Fairness-Kampagne

Rücksichtslosigkeit und Wettkampfdenken auf Wiens Straßen im Visier

3. Jänner 2012, 11:46
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    foto: ap photo/frank augstein

    Als negative Klischee wurden vor allem Unachtsamkeit, Rücksichtslosigkeit, Wettkampfdenken, Zeitdruck, Ablenkung (zum Beispiel durch das Handy oder Müdigkeit) sowie fehlerhafte Selbsteinschätzung genannt.

Ursachen für negative Klischees im Straßenverkehr wurden eruiert, Endresultat folgt im Frühjahr

Wien - Die von der Stadt Wien angekündigte Kampagne für mehr Fairness auf den Straßen der Bundeshauptstadt nimmt Gestalt an: Die Grundlagen dafür wurden im Rahmen eines Workshops mit Verkehrsorganisationen und mittels Befragungen von Verkehrsteilnehmern erarbeitet. Unter anderem wurden dort die Ursachen für negative Klischees im Straßenverkehr eruiert. Nun liegen erste Ergebnisse vor, wie aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou zu erfahren war.

Als Gründe für negative Klischees wurden in den Arbeitsgruppen vor allem Unachtsamkeit, Rücksichtslosigkeit, Wettkampfdenken, Zeitdruck, Ablenkung (zum Beispiel durch das Handy oder Müdigkeit) sowie fehlerhafte Selbsteinschätzung genannt. Zu den weiteren Problemen zählt die Unkenntnis von Verkehrsregeln und Rechtslagen. Auch die missbräuchliche Verwendung bestimmter Räume wurde kritisiert - etwa Radfahrer, die auf Gehsteigen fahren, oder falsch parkende Autos.

Zudem wurden in den Arbeitsgruppen auch gängige Klischees definiert. So gelten Fußgänger und Radfahrer zum Beispiel als unberechenbar. Sie könnten sich "alles erlauben", weil sie nicht verfolgt werden können, hieß es dabei unter anderem. Autofahrer würden sich "gewohnheitsmäßig" meist gleich und nicht angepasst verhalten - egal ob sie auf einer Hauptstraße oder einer Wohnstraße unterwegs seien. Motorradfahrer gelten als "wild". Diese Einschätzungen würden von den Medien unterstützt und dadurch verstärkt werden.

Klischees aufbrechen

"Es geht darum, diese Klischees aufzubrechen und für mehr Rücksichtnahme bei allen Verkehrsteilnehmern zu werben", erklärte ein Sprecher der Verkehrsstadträtin den Zweck der Kampagne. Ziel sei es, dass sich die Verkehrsteilnehmer in Wien sicherer fühlen. Eine Verbesserung der Gesamtsituation könne beispielsweise erreicht werden, wenn Verkehrsteilnehmer die Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere reflektieren und wenn sie eine defensive, vernunftbetonte Rolle einnehmen und auf falsches Verhalten richtig reagieren würden.

An der Erarbeitung der städtischen Sensibilisierungskampagne sind unterschiedliche Gruppen beteiligt. So nahmen am Workshop etwa Verkehrsorganisationen wie ARBÖ, ÖAMTC, Verkehrsclub Österreich (VCÖ), IG Fahrrad, die Taxi-Innung oder auch Vertreter der zuständigen städtischen Einrichtungen teil. Auch Verkehrsteilnehmer wurden befragt, zudem wurde die Verkehrssituation in Wien analysiert.

Endresultat im Frühjahr

Die Ergebnisse werden in einem weiteren Workshop zusammengefasst, der in den nächsten Wochen stattfinden soll. Das Resultat dient dann als endgültige Basis für die Entwicklung der Kampagne, mit der schließlich für mehr Sensibilität, Rücksichtnahme und Fairness in Wiens Straßenverkehr geworben werden soll. Plan ist, die Kampagne gemeinsam mit den beteiligten Organisationen umzusetzen. Im Frühjahr soll das Endresultat zu sehen sein.

Die Sensibilisierungskampagne wurde in der Vergangenheit immer wieder mit dem Begriff "Knigge" in Zusammenhang gebracht. Zunächst waren außerdem Meldungen kursiert, wonach vor allem Regeln für rücksichtslose Radler geplant seien. Mit der Aktion, die nun erarbeitet wird, sollen aber alle Verkehrsteilnehmer vom Rad- bis zum Autofahrer angesprochen werden, wie im Rathaus betont wurde. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 201
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Mr XY
00
10.1.2012, 01:52

Angst Schuld an einer schweren Verletzung eines Menschen zu sein.
Bzw. sich zu freuen Anderen ein flüssiges Vorrankommen zu ermöglichen. Wir sind der Verkehr.

