Sozialer Status & Wachstum

Elterlicher Stress beeinflusst Körpergröße der Kinder

3. Jänner 2012, 12:36
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    foto: ap/paul zinken

    Die Körpergröße von Kindern kann als ein sensibler Indikator für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung einer Region herangezogen werden.

Arbeitslosigkeit und sozialer Status der Eltern wirken sich erheblich auf die Körpergröße der Kinder und damit auch auf Lebensqualität und Gesundheit aus

Vor kurzem wurde die deutsche Öffentlichkeit von einer Meldung erschreckt, wonach prekäre Arbeitsverhältnisse zu einer niedrigeren Lebenserwartung führen können.

Dass sich Arbeitslosigkeit und sozialer Status der Eltern auch erheblich auf die Körpergröße von Kindern und damit auch auf Lebensqualität und Gesundheit auswirken, konnten nun Jörg Baten von der Universität Tübingen und Andreas Böhm vom Landesgesundheitsamt Brandenburg in einem Forschungsprojekt zeigen.

Forschung an 250.000 Kindern

Die Wissenschaftler untersuchten, inwiefern eine hohe Arbeitslosigkeit in der Region oder eine hohe Abwanderungsrate, das Wachstum von Kindern im Zeitraum 1994 bis 2006 beeinflussten.

Die Daten wurden im Zuge der Einschulung von Erstklässlern erhoben. Dabei konnte nicht nur die Körpergröße, das Alter und das Geschlecht von über 250.000 Kindern dokumentiert werden. Es wurden auch sozioökonomische Daten beispielsweise zum beruflichen Status der Eltern, deren Ausbildungsniveau sowie Anzahl der Kinder und Anzahl der Erwachsenen je Haushalt erfasst.

Dabei betonen die Forscher, dass die Körpergröße als Indikator nur für Durchschnitte einer großen Anzahl von Körpergrößen gilt. Die geringe Körpergröße eines einzelnen Menschen sagt nichts über das Wohlergehen aus, weil es eine breite genetische Streuung gibt.

Psychologischer Stress und Frustration maßgeblich

Anhand der ermittelten Daten zeigen Baten und Böhm, dass die Arbeitslosigkeit der Eltern einen signifikant negativen Einfluss auf die Körpergröße ihrer Kinder hat. Das mit einer Arbeitslosigkeit einhergehende geringere Einkommen scheint jedoch eine weniger bedeutende Rolle zu spielen, als psychologischer Stress und Frustration der Eltern. Diese Faktoren könnten zu einer Vernachlässigung der Kinder bezüglich ihrer Versorgung führen.

Auch die Abwanderungsrate als ein Maß für die wirtschaftlichen Bedingungen eines bestimmten Gebiets wirkt sich negativ auf die Körpergröße der Kinder aus. Da vor allem die gebildetere Bevölkerungsschicht eine Region in der Folge schlechter Bedingungen verlässt, bleiben die weniger Gebildeten zurück. Da Familien mit gebildeten Eltern in der Regel auch mehr Wert auf eine gesunde Ernährung und medizinische Versorgung der Kinder legen, entwickeln sich diese besser und werden größer.

Kein Nachteil bei Alleinerziehern

Von besonderer Bedeutung scheint das Ausbildungsniveau der Mutter zu sein, da sich diese in der Regel an erster Stelle um Belange wie Ernährung und Versorgung der Kinder kümmert. Die Autoren stellen jedoch fest, dass Kinder von Alleinerziehenden bezüglich ihrer Körpergröße keinen Nachteil gegenüber Kindern aus Familien mit zwei Elternteilen aufweisen.

Ein positiver Einfluss auf die Größe der Kinder zeigt sich allerdings, sobald drei oder mehr Erwachsene im gleichen Haushalt leben, also wenn beispielsweise zusätzlich Großeltern vor Ort sind, die die Versorgung der Kinder mit unterstützen.

Fazit

Die Körpergröße von Kindern wird negativ durch die hohe Arbeitslosigkeit der Eltern beeinflusst. Dieser Effekt bleibt auch nach der Kontrolle durch andere mögliche Faktoren bestehen. Die Körpergröße von Kindern kann als ein äußerst sensibler Indikator für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung einer Region herangezogen werden. (red, derStandard.at)

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14 Postings
Kra Wuzikabuzi
00
dass kinder, die nicht ordentlich essen, evtl nicht so schnell/gross wachsen...ok

aber dass alle bolivianer einen riesen stress haben, glaube ich eher nicht...

