1337
01

Es sind ja nicht alle so neoliberale Erbsenzähler wie Sie. Es gibt auch Menschen, die an Ihrem Hof hängen, an dem Hof der seit unzähligen Generationen im Familienbesitz ist.

Leser103
15
ÖVP... wie üblich

.
die övp ist gegen neue steuern (huch!). - aber für die besteuerung von 13. und 14.
das nenn ich klare linie!
.

Karl Kloiböck
 
40
Verkehrswerte für Erbschafts- und Vermögenssteuer

Ist doch ganz einfach. Nur das Liegenschaftsbewertungsgesetz nachlesen.
Nur mit dem Kaufpreis einer vergleichbaren Liegenschaft vergleichen, die zum Bewertungszeitpunkt veräußert wurde. Es gibt doch so viele die gleich sind! Die Kaufpreise sind alle ehrlich angegeben, trotz der Grunderwerbsteuer. Dann nur schriftlich festhalten, welche Wertbestimmungsmerkmale maßgebend waren. Dazu braucht man keine gerichtlich beeidete Sachverständige, die nur kosten würden. Der die Steuer zahlen soll wird sich das gefallen lassen und keine Berufung machen. Das wäre nur zusätzlicher Verwaltungsaufwand, dazu haben wir ja Beamte abgebaut. Die alten können doch länger als 65 Jahre arbeiten, die Jungen können inzwischen studieren oder Arbeitslose holen.

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