Nach NATO-Angriff

Pakistan stellt Zusammenarbeit mit USA auf den Prüfstand

3. Jänner 2012, 11:18

Nach tödlichem NATO-Angriff an Grenze zu Afghanistan Forderung nach "neuen Regeln"

Islamabad - Nach dem tödlichen NATO-Luftangriff auf pakistanische Soldaten im Grenzgebiet zu Afghanistan will Pakistan die Zusammenarbeit mit den USA auf den Prüfstand stellen. Die Kooperation müsse begrenzt werden, sagte ein hochrangiger Armeevertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Künftig solle jede Vereinbarung "schwarz auf weiß" in einem Abkommen festgehalten werden. Wie ein Regierungsvertreter in Islamabad sagte, überprüft auch das Parlament die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Die Beziehungen sollten "transparent" sein, vor allem im Kampf gegen den Terrorismus müsse es "neue Regeln" geben.

Angriff Ende November

Der NATO-Luftangriff an der afghanisch-pakistanischen Grenze Ende November hatte die ohnehin angespannten Beziehungen Pakistans zu den USA zusätzlich belastet. Bei dem Luftangriff wurden 24 pakistanische Soldaten getötet. Der Botschafter Pakistans in Washington, Husain Haqqani, hatte zurücktreten müssen. Dem Diplomaten wird vorgeworfen, die US-Führung in einer geheimen Depesche um Unterstützung für die Regierung in Islamabad gebeten zu haben, sollte es zu einem Militärputsch kommen. Die Affäre war im Oktober ins Rollen gekommen, als ein pakistanischer Geschäftsmann mit Wohnsitz in den USA in einem Zeitungsartikel von der Depesche berichtet hatte. Er sei von Haqqani persönlich damit beauftragt worden, das Schreiben an den damaligen US-Generalstabschef Admiral Mike Mullen zu übergeben, hieß es darin. Mullen hatte Pakistan unter anderem beschuldigt, "die Gewalt nach Afghanistan zu exportieren".

Unter dem früheren Diktator Pervez Musharraf hatte Pakistan von den USA seit 2001 Zuwendungen von weit mehr als zehn Milliarden Dollar erhalten, um den Terrorismus von Al-Kaida und Taliban zu bekämpfen. US-Senator Mark Kirk hatte Pakistan als "die größte Gefahr für Afghanistan" bezeichnet. Vom Geheimdienst ISI gehe eine "enorme Bedrohung" für die US-Truppen in Afghanistan aus, hatte der republikanische Politiker und Inhaber des früheren Illinois-Senatssitzes von Präsident Barack Obama betont. Im Streit um den US-Einsatz zur Erschießung von Osama Bin Laden im Mai war es zu einem schweren Konflikt zwischen Washington und Islamabad gekommen. In Pakistan war der mächtige militärische Nachrichtendienst Inter-Services Intelligence (ISI) wegen der Kommandoaktion heftig kritisiert worden. Die US-Regierung vermutete, dass Bin Laden Unterstützer bei den pakistanischen Behörden hatte. (APA)

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"auf den Prüfstand"

Mit anderen Worten, die Schmiergeldzahlungen werden geprüft.

Wahrscheinlich wird es zu einer Erhöhung kommen, die USA müssen "Zugeständnisse" machen damit man vor der Öffentlichkeit Härte demonstriert - und dann geht es weiter wie zuvor.

Was ich mich aber frage ist wie irgendjemand behaupten kann das eine Regierung die Interessen der Bevölkerung vertritt, wenn dies derart offensichtlich nicht der Fall ist.

Peacefaktor
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keine Regierung verkraftet es, wenn es zulässt, dass eine andere Nation

einfach Menschen mit Drohnen oder Todesschwadronen töten darf.
Mit diesen mörderischen und unmenschlichen Aktionen offenbahren die US-Politiker nicht nur ihre wahre Fratze, sondern sie bringen damit auch ihre eigenen Verbündeten in die Klemme, denn keine Bevölkerung lässt sich derartiges lange bieten.
So gesehen sorgen die USA selbst, wenn die pak. Regierung nicht reagiert, dafür, dass ihren Verbündeten im eigenen Land der Boden unter den Füßen weggezogen wird.
Keine sehr schlaue Taktik, aber das ist Gewalt wohl nie. Gewalt und Krieg sind und bleiben die primitivsten Mittel, um heutige Probleme zu lösen, Krieg und Gewalt lösen keine Probleme, sie schaffen sie erst richtig.
Krieg und Gewalt sind Krankheiten.

Oddo Wolf
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10.1.2012, 17:14

Wie ich es verstanden habe ist der militärische Nachrichtendienst Inter-Services Intelligence (ISI) der Partner der NATO, nicht die pak. Regierung.
Im Allgemeinen glaube ich, wenn die Interessen von Nachrichtendiensten sich mit denen ihrer Regierung decken, das nicht die Norm ist.

Martin Müller10
 
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Die USA und die NATO haben in Pakistan nur gekaufte Freunde!

Die überwiegende Mehrheit der Pakistanis wünscht den USA und der NATO die Pest an den Hals! Genau so verhält es sich z.B. in Saudi Arabien. Über kurz oder lang scheppert es da gewaltig. Auch das Schah-Regime im Iran wurde weggefegt und wie das Beispiel zeigt ist die Nachfolge nicht gerade USA-freundlich.

NONE
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Bin mir nicht sicher mit dem Saud Regime.

Das hält sich seit Jahrzehnten und die USA haben Bodentruppen die auch gegen Aufständische eingesetzt werden könnten.

Ausländische Truppen haben generell weniger Hemmungen rabiat vorzugehen. Und die Saudis haben viel Geld - ich glaube nicht das es da zu einem Umsturz kommt.

In Pakistan aber sieht die Sache anders aus.

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