Quartiere fehlen

Asylanträge stiegen 2011 um dreißig Prozent

3. Jänner 2012, 13:51
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    Das Flüchtlingslager in Traiskirchen ist überfüllt.

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    Asylwerber 2011

Beinahe 900 Flüchtlinge müssen sich in Traiskirchen Platz für 480 teilen - Mikl-Leitner will Zuwendung für Quartiergeber erhöhen

Wien - Die Zahl der Asylanträge ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Waren 2010 in Österreich bloß 11.012 Ansuchen gestellt worden, waren es 2011 14.426 und somit um 31 Prozent mehr. Unmittelbare Folge davon ist, dass derzeit zu wenige Privatquartiere zur Verfügung stehen und die Erstaufnahmezentren überfüllt sind. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) kündigte deshalb am Dienstag in einem Hintergrundgespräch eine Neuordnung der Grundversorgung an.

Traiskirchen überfüllt

In den Betreuungseinrichtungen des Bundes sind derzeit 1.296 Asylwerber untergebracht. Immerhin 725 von ihnen wurden bereits zum eigentlichen Asylverfahren zugelassen, konnten aber nicht in Privatquartiere zugewiesen werden, da die Länder nicht genügend Raum zur Verfügung stellen konnten. Die Folge: In Traiskirchen wohnen derzeit 888 Personen, laut Vereinbarung zwischen Innenministerium und Land Niederösterreich dürften es maximal 480 sein.

Mikl-Leitner will Zuwendung erhöhen

Mikl-Leitner will nun auf mehreren Ebenen ansetzen, um den Pakt wieder einhalten zu können. So sollen rückwirkend mit 1.1. die Zuwendungen für Quartiergeber erhöht werden. Gab es bisher maximal 17 Euro pro Nacht und Person, sollen es jetzt 19 Euro sein. Auf diesem Weg sollen z.B. Pensionsbetreiber motiviert werden, wieder mehr Plätze für die Grundversorgung zur Verfügung zu stellen.

Weiters will die Innenministerin im Rahmen einer neuen Bund/Länder-Vereinbarung sicherstellen, dass die Länder auch Asylwerber unterbringen müssen, die nicht gerne aufgenommen werden. Derzeit ist es so, dass die Länder mehr oder weniger selbst entscheiden, wen sie bei sich in der Grundversorgung aufnehmen, erläuterte der Leiter des Bundesasylamts, Wolfgang Taucher. Besonders beliebt sind Familien, besonders unbeliebt alleinstehende Männer und unbegleitete Minderjährige. Findet sich kein Land, das die Flüchtlinge aufnimmt, müssen sie in den Bundeseinrichtungen bleiben, ein weiterer Grund für den Überbelag in Traiskirchen, Thalham etc.

Verteilungsschlüssel

Nunmehr soll nach deutschem Vorbild ein fairer Verteilungsschlüssel gefunden werden, der die Länder dazu verpflichtet, alle Personengruppen aufzunehmen. Ein drittes Erstaufnahmezentrum ist für die Innenministerin somit nicht nötig. Welche Länder derzeitig bei der Erfüllung ihrer Quoten säumig sind, wollte Mikl-Leitner heute übrigens nicht sagen.

Ändern soll sich nach Vorstellung der Ministerin aber nicht nur etwas für Bund und Länder sondern auch für die Asylwerber selbst. Mikl-Leitner will das Land für Asylwerber und Schlepper unattraktiver machen.

Gutscheine statt Bargeld

Die Innenministerin denkt etwa daran, das mit der Grundversorgung gewährte Taschengeld von 40 Euro nicht mehr auszubezahlen sondern etwa in Form von Gutscheinen oder als Quickcard zur Verfügung zu stellen. Denn man wolle sicherstellen, dass das Geld auch dem Zweck entsprechend, also für alltägliche Besorgungen verwendet und nicht in die Heimat geschickt wird. Bei einer vierköpfigen Familie kämen immerhin 160 Euro zusammen und das sei etwa in Afghanistan viel Geld.

