Taliban wollen "Botschaft" in Katar eröffnen

3. Jänner 2012, 15:08

Kein Friedensangebot - Sofortigen NATO-Abzug gefordert

Kabul - Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan haben die Eröffnung einer offiziellen Auslandsvertretung im Golfemirat Katar angekündigt. Das soll internationale Kontakte erleichtern. Gleichzeitig machten die Aufständischen jedoch klar, dass es sich dabei um kein offizielles Angebot für Friedensgespräche mit den USA oder der Regierung in Kabul handelt.

"Ungeachtet unserer Stärke (in Afghanistan) sind wir bereit, ein Büro außerhalb des Landes zu eröffnen, um in einen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft zu treten", sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid laut einer am Dienstag verbreiteten Erklärung. An der Forderung eines vollständigen Abzugs aller ausländischen Truppen aus Afghanistan werde jedoch unverändert festgehalten.

Der Nachrichtenagentur dpa erklärte Sprecher Mujahid am Dienstag: "Wir werden unsere Militäraktionen nicht einstellen, auch wenn wir ein Büro in Katar eröffnen." Dieser Schritt bedeute nicht das Ende "unseres heiligen Kampfes gegen die Invasoren".

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Spekulationen über die Eröffnung eines Taliban-Büros in Katar gegeben, mit dessen Hilfe Friedensgespräche mit den USA und der afghanischen Regierung in Gang gebracht werden könnten. Präsident Hamid Karzai bemüht sich seit langem, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die internationale Gemeinschaft unterstützt dieses Vorhaben, stellt allerdings Bedingungen. So sollen die Taliban vor der Aufnahme von Gesprächen auf Gewalt verzichten, sich vom internationalen Terrorismus lossagen sowie die afghanische Verfassung und die Menschenrechte respektieren. Diese Punkte wurden im Dezember in der Abschlusserklärung der Bonner Afghanistankonferenz noch einmal bekräftigt. Die Taliban fordern einen sofortigen NATO-Abzug.

Die Regierungen Afghanistans und Katars äußerten sich nicht zu der Taliban-Ankündigung. Nach Medienberichten soll es in dem Emirat in der Vergangenheit allerdings bereits mehrfach Gespräche zwischen hochrangigen afghanischen Regierungsmitgliedern und Repräsentanten der US-Regierung mit Taliban-Vertretern gegeben haben. (APA)

Kommentar posten
19 Postings
Hört auf mich
00

Na klar Katar!
Waren die es nicht die den liberalen Gaddafi mit stürzten!?
Jetzt wissen wir ja vom welchem Schlag die sind.

Der Zwersch
00

Was auch immer liberal an einem gewesen sein soll, der mit Militär auf Demonstranten losging...

Hört auf mich
00
"der mit Militär auf Demonstranten losging..."

Klar, die lieben, schwer bewaffneten Demonstranten, die Polizeiwachen und Kasernen niedergebrannt haben, hätten die Soldaten denen etwa Blümchen überreichen und Blasmusik spielen sollen?

kurt haenel
 
03

die Religionsstudenten aus Pakistan (die weltbekannten Taliban) wollen nach der Eroberung eines Teils von Afghanistan also ein Botschaft gründen...?

Nicht schlecht.

NONE
03

Die Söldner kehren zu ihrem Heimatland zurück.

Und man nennt dies "Botschaft" ...

armin delmenhorst
 
31
wahrscheinlich gibt es bald ne Eröffnung in Wien

ihre Leute (Tschetschenen, Türken, Afghanen, etc.) haben sie ja bereits bei uns. Nach dem verordneten Neuspeak der Machthaber handelt es sich hier um ne Berreicherung für das Volk.

bläh! bläh!
00

von den taliban wissen sie nicht besonders viel, oder?

armin delmenhorst
 
00
Sie können mich ja gerne

aufklären - interessiert sicher auch mehr hier im Forum. Habe mich noch nie gegen Wissenszufuhr gesperrt.

Der Zwersch
00

Das Internet ist ihr Freund, was Taliban ist oder nicht, ist wirklich nicht soo schwer festzustellen.

K 3
00

Auf der Internetseite des britischen Sender Sky News gibt es eine eigene Internetseite über die Taliban mit dem Titel: "Radovan Karadzic and Taliban in depth" und mit dem Inhalt: "No content for this connection"
http://indepth.news.sky.com/InDepth/t... nd_Taliban
Also, da steckt irgendwas hinterm Bus(c)h.

sainty1
00
besser als nen Markt zu zerbomben!!

RO81
00

Sollte dadurch wirklich über Frieden verhandelt werden, bitte ich darum noch viele weitere solcher Botschaften zu eröffnen...

K 3
00

Es war schon einmal mit der US-Botschafterin in Wien während des Bosnienkrieges 1994 über die Taliban in Afghanistan verhandelt worden, jedoch einerseits war sie eine Texanerin mit anscheinend falschen connections in Washington D.C. siehe: http://www.chron.com/news/hous... 423693.php oder die Palästinenser hatten 1985 das Feuer auf den Flughafen Wien Schwechat eröffnet weswegen im Bezug auf diese Verhandlungen damals auch in Wien die "falschen" connections nicht unwahrscheinlich sind.

zimbo
 
37
Die USA hat ja auch eine Botschaft.

Peter Ebner1
03
Und eine Frau als Aussenministerin

vielleicht könnten sich die Taliban auch eine Frau als Leiterin der Botschaft vorstellen???? Im Sinne der Gleichberechtigung!!!

Cordula Stritzlberger
02
im Sinne Saudi-Arabiens..

sollten jedenfalls nur die Dessous verkaufen dürfen....

NONE
03

Wahrscheinlich wird der Kopf abgehackt wenn eine Frau nur in Dessous bekleidet herumläuft.

K 3
00

Sie haben vermutlich zu viele Fernsehfilme gesehen, also ab sofort keine Paramount-Filme mehr bei Sky.
http://www.areadvd.de/news/2011... r-bei-sky/

Eckehart
00

Wo?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.