Mr XY
01
10.1.2012, 01:43

Endlich darüber red ich mir seit 15 Jahren den Mund fusslig.

Rosa Grün
 
01
open space?

äh, spannend, wird dabei etwas rauskommen, was nicht schon gesetzlich geregelt wäre? wird etwas NEUES rauskommen, was viele gut finden und woran sie sich zu halten freiwillig bereit sind? ich kann es nicht erwarten.

atomkraft neindanke
31
Stau auf den Hauptachsen und unfreundlicher Umgang mit RadfahrerInnen in den Tempo 30 Zonen! Liebe Autofahrende, ich habe Wien nicht gebaut!

sehr gute Initiative, es wird nun mal immer enger, weil immer mehr Menschen unterwegs sind, es wird vielfältiger, weil immer mehr zu Fuß gehen und mit dem Rad fahren, auch die einspurigen werden noch stark zunehmen, die Trockenperioden sind lang, es ist ja fast nicht mehr kalt, das Einwintern vom Fahrrad ist unnötig!

da heißt es vor allem und für alle: Umlernen!
Manchmal blockiere ich abschnittsweise mit meinem Radfahren die schmalen Gassen in Wien und werde dafür angehupt, ich versteh das nicht, ich habe weder Wien geplant, noch den Parkstreifen rechts und links eingerichtet und will mit meinem Rad auch pünktlich ins Büro kommen!

Was soll ich da tun? Absteigen und schieben? Schuld daran sind die vielen Schleicher, die die Gassln benützen

stoneisland
12
Eine Selbsthilfegruppe für die Vassilaku...?

Nachdem die für die Planung und Verkehr zuständige Stadträtin seit einem Jahr in jeder ihrer Meldung nur Klischees und Intoleranz gegen andersdenkenden demonstriert hat, kommt jetzt jemand plötzlich mit den Workshops für mehr Fairness?! Das ist jetzt zu spät und zu unglaubwürdig. Das einzige richtige wäre noch ihr Rücktritt und eine kompetentere Nachbesetzung

Übrigens, wozu braucht eine Plaungs- und Verkehrstadrätin den Pressesprecher... ist der vollzeit Angestellt? Wenn sie schon von dem Ressort keine Ahnung hat und Auto nicht fahren kann, was für sie die anderen erledigen müssen, habe ich gedacht dass sie mindestens reden kann, aber offensichtlich nicht einmal das. Was macht die überhaupt den ganzen Tag im Dienst...???

Mr XY
20
10.1.2012, 01:45

informieren sie sich, lesen sie nach...

Lex
00
als Wiener der die Stadt liebt

und NIE wo anders leben will muss leider festhalten:

Solange nicht RIGOROS gegen ALLE Übertretungen vorgegangen wird (Auto, Rad, Fußgänger) wird das nichts. Der Wiener ist "i bin i" und "i was wos i tua"..

Wenn man ein "Miteindander" und "Rücksichtsnahme" haben will muss man "finanziell" erziehen was heisst - bei Übertretung - zahlen...

Mr XY
00
10.1.2012, 01:49

Rücksichtsnahme gibt es ja eh überall.
Es geht um die schwarzen Schafe, die vergessen dass Autofahren tödlich sein kann und sich auf genau solche Strafen berufen, aber die Ihnen leider nix bringen wenn wieder ein Radfahrer oder Fussgänger bzw. ein Kind gestorben ist.
Wenn man sich über solche Rücksichtslosigkeit wie mit 50 an einem Schutzweg vorbeifahren obwohl dort ein MEnsch steht aufregt, macht es das nur schlimmer. Man braucht Beruhigung, Aufklärung und Lust und Spass am Miteinander und an einem innovativen, modernen Strassen- und Gehsteig-verkehr in einer Millionen Stadt.

dadahans
 
00
Ohne ARGUS?

Läuft dieser Diskutierklub ohne ARGUS-Radlobby ab?
Ist den Grünen noch nicht aufgefallen, dass die ARGUS mit mehr als 5000 Mitgliedern Österreichweit die größte RadlerInnen-Vertretung ist!?
Steht da etwa Absicht dahinter, weil man es mit der ARGUS mit einer - unter Umständen auch den Grünen gegenüber - sehr kritischen Gruppe zu tun hat?

Lex
00
Keine Bühne

für Extremisten - also ok, dass die ARGUS nicht dabei ist. Wobei zurecht ich fragen muss: Was machen dann der ÖAMTC und der ARBÖ dort???
;-)

SmoothJazz.com
01
Klischees aufbrechen

19-celebs-who-aren-t-too-good-for-public-trans

http://www.thefrisky.com/2011-10-1... blic-trans

Maxengine
00
Viel Glück, ...

