An wen werden wir unsere Luftüberwachung outsourcen? Günther Kräuter möchte die Eurofighter verkaufen
An wen werden wir unsere Luftüberwachung outsourcen? Der SPÖ-Parteisekretär Günther Kräuter, nie verlegen um originelle Vorschläge ("keine Sozialleistungen für Reiche"), möchte im Zuge des Sparprogramms die Eurofighter an andere EU-Staaten verkaufen und die Mini-Luftüberwachung von Nachbarn übernehmen lassen.
Okay, gehen wir es durch: Slowenien? Tschechien? Slowakei? Italien? Ungarn? Deutschland? Das sind alles Mitglieder der Nato, auf die die SPÖ bisher immer allergisch reagierte. Slowenien hat überdies keine Kampfflugzeuge. Außerdem ist ein Aufstand der Kärntner zu erwarten, ebenso wie ein Tiroler Aufstand im Fall Italiens. Deutschland, na ja: Dann toben die britischen Boulevardblätter mit Titeln wie "Heil Kräuter! New Anschluss!" Ungarn ist unter Viktor Orbán gerade mit Volldampf in Richtung Bonaparte / Hugo Chávez unterwegs.
Bleibt die Schweiz. Gegen ein angemessenes Entgelt wären die Eidgenossen sicher bereit, nicht nur die Luftsicherung, sondern gleich das ganze Bundesheer zu übernehmen. Darabos, der kreative Rechenkünstler, sollte das überprüfen lassen.
Die Eurofighter waren mit einiger Sicherheit ein korruptionsumwitterter Fehlkauf. Aber wie die SPÖ-Zentrale mit staatsrelevanten Themen - Bundesheer, Budgeteinsparungen, ORF - umgeht, ist nur mit einer Mischung aus Übermut und Unbedarftheit zu erklären. (DER STANDARD, Printausgabe, 3.1.2012)