Utrillitn
00
"sensibler Indikator"

Dabei geht es nicht um die Einzelperson. Es geht um die Auswertung einer Bevölkerungsstatistik.
Und man könnte dann eventuell sagen: diese Gruppe steht unter Stress.

C18H27NO3
02
vielleicht verstehe das ja nur ich nicht

aber was heisst "wirkt sich negativ auf die körpergröße aus"? Wenn ein 6-jähriger 2 m groß ist dann würde ich das als genauso negativ empfinden als wie wenn ein 15-jähriger 1 m groß ist.
Sind die kinder nun kleiner oder größer?

Conan der Knusperkönig
03
Kleiner Tipp an die Redaktion: Der Begriff „Signifikanz“ hat in der Statistik eine völlig andere Bedeutung als in der Alltagssprache (auch im Englischen)

-) In der Alltagssprache steht ein „signifikanter Zusammenhang“ für einen starken Zusammenhang.
-) In der Statistik steht ein „signifikanter Zusammenhang“ für einen aussagekräftigen (=gesicherten) Zusammenhang, was aber noch nichts über dessen Stärke aussagt.

Ein Beispiel:
Wenn nun Millionen Kinder aus wohlhabenden Familien durchschnittlich 120 cm groß wären, und ebenso viele aus ärmeren Familien durchschnittlich 119 cm, dann wäre dieser Zusammenhang hoch signifikant, aber trotzdem vernachlässigbar schwach.

In diesem Lichte hat diese Studie vielleicht eine andere Aussage als zuvor...

Ihr Knusperkönig

Simplicius Simplicissimus
05
Die Massei ...

... sind vollbeschäftigt? Die Pygmäen nicht?

Erstversuch
01
Statistiken über bevölkerungen haben KEINE Aussagekraft für Einzelpersonen

Gunslinger
02

will der standard uns mit solchen "artikel" testen, ob wir echt jeden hühnerfurz glauben?

himmel, net amoi die kronen zeitung würd so an dreck abdrucken...

ganzsichernicht
 
11
a sooa schaas!

wissenschafter haben allen ernstes nix besseres zu tun?? kommen mir vor wie die "rassenforscher" des dritten reiches! wenn in zukunft etwa jemand "nur 165cm" ist, schließt man dann auf sein elternhaus?? wenns so gedacht wurde, na gute nacht! und d e n vorteil übersehen die "wissenschafer": dass die evolution sich auch auf des nahrungsangebot einstellt, und unsre mainstreamernährung ist nicht das gelbe vom ei, sind uns wahrscheinlch "die kleinen" haushoch überlegen..die brauchen weniger ressourcen.

Utrillitn
10
"nix besseres zu tun"

Sie offenbar auch nicht.

Reginald Barclay
01
Also darum ..

.. ist mein Altvorderer so gross, im Vergleich zu seinen Eltern.

Weil seine Eltern so extremer Narzissten war (und damit auch noch erfolgreich).

Verstehe.

Und ich bin mittelklein. Aus unerfindlichen Gründen auf den mm genau zwischen meinen Eltern. Das hat sicher nix mit Genen und Ernährung zu tun.

Mann40
31

die untersuchenden Wissenschaftler sind wahrscheinlich ebenfalls (geistige) Winzlinge, was für eine schwachsinnige Studie.

wider die dummheit
10
bevor man schreibt,

erst einmal nachdenken:
Solche Untersuchungen und Forschungen können durchaus Sinn haben - um zB. einen Indikator über die tatsächlichen Auswirkungen von Stress und Arbeitsbelastung zu erhalten und diese Kennwerte in anderen Studien einsetzen zu können ....

Mann40
00

diese Studie ist der absolute Schwachsinn und erinnert fatal an nationalsozialistische "Wissenschaft"; Stress und Belastungsuntersuchungen samt dazugehöriger Indikatoren gibt es bereits zu Hauf...

P.S: Persönliches hat in einer Dikussion nichts verloren, oder wollen Sie mir unterstellen, dass ich nicht nachdenke bevor ich poste?

Mathias Mendez
01

Meine Frage ist:

Wirkt es sich auch auf die Körpergröße Erwachsener aus? :)

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