Eltern sollen nicht automatisch Asyl erhalten

Als zweites Problemfeld erkennt Mikl-Leitner die zunehmende Anzahl von unbegleiteten Minderjährigen. Hier gab es im Vorjahr ein Plus von 65 Prozent. Grund laut Innenministerium: die Chance für die Jugendlichen Asyl zu bekommen ist ungleich höher als für andere Gruppen. Haben sie den Asylstatus erhalten, können die Eltern nachkommen und erhalten den selben Aufenthaltstitel. Dies könnte in Zukunft aufgeweicht werden. Die Eltern könnten dann zwar nachkommen, aber nicht automatisch Asyl erhalten.

Schließlich will Mikl-Leitner noch sicherstellen, dass die Grundversorgung nur mehr so lange ausgeschüttet wird, bis die rechtskräftige Entscheidung gefallen ist. Derzeit wird selbst bei negativem Ausgang des Verfahrens von einzelnen Ländern noch weitergezahlt.

Europaweit mehr Flüchtlinge

Freilich ist nicht nur Österreich voriges Jahr von höheren Asylwerber-Zahlen betroffen gewesen. So habe es etwa in der Schweiz plus 42 oder in Belgien plus 29 Prozent gegeben. Umso mehr müsse auch international etwas gegen die Flüchtlingsströme getan werden, weshalb auf Initiative Österreichs, Deutschlands und der Niederlande am 7. März ein Gipfel in Brüssel stattfindet, betonte die Innenministerin. Besonders problematisch ist für Mikl-Leitner derzeit die Situation an der türkisch-griechischen Grenze.

Für Österreich primär von Relevanz sei in letzter Zeit die serbisch-ungarische Grenze gewesen, berichtete Bundeskriminalamtschef Franz Lang. Seit es dort im Herbst aber verstärkte Anstrengungen der örtlichen Behörden gegeben habe, seien die Flüchtlingsströme wieder auf andere Routen ausgewichen. Auch über   Slowenien, Italien Rumänien und die Slowakei kämen viele Flüchtlinge.

Größte Gruppe aus Afghanistan

Die größte Gruppe der Asylwerber 2011 waren die Afghanen. 3.623 Bürger aus diesem Land suchten in Österreich um Asyl an. Auf Platz zwei folgen die Russen (2.319), dahinter kommt Pakistan (952). Die Anerkennungsquote ist auch gering. Während bei Afghanen mehrheitlich Asyl zuerkannt wird, endet nur ein von 100 Verfahren eines Pakistanis in Österreich erfolgreich. 

Grüne erfreut über Erhöhung

Die Grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun zeigt sich mit der heute von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner angekündigten Erhöhung der Kostensätze in der Grundversorgung zufrieden. Seit 13 Jahren seien diese nicht einmal inflationsangepasst worden, kritisierte sie in einer Aussendung. Die angekündigte Erhöhung um zwei Euro werde allerdings nicht ausreichen. Die Ministerin solle sich mit NGOs zusammensetzen, um eine passende Lösung zu finden.

Verärgert reagiert die Grüne auf Mikl-Leitners "Anschuldigungen" gegenüber afghanischen Familien, die angeblich das Geld, das sie in Österreich bekommen, zurück nach Hause schicken würden. Vielmehr kämen diese Menschen aus einem Land, wo die Taliban wüten, und seien auf der Suche nach einem sicheren Hafen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 389
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das ist fix
22
12.1.2012, 18:17
Komisch -

angeblich sind wir - Österreicher/innen - so fremdfeindlich - und trotzdem kommen so viele Menschen aus den sicheren Nachbarstaaten SK,HU,SLO,I,CH,DE u. CZ zu uns.

In der Via Lactea zu Hause
21
13.1.2012, 10:12
Irgendein ein BEWEIS für diese Behauptung?

Oder entstammt das wieder deiner allen in diversen Foren mittlerweile bereits bekannten ausländerfeindlichen Fantasie?

das ist fix
11
14.1.2012, 11:54

Es ist keine Behauptung, sondern Tatsache.
Alle Nachbarstaaten haben die UN-Flüchtlingskonvention anerkannt, d.h. Menschen die durch diese Ländern reisen waren dort schon in Sicherheit.

dieDritteGeneration
10
19.1.2012, 03:04

Die meisten Afghanen kommen über den Iran und die Türkei. Diese beiden Staaten haben ebenfalls die Genfer Konvention anerkannt. Und? Wollen Sie jetzt ernsthaft behaupte, dass der Iran oder die Türkei sichere Staaten sind?

das ist fix
01
21.1.2012, 10:37

Es gibt Regierungschefs die wollen die Türkei in die EU aufnehmen - und sie meinen jetzt, dass die Türkei nicht sicher sei - da ist ein riesengroßer Widerspruch enthalten.

