Zehntausende schwören Kim Jong-un die Treue

5. Jänner 2012, 11:13

Südkoreanisches Reiseverbot aufgehoben - Drei Nordkoreaner bei Fluchtversuch erschossen

Pjöngjang - Zehntausende Nordkoreaner haben bei einer Massenkundgebung dem Sohn des verstorbenen Machthabers Kim Jong-il, Kim Jong-un, die Treue geschworen. Sie versammelten sich am Dienstag auf dem verschneiten Kim-Il-sung-Platz in der Hauptstadt Pjöngjang.

Sie riefen auf Transparenten zur Loyalität für Kim auf. Ob der designierte Nachfolger des am 17. Dezember verstorbenen Kim Jong-il an der Kundgebung teilnahm, war nicht klar.

Ein ranghohes Mitglied der regierenden Partei der Arbeit Koreas (PdAK), Mun Gyong-dok, sagte laut Fernsehnachrichtenagentur APTN den Teilnehmern der Kundgebung: "Der Sieg, eine mächtige und wohlhabende Nation aufzubauen, ist sicher, solange es die weise Führung des angesehenen Genossen Kim Jong-un gibt." Die Veranstaltung wurde von Ministerpräsident Choe Yong-rim angeführt.

Das Staatsfernsehen strahlte am Dienstag auch Bilder von einem Besuch Kims auf einem Militärstützpunkt aus. Er wurde dort am Sonntag von jubelnden Soldaten empfangen, die seinen Namen riefen.

Kim Jong-un gilt als designierter Nachfolger seines Vaters. Er wurde bereits zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte des Landes ernannt. Dies wird als klares Signal gewertet, dass er seine Macht festigen kann.

Reisen zugelassen

Nach dem Ende der Staatstrauer in Nordkorea lässt Südkorea wieder Anträge für Reisen ins kommunistische Nachbarland zu. Das vorübergehende Reiseverbot sei aufgehoben worden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Vereinigungsministerium in Seoul. Reiseanträge würden wieder bearbeitet.

Die Regierung in Seoul hatte kurz nach der Nachricht über den Tod Kim Jong-ils ein Reiseverbot für Nordkorea verhängt. Eine Ausnahmeregelung hatte für den innerkoreanischen Industriepark in der Grenzstadt Kaesong in Nordkorea gegolten. In Südkorea müssen alle Reisen in das Nachbarland genehmigt werden.

Unterdessen sind bei einer versuchten Flucht von Nordkorea nach China nach Angaben eines Aktivisten drei Nordkoreaner erschossen worden. Die drei Männer im Alter von rund 40 Jahren hätten versucht, das Land über den Grenzfluss Yalu zu verlassen, sagte Do Hee-youn der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Menschen, die auf chinesischer Seite gewartet hätten, um den Flüchtlingen zu helfen, hätten die Szene beobachtet. Die nordkoreanischen Grenzsoldaten hätten die Leichen anschließend weggebracht.

Do nannte es sehr "selten", dass nordkoreanische Grenzbeamte sofort das Feuer auf Bürger eröffnen, die zu fliehen versuchen. Aktivisten befürchten daher, dass Nordkoreas Behörden ihr Vorgehen verschärften, um nach dem Tod von Machthaber Kim Jong-il Flüchtlingswellen zu unterbinden.  (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
PjotrV
00
Reiseanträge würden wieder bearbeitet.

Südkorea - Demokratie - Freiheit.

geht das:) fürunsalle?
 
10

Hundertausende schwören Kim Jong-di Untreue!

Marquis de Sade
 
011

schwören Kim Jong-un Treue oder
schwören Kim-Jong Untreue?

...man kann nur auf einige Verwechslungen hoffen

Feuervogel
 
232
Schon beeindruckend

wie geschlossen das Volk hinter der sozialistischen Avantgarde steht. Das sollte bei uns einmal sein. Aber bei unseren Politikern? hüstel. Ich meine jetzt nur, wenn der Sozialismus irgendwo wirklich geworden ist, dann in Nordkorea. So soll es sein. Der Ami soll sich nur giften. Hilft ihm alles nichts.

Petzi Tastenwähler
10

Sozialismus <> Sozialdemokratie.

Nordkorea <> Demokratie.

Peacefaktor
00
also ich finde so etwas eher beängstigend

Millionen arme, hirngewaschene Leute, die für jemanden, der sie ausbeutet ihr Leben lassen würden?
Schauder laufen mir da über den Rücken.

Ich kann auch ehrlich schwer beurteilen, wie ehrlich diese Kundgebungen sind, denn es gibt ja auch genug Leute, die von dort flüchten wollen, aber daran gehindert werden.

Dort ist wohl eines der paar Freiluftgefängnisse dieser Welt. Das zu unterstützen erscheint mir durch und durch suspekt.
Generell sind diktatorische Systeme doch abzulehnen, und mit der Freiheit scheint es mir dort nicht so weit her. Ist schon die Manipulation hier ein Wahnsinn, aber gegenüber dort wohl ein Kindergeburtstag...

