Sparpaket

SPÖ will Arbeitgeber für Frühpensionen zur Kasse bitten

3. Jänner 2012, 12:27

SP-Pensionistenverband für Regelung nach finnischem Vorbild - Unternehmen sollen Pensionskosten bis zum Regelpensionsalter tragen

Wien - Die SPÖ will Arbeitgeber zur Kasse bitten, die ihre Mitarbeiter in die Frühpension schicken. Als Vorbild nennt der Generalsekretär des SP-Pensionistenverbandes, Andreas Wohlmuth, Finnland. Dort müssten Unternehmen, die ihre Angestellten frühpensionieren, die Pensionskosten bis zum Regelpensionsalter übernehmen. Die Forderung nach ausschließlich höheren Abschlägen für Frühpensionisten kritisiert Wohlmuth - "hauptverantwortlich" für die Frühpensionierungen seien schließlich die Dienstgeber.

Wohlmuth fordert "ein Ende der Schieflage" in der Pensionsdebatte. "Es sind die Dienstgeber, die das Potenzial von älteren, erfahrenen Mitarbeitern oftmals nicht erkennen, sie häufig ausschließlich als finanzielle Belastung sehen und sie mit Druck und nicht adäquaten Arbeitsplätzen in die Frühpension zwingen", kritisiert der Generalsekretär der SP-Seniorenorganisation. Daher seien es auch die Betriebe, die "in erster Linie Konsequenzen zu tragen hätten".

Wohlmuth: "Ende der Hetzkampagne gegen ältere Menschen"

Der SP-Politiker fordert "ein Ende der Hetzkampagne gegen ältere Menschen" und eine Regelung nach finnischem Vorbild. Demnach hätten die Betriebe die Kosten zu übernehmen, wenn sie ältere Dienstnehmer "frühzeitig zwangspensionieren". Keine Festlegung gab es von Wohlmuth auf die Frage, ob die SPÖ in diesem Fall auch zu höheren Frühpensionsabschlägen bereit wäre: "Das muss man sich dann ansehen." Schließlich seien auch die jetzigen Abschläge in Österreich nicht niedrig.

In Finnland ist die Frühpension ab 62 Jahren möglich, die Abschläge liegen bei 7,2 Prozent pro Jahr des früheren Pensionsantritts. In Österreich ist die Berechnung der Abschläge für die "Korridorpension" (Nachfolger der klassischen Frühpension) kompliziert: Die Korridor-Abschläge machen 2,1 Prozent jährlich aus. Sie werden allerdings zum jeweils geltenden Verlustdeckel (Höchstabschlag gegenüber dem alten, großzügigeren Pensionssystem) dazuaddiert - und da werden bereits Abschläge von bis zu 4,2 Prozent pro Jahr fällig.

Im Sozialministerium, das seitens der SPÖ für die Verhandlungen mit der ÖVP über Sparmaßnahmen im Pensionsbereich zuständig ist, wollte man den Vorschlag des Pensionistenverbandes mit Verweis auf die laufenden Gespräche nicht kommentieren. Ziel sei, ein "gemeinsames Ergebnis" mit dem Koalitionspartner. Auch im Büro von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) gab es dazu keine Stellungnahme: "Wir kommentieren das nicht."

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Roman Valent1
 
00
23.4.2012, 08:52
50+ und Schluss

.. es gibt auch für "gesunde" Ältere, die ihren Arbeitsplatz verloren haben keinen Arbeitsmarkt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was das für die Betroffenen heißt, welchen langen und verzweifelten Weg sie gehen müssen, das muss man sich einmal vorstellen...

Markus Alexander
00
Die SPÖ hat hier Recht.

Es gibt nämlich für (schwer)kranke Menschen 50+ keinen Arbeitsmarkt und 72% (bei Arbeiterinnen sind es 80%) der Invaliditätspensionisten kommen aus einer aussichtslosen Langzeitarbeitslosigkeit. Es wäre sinnvoll, wenn man sich das Papier der Sozialpartner aus Bad Ischl zu dem Thema durchlesen würde. Das Problem ist der Arbeitsmarkt, den es nicht gibt, und nicht das Pensionssystem.

Walter Bimini
04
der größte frühpensionierer ist der staat österreich selber

Herbert Novak1
01
Die SPÖ hat gut gemeint, aber rechtlich schlecht formuliert

Die SPÖ hat gut gemeint, aber rechtlich schlecht formuliert. Man braucht nur die Verdienstkurve verflachen und die Steuer und Abgabe zu Gunsten von älteren Menschen umgestalten, dann erleidigt sich das Problem. Die Älteren werden leichter zum Job kommen. Ein ganz einfaches Beispiel, wenn die Regierung statt einen älteren Arbeitssuchenden jährlich über 17000€ zu zahlen (max. Arbeitslosengeld) verlangt nur die Hälfte der Abgaben (Anstatt 33000€ nur 16500€, Durchschittliche Abgabe), dann ist für die Arbeitsgeber klar, wen sie suchen.

MiazGoHome
00
lose - lose - lose - lose - win

und wer hat was davon?
- der staat nichts, denn der hat weniger einnahmen.
- die alten nichts, denn die bekommen nicht mehr gehalt.
- die jungen nichts denn die haben eine höhere arbeitslosenrate.
- die KMUs haben so wenige AN das sich das kaum bemerkbar macht.
- die großen konzerne die ohnehin schon zu wenig steuern bezahlen müssen für die gleiche leistung noch weniger bezahlen.

QUANTUM
00

die werden doch nicht dem wort 'sozial' in ihrer bewegung gerecht, oder doch?

wird auch zeit. jetzt fehl nur noch eine fta in entsprechender höhe.

</ lustig>
00
Wie kann es sein, daß Unternehmen

Arbeitnehmer in die Frühpension schicken?