Jiddu Krishnamurti
31
14.1.2012, 11:57
Essen diese Menschen dein Wiener Schnitzel weg oder was?

Sei nicht so kleinlich, Mann! Dass du nicht einer von denen bist, ist reiner ZUFALL!!!

Dass du hier geboren wurdest ist KEINE LEISTUNG VON DIR!

Denk daran (falls dein Geist schon nicht endgültig tot ist).

das ist fix
01
14.1.2012, 12:01

es ist nicht "meine leistung" hier geboren zu sein, jedoch sind die steuerzahlungen die ich in den staatshaushalt einzahle nicht gering - und diese kommen durch "meine leistung"

Jiddu Krishnamurti
41
14.1.2012, 12:02
Dann FRISS dein Geld!

Mal sehen, ob du dann satt wirst...

Müslü
 
02
13.1.2012, 22:54

Sie brauchen nur die Statistiken anschauen (EU-Vergleich) , spricht Bände.

Ö hat am meisten Asylanträge, und zwa rmit Abstand obwohl von sicheren Drittstaaten umgeben.

chinaman_a1
01
13.1.2012, 18:18
Beweisführung:

diese Behauptung ist nur dann richtig, wenn

1. Menschen mit gültigen Papieren einen Flieger besteigen, (und nur so kommt man in einen Flieger, wie wir alle nach langen Check-Inns wissen) und in Österreich wieder aussteigen. Nur, Direktflüge aus Tschetschenien oder Afganistan (größte Gruppe der Asylwerber) nach Österreich sind mir unbekannt.

oder

2. wenn sie direkt über Österreich vom Himmel fallen.

Nur so ist es möglich, sichere 3.Länder nicht zu betreten (und zu einem Dublin-Fall zu werden)

Alle anderen Versionen (Verlust der Papiere im Flieger, weiß nicht genau wie ich hierher gekommen bin, oder "was, ich bin in Österreich?") glaube ich nicht.

Beweis akzeptiert?

wiesengarten
54
Unter den 900 Flüchtlingen in Traiskirchen sind 300 Kinder,

die nicht zur Schule gehen können, weil es in Traiskirchen keine Schule für Flüchtlingskinder gibt!
Ich habe schon mit der Volksanwaltschaft darüber gesprochen, aber es gibt ein Abkommen mit dem NÖ Landesschulrat, dass Kinder in Traiskirchen halt nicht zur Schule gehen. Über diesen Skandal redet niemand.
Als ob es keine Schulpflicht in Ö gäbe.

Erich Hametner
 
10
16.1.2012, 22:53
...traurig, aber kann ich in diesem fremdenfeindlichen Binnenland nachvollziehen, denn...

...weiß hier denn niemand, dass die Genfer Flüchtlingskonvention in Österreich bis heute nicht zu unserem Grundrechtskatalog gehört?

Schließlich sind ja viele streng katholisch - was ja offenbar nichts mit menwschlichkeit zu tun hat, nicht war?

Daher:
****lieber links-intellektuell als rechts-sozial!****

Wer es fassen kann, der fasse es...

...bei dem derzeitigen bildungspotential (=bewußt gewollte bürgerliche volksverdummung zur erhaltung des ausnutzungspotentials auf vertrottelten arbeitsplätzen unter dem mott: nur nicht zuviel denken, ein gebildetes volk wäre gefährlich) leider ein schwieriges unterfangen...

Wehe den thumben geistern, denn ihrer ist nicht das himmelreich!

UNGLÜCKLICHES ÖSTERREICH, WO GEHST DU NUR HIN?

Harry Meier
 
12
Na stellen sie sich vor die österreichische Neidgesellschaft

würde auf strachinösem Wege herausfinden, das Flüchtlingskinder gratis in die Schule dürfen? Schon wieder zehn Prozent mehr für den Wehrsportler.

Tatsächlich ist es mittlerweile erbärmlich, wie sich die derzeitige Regierung von Strache vorhertreiben lässt.

Bossa Nova do Brasil
143
Österreich wird NIE ein (geistig) großes Land sein, das in der Welt eine wichtige Rolle spielt!