Zombieland
02

Auf der einen Seite versteh ich Ihren Standpunkt der der eines überzeugten Kommunisten ist(ja Freunde das gibts steht nicht im Museum sondern existiert real!!!).

Auf der anderen Seite verweise ich auf gezielte Manipulationen der Massen, Folter(im Metall baden gehen!), und absolute Dekadenz der Obrigkeit. Meiner Meinung gleichen diese Dinge die Vorteile die so ein System hat mehr als nur aus, aber im Negativen!

Lionel Cosgrove
02

von wo sind den sie entlaufen?

Dazu folgendes:
04

Ich hoffe für Sie, dass Sie ein Troll sind, dem langweilig ist. Ansonsten bitte ich sie, sich zu bilden.

Vera Rschung
 
00
Freunde der demokratischen Volksrepublik Nordkorea

Das gibt es: http://www.nordkorea-info.de/

Besonders skurril das Forum
http://www.nordkorea-info.de/forum/

Michail Bakunin
03

Warum in die Ferne schweifen? In Kärnten gab es 2009 eine Ausstellung zur "Widerlegung der Lügenpropaganda über Nordkorea" im Landhaus (!), die vom damaligen BZÖ-Landtagspräsidenten (!) eröffnet wurde. Der Fotograf, der die Ausstellung mit Nordkorea- Fotografien gestaltete, hatte sie mit Begleittexten versehen, in denen von der „imperialistischen, amerikanisch-jüdischen Lügenpropaganda“ schwadroniert und Nordkorea als ein Land gepriesen wurde, in dem es „keine Ausländer, keine Asylanten, kein Gesindel in den Straßen, keine Arbeitslosen, keine Bettler oder Betrunkenen“ gebe. Das Monument des Dynastiegründers Kim Il-Sung wurde mit dem Begleittext „die rechte Hand wie zum deutschen Gruß erhoben“ versehen.

Eigentlich völlig unglaublich...

vheissu
00

Beneidenswerte Nordkoreaner!

Hermine Berg
 
12
mit der kalaschnikov im ruecken wuerden sogar Sie

dem George Bush oder dem Stalin treue schwoeren, wetten?

Dani B.
00

jugendliche verwirrung und lust am trotz, nichts weiter.

DD1981
05

Wärs Ihnen lieber die Politiker entscheiden sich dazu Soldaten vor jedes Haus zu stellen und dann zu sagen "Strache ist ab jetzt der Chef, wer was dagegen hat wird weggesperrt oder erschossen"?

n m
14

Ich hoffe, Sie meinen Ihr Kommentar ironisch; es würde mich wirklich wundern, wenn Sie tatsächlich glauben würden, dass das gesamte Volk geschlossen hinter Kim-Jong-Il resp. jetzt Kim-Jong-un steht? Haben Sie wirklich nicht mitbekommen, dass Nordkorea eine Diktatur ist und die Hand des Totalitarismus die Leute so "geschlossen" hält?

The Return TO Earth TO Humanity
00

jaja... man siehts so vil rebillion auf einmal.. jaja vereinzelt gibst natürlich aufständische.. aber eben vereinzelt

frank_the_tank
03

Na dann auf nach Nordkorea!

The Return TO Earth TO Humanity
00

wow "beeindruckend" oder beschämend... so würde ich es nennen....

asinus
01

Ja, das ist der wahre Sozialismus - Atombomben bauen, aber das Volk frisst Gras....Bravo!

Michail Bakunin
01

Ja wer sich Sozialismus als totale Kontrolle über Staat, Politik und Gesellschaft vorstellt - für den oder die mag in Nordkorea "Sozialismus" herrschen. Da sind dann Familienerbfolge des Führers und Militärdespotismus auch schon egal. Auweia. ;-)

http://www.anarchismus.at/texte-zur... ution-1936

Postingname geändert
00
ironie :))

NONE
01

Der Konzernfaschismus in Nordkorea ist stark veraltet.

Der Sinomarxismus ist da viel effektiver.

Ich bin mir nicht sicher ob Nordkorea ewig so weitermachen kann. Einen wirtschaftlichen Aufschwung in dieser Form kann es kaum geben.

Michail Bakunin
10

War die Kärntner FPÖ eingeladen? Oder wenigstens der Herr Bundespräsident?

http://tinyurl.com/7gpv7p9
http://tinyurl.com/ygp826u

G. B. Corner
25
Ordentlich

Was immer auffällt an Nordkorea: Die Demonstranten sind viel ordentlicher unterwegs als bei uns. Die Kleidung ist einheitlicher, der Schritt nicht so schlurfend, die Plakate hübscher, die Fahnen schauen nicht so schnell-und-billig-gemacht aus. Wenn bei uns die Demonstranten auch immer so ordentlich wären, gäbe es weniger Konflikte mit der Exekutive!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.