Majestix
 
00
Gar nicht. Reine Propaganda.

Die Firma kündigt den Arbeitnehmer - dieser sucht um Frühpension an. Eine Firma kann niemanden in Frühpension schicken. Der Antrag muß ausnahmslos vom Arbeitnehmer kommen.
Die SPÖ meint, Arbeitgeber sollen daran gehindert werden, ältere Arbeitnehmer zu kündigen. Defacto ist eine Kündigung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers für Mitarbeiter über 50 gar nicht möglich (extrem arbeitnehmerfreundlicher Kündigungsschutz). Ohne Zustimmung geht also gar nichts. Ich kenne allerdings wenige Arbeitnehmer, die einer Kündigung (die ein finanzielles Zuckerl mit sich bringt) ablehnend gegenüber stehen.

Nardon
00
15.1.2012, 12:40
Wie

Ahnungslos sind sie eigentlich.
Schauen sie sich doch mal die Zahlen bei den Beamten an.
Diese werden/wurden tatsächlich vom Arbeitgeber in die Frührente "geschickt".

hinterlistigetigerente
00
ICH BIN WÜTEND!

Erwin Wolfram
10
...

... als vorbild nennt er sich selbst, den staat... er fuehrt also mediale selbstgespraeche...

the bugger_off
00

wohlmut ist "der finnische staat" ??!

Karl85
 
31
Dann einmal die Dienstordnungen Roter Betriebe durchchecken..

..dort gibt es zB ein den DO der recht rot durchwachsenen Sozialversicherung den von tiefroten Betriebsräten und ebensofärbigen Gewerkschaftern abgenickten Passus, daß erkrankte Angestellte nach 4-monatiger Krankheit automatisch um Pensionierung anzusuchen haben, trotz Recht auf Entgeltfortzahlung auf ein Jahr. Man muß also nur mit genügend Frechheit und Dauerkopfweh, Burnout, Arbeitsplatzpsychose etc. daheim bleiben.

Karl85
 
10
dann einmal die Dienstordnungen in Roten Betrieben du

hollaro jojojo
05
weg mit dem gesetzlichen Pensionsalter

Wozu wird das staatlich vorgeschrieben, wann man in Pension zu gehen hat?
Einfach ehrlich versicherungsmathematisch die Pensionshöhen durchrechnen und fertig. Was wiegt das hats.
Dann kostet der Allgemeinheit ein frührerer Pensionsantritt nicht mehr. Da dann ein Pensionsantritt mit Anfang 50 zu gewaltigen Abschlägen führt werden sichs viele wohl doch überlegen.

QUANTUM
00

artikel gelesen? anscheinend nciht

grasser prasser
06
Die meisten Frühpensionisten sind doch eh Beamte

Und wer kommt da wohl für die Kosten auf?
Eh nur de Steuerzahler.

RoGo
00
Wobei ein Beamter im Ruhestand trotz allem weniger kostet als wenn er noch aktiv ist

Und dabeides, der Aktivgehalt und der Ruhegenuss, voll vom Staat bezahlt werden, ist ein "frühpensionierter" einfach billiger als ein aktiver!

kurz und bündig
00

....und wer bitte bezahlt seinen nachfolger....?

also...
04
Der SP-Politiker fordert "ein Ende der Hetzkampagne gegen ältere Menschen" und eine Regelung nach finnischem Vorbild. Demnach hätten die Betriebe die Kosten zu übernehmen, wenn sie ältere Dienstnehmer "frühzeitig zwangspensionieren".

Das ist der einzige richtige, sozial gerechte und humanistische Ansatz!
Die SPÖ sollte auf Wohlmuth hören, wenn sie nicht weitherhin durch unfaire, sozialdarwinistische Sparmaßnahmen an Glaubwürdigkeit und Reputation verlieren will.

V.a. der derzeit menschenverachtende und konzeptlose Missbrauch an älteren, unvermittelbaren und schwer Erkrankten, die durch politisch diktierte Quoten, Fehlgutachten und Erpressungen oft jahrelang zw. AMS und I-Pension routieren müssen und wie Verbrecher vor ein Sozialgericht gezerrt werden, könnte sonst als größte Schande in die Geschichte der Sozialdemokratie eingehen.
So weit hat man es mit den Sparmaßnahmen am Rücken wehrloser Kranker und dem Ziel, "gemeinsames Ergebnis" mit der ÖVP schon gebracht!

</ lustig>
01
Warum gibt es bei uns so viel mehr "wehrlos Kranke",

als in anderen Ländern?

luke skywalker
61
Sehr "Weise" was diese Populisten da vorschlagen

dann werden die Betriebe eben reagieren:

"Stelle keinen mehr ein über 50, weil wenn der in die Pension geht, muss womöglich noch Strafe gezahlt werden"

viridisdens
01
schade, dass man arbeitnehmerInnen nicht verkaufen kann, oder?!

frauauswien
03

vielleicht ist es ihnen entgangen, aber es werden sogar kaum noch über 40jährige angestellt und mit 50+ ist man sowieso so gut wie unvermittelbar.

Jehane
00

Richtig. Ein ehemaliger Arbeitskollege wurde mit Anfang 40 gekündigt, weil zu teuer, und trotz knapp 20-jähriger Berufserfahrung hat es Monate gedauert, bis er was Neues gefunden hat - und selbst das war zunächst nicht optimal, weil er nicht fix angestellt wurde und obendrein weniger verdient hat als vorher. In der Firma, für die mein Verlobter bis vor Kurzem gearbeitet hat, werden Leute in dem Alter rausgeschmissen, weil sie zu teuer sind (dabei zahlt die Firma unglaublich schlecht). Und das sind ja keine Einzelfälle.

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