Aber ob das gegen den ausgeprägten, rücksichtslosen, Egoismus bestimmter Straßen Verkehrs TeilnehmerInnen hilft, da habe ich persönlich noch so meine Zweifel.

Spätestens wenn der 3te mit geschätzten 140+ kmh im Ortsgebiet! vorbeirauscht werde ich daran denken.

Leider habe ich persönlich zumindest den Eindruck, dass Egoismus und Rücksichtslosigkeit eher immer mehr zunimmt, egal ob im Beruf oder Privat oder auf der Straße.

Wenn jemand freilich 1 x pro Woche in den Bergen einkaufen fährt zur Mitzitant und retour mag der/diejenige andere Erfahrungen haben, mag sein.

Aber da Österreich ja auch ein sehr beliebtes Land zum durchbrausen ist auch für Nicht-ÖsterreicherInnen und die ja bis dato völlige Narrenfreiheit haben ...usw...

nebenerwerbsposter
01

140!? das kann doch nur einer dieser extrem rücksichtslosen radler sein!

badat
13
Es ist kaum abzustreiten, dass der Fahrstil vieler Wiener PKW-Fahrer (gleich vorweg: Ich habe selbst ein Auto, aber ich definiere mich nicht darüber) in den letzten Jahren immer rücksichtsloser geworden ist.

Ist eigentlich kein Wunder, wenn man sich ansieht, welche Gründe einem davon abhalten können, wie ein durchgeknalltes Ego-Schwein zu fahren:
1.) Die Akzeptanz allgemeingültiger moralischer und ethischer Grundsätze, z.B. dassman kein Recht hat, andere Menschen in Gefahr zu bringen, bloß um schneller zu fahren oder "Spaß" zu haben.
2.) Angst vor rechtlichen Konsequenzen rücksichtsloser Fahrweise
3.) Angst vor den Kosten der Unfallschäden
4.) Angst um die eigene körperliche Unversehrtheit

Forts.folgt

badat
17
Forts.:

Tja: Ersteres ist in der neuen Leitkultur "Fundamentalistischer Egoismus" nicht mehr in, vor zweiterem fürchtet sich in einem Land, in dem man so gut wie nie in eine Verkehrskontrolle kommt und die Strafe für das Totfahren eines Kindes unter Medikamenteneinfluß 9000€ beträgt, niemand. Der dritte Punkt ist durch Haftpflichtversicherung un Vollkasko nicht mehr existent und derletzte Punkt fällt für viele in den so sicheren modernen Autos flach, erst recht durch die vorherrschende Designlinie "Stadtpanzer für Angsthasen".

Forts. folgt

badat
48
Forts.:

Man braucht sich nicht wundern und da mir kein westeuropäisches Land einfällt, in dem die Politik eine derartige Angst vor Massnahmen gegen Rücksichtslosigkeit hat (anscheinend denken die Politiker, dass jeder Führerscheinbesitzer sofort FPÖ wählt, wenn er öfter als einmal alle drei Monate eine verkehrspolizeiliche Amtshandlung miterlebt), wird sich da auch nichts ändern.
Natürlich fahren auch genug Radfahrer komplett irr durch die Gegend, aber das Schadenspotential bei 1500kg und 50km/h ist mehr als 150 Mal so hoch, wie bei 100kg und 15km/h (hallo, kinetische Energie!).

Chocoholic
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Mir als fussgänger am gehweg sind wiederum die Autos weniger wichtig,

Weil die zu 99.99999999999% mich am Gehsteig nicht behindern, sondern daa sind hauptsächlich Radfahrer. Interessant, dass Ihnen das in Ihrer Ausführung abhanden gekommen ist.

badat
05

Seltsam, als begeisterter zu-Fuß-Geher bin ich immer schon jeden Tag mindestens eine Stunde unterwegs gewesen und als Jungvater im Moment mit Kinderwagen noch mehr. Ich bin -und das ist wirklich eine ehrliche Aussage- NOCH NIE von einem Radfahrer am Gehsteig behindert worden. Wie soll denn das auch gehen? Stellen die Radfahrer sich bei Ihnen quer, dass sie nicht vorbeikommen? Auch mit dem Kinderwagen hatte ich nie Probleme mit Radlern am Gehsteig, sehr wohl aber auf schmalen Gehsteigen neben Schräg- oder Rechtwinkelparkplätzen, von denen die klassischen "Stadtautos" (SUV, 7er BMW, diversi Kombis, A6, etc.) mit der Schnauze oder dem Heck über den Gehsteig ragen und ihn zur Hälfte blockieren (Heisser Tipp: Hainburger Straße)

Quim Barreiros
00

Ich habe das ebenfalls noch nie erlebt. Man muss aber fairerweise dazu sagen, dass in der Gasse vor meinem Haus mittlerweile durch die Einführung einer T30-Zone, einer Einbahn ausgenommen Radfahrer und Rückbauten der Fahrbahn der Autoverkehr deutlich langsamer geworden ist und daher mittlerweile alle Radfahrer auf der Fahrbahn fahren, und das, obwohl die Gehsteige verbreitert wurden.