Dafür ist die * ANGST * vor allem Fremden zu sehr seit zu vielen Generationen tief eingefleischt.

Heilung nicht mehr möglich. :-)

binnenischmarrn
 
01
13.1.2012, 00:59

es reicht die kleine rolle...

In der Via Lactea zu Hause
10
13.1.2012, 10:13
Ja, die Klopapierrolle. :-)

das ist fix
01
12.1.2012, 18:17

warum sind sie noch hier?

Jiddu Krishnamurti
10
12.1.2012, 19:18
Weil er DARF und es ist sein gutes Recht. Auch kritisch zu sein!

Menschen wie ich werden immer dafür sorgen, dass wegen Menschen wie Ihnen kein Mensch auswandern muss! :-)

Igel
01
14.1.2012, 16:22

Wow, eine selbsternannter Gutmensch!! Aber halt wie so oft, brutal und ungerecht zu allen, die eine andere Meinung haben als er....

Und daher doch kein Gutmensch.....sonden ein...

binnenischmarrn
 
01
13.1.2012, 14:24

wenn sie auch alle hereinhaben wollen, wirds halt bald ein bisserl eng werden...

Robert Alexander
45
So wird das einfach nicht stimmen, da gibt es jede Menge anderer Aspekte;

z.B.: Sparpaket und Schuldenbremse. Für Flüchtlinge ist derzeit kein Geld vorhanden, sobald sie ankommen sollte Ihnen sofort (Schwer)arbeit zugeteilt werden. Wer die nicht machen will muss eben in einem anderen Land um Asyl ansuchen. Da diese Menschen in der Regel Arbeit scheuen wie der Teufel das Weihwasser, wird sich der Flüchtlingsstrom sehr bald auf jene, die wirklich schutzbedürftig sind (und lieber arbeiten als sich Gefahren in ihrer Heimat auszusetzen) reduzieren. Und für jene ist jede Solidarität gerechtfertigt. Also: es geht in erster Linie darum, das Spreu vom Weizen zu trennen.

Erich Hametner
 
11
16.1.2012, 23:07
Leider auch verkehrt gedacht:

...bei uns dürfen die Asylwerber nicht einmal leichteste arbeit verrichten, obwohl sie sehr gerne - auch für gemeinschaftdienste, wie gemeinde und rotes kreuz, etc. - arbeiten würden...
das arbeiten wird ihnen in mühevoller langjähriger kleinarbeit abgewöhnt - das ist seit dem thumben bartenstein-erlass (2002) leider so fixiert...und die - ebenso thumben nachfolger wollen es so belassen, damit du dich ärgern kannst, lieber Robert Alexander!

...genau so wird fremdenfeindlichkeit künstlich am leben erhalten in unserem schönen - aber leider sehr unintellektuell gewordenem - land!

Klingt leider sehr vertrottelt, aber dem Bildungsstand vieler unserer Politiker und Bürger - Pisa lässt grüßen - entsprechend.
Stimmt´s, Robert?

Harry Meier
 
10
4x grün für ein derart verblödetes und hetzerisches ..

. Posting?

the bugger_off
00
"diese menschen"

wer sind denn "diese menschen" die "in der regel arbeit scheuen"? "die" flüchtlinge? alle?
so wie "die" österreicher die "alle" schnitzel fressen, kotholiscj und fremdenfeindlich sind?

chinaman_a1
16
Ihr Vorschlag bitte!

Genug ausgeteilt, jetzt Ihr Vorschlag bitte!
Österreich schafft all seine faschistoiden Grenz- Aufenthalts- und Fremdengesetze ab. Schmeißt ML und Konsorten raus.

Läd jeden, der glaubt es hier besser zu haben als zu Hause nach Österreich ein. Samt Familie, natürlich.

Versorgt diese Personen mit allem, was nötig ist, wie zB Schule, med. Versorgung, Unterkünfte, Taschengeld, Freifahrtscheine, etc.
Die Kosten tragen...

Da reißt der Film ab, wir tanzen einen Bossa Nova, weil so exotisch und daher gut, lachen über die Polka-Tänzer die bei 40% Steuerquote (inkl. SV und DG Beitrag) nichts mehr zur Seite legen können und erklären ihnen, dass Österreich nun eine gewichtige Rolle in der Welt eingenommen hat.
Zumindest nach Bossa Nova-Richtlinien

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