Vor 10 Jahren sah man noch den einen oder anderen Radfahrer am (damals noch schmalen) Gehsteig.

Chocoholic
22
Mein gehsteig vor der türe ist genau 1,5m breit.

Mein Mann wurde von einem depperten Trampel, der im Höllentempo an der Hauseinfahrt vorbei raste, beim Aus der Haustür treten fast umgefahren. Hätte er sich nicht zurück genommen, wär die Tante hochkant vor dem grad vorbei fahrenden LKW gelandet. Sie fuhr weiter und an der nächsten uneinsehbaren Hausecke vorbei, ungebremst.

Und natürlich behindern sie mich, wenn sie knapp an mir vorbei fahren, bzw. Hindern sie mich, den Gehsteig so zu nutzen, wie er konzipiert wurde.

Dass ein dillo, der offensichtlich noch nie einen Radfahrer am Gehsteig gesehen hat (bitte woooo wohnen Sie?), das nicht nachvollziehen kann, is mir aber so ziemlich blunzn.

carcharodon carcharias
00
29.3.2012, 10:15

Wie oft passiert Ihnen das? Ich fürchte Sie wiederholen sich und steigern sich da hinein. Haben Sie wirklich so ein fades Leben dass so eine einmalige "Aufregung" wirklich jahrelang ihren Alltag bestimt? Traurig.

ama2deus
12

ganz so unrecht hat er nicht.

es gibt hie und da personen die mit einem affenzahn am gehsteig durch die gegend brausen damit sie nicht zwischen einem gegen-die-einbahn-fahren und einem umweg wählen müssen.

mich hat auch mal beinahe ein junger mann knapp unter zwanzig über den haufen gefahren als ich um eine hausecke kam.

was mich dabei am meisten geärgert hat, ist, dass ich mich als passionierter sommer-radfahrer in debatten über das radfahren immer wieder für solche rowdies rechtfertigen muss.

badat
00
Naja,

er schrieb ja von "behindern" und darunter versteghe ich jetzt eher im Weg stehen. Natürlich, rücksichtslose Radfahrer gehören genauso aufgehalten und gestraft aber man muss auch die Relation im Auge behalten: Der Anteil des PKW-Verkehrs am Modal Split ist aktuell 5x so hoch wie der des Radverkehrs. Wären die Radfahrer zumindestens genau so rücksichtslos unterwegs wie viele Autolenker, müsste man nach durchschnittlich jeder fünften brenzligen Situation mit einem PKW (zB Missachtung von Zebrastreifen) eine mit einem Fahrrad haben. Das ist definitiv nicht der Fall.

ama2deus
10

naja, unter behindert kann man schon auch verstehen, wenn jemand an einem vorbeifährt - was mangels platz ja schwer geht.

man muss auf alle fälle die relation im auge behalten.

wichtig ist: es gibt rowdies.

mit welchem verkehrsmittel die rowdies unterwegs sind ist absolut irrelevant. wichtig ist, dass sie sich falsch verhalten.
das vergessen viele aus dem auge.

aber wie gesagt, hat der vorposter nicht ganz unrecht, dass zu den rowdies auch radfahrer gehören.

Arne Karlsson
09
Ernstgemeinter Tipp an Stausteher

Die Erfahrung im Stau zeigt, dass wir um keine Minute früher ankommen, auch wenn wir aggressiv stauen - dafür aber umso gestresster. Dazu noch - vor allem morgens - alle 3 Minuten die Zeitansage im Radio, die uns noch mehr unter Druck setzt.

Mein Tipp: ein Hörbuch einlegen und schon ist man in einer anderen Welt, wird weder von Werbung noch von präpotenten Moderatoren genervt, kann sich tatsächlich entspannen, hört zu und geniesst den Stau regelrecht wenn das Hörbuch spannend ist. Probiert es aus, es funktioniert tatsächlich.

Aber achtung - bei flüssigem Verkehr bzw. auf Landstrassen oder Autobahnen wird man zu sehr abgelenkt, da ist Musik immer noch die bessere Wahl.

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