Aufgeklärt

Außerirdischer Quasikristall

2. Jänner 2012, 21:08
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    foto: museo di storia naturale

    Bruchstück jenes Felsbrockens aus Sibirien, der - als einziges bekanntes Mineral - winzige Quasikristalle enthält.

Das rätselhafte Mineral aus den Koryak-Bergen dürfte das Überbleibsel eines Meteoriten sein

Washington/Wien - Quasikristalle sind seltsame Strukturen - so seltsam, dass der israelische Forscher Dan Shechtman, der für ihre Entdeckung im Jahr 1984 vor wenigen Wochen den Nobelpreis für Chemie erhielt, viele Jahre lang gegen erbitterten Widerstand von Kollegen um ihren Existenzbeweis kämpfen musste. In Quasikristallen sind Atome oder Moleküle nämlich in einer scheinbar regelmäßigen, tatsächlich aber aperiodischen Struktur angeordnet.

Shechtman machte seine Entdeckung an Metalllegierungen, und lange glaubte man, dass Quasikristalle nur künstlich hergestellt werden können. Doch 2009 spürten Forscher in einem im Nordosten Sibiriens gefundenen Mineral namens Khatyrkita eine Quasikristall-Struktur auf (vgl. Science, Bd. 324, S. 1306).

Sofort stellte sich die Frage, wie dieses Gestein mit seinen nanometer-kleinen Quasikristallen entstanden sein könnte. Mehr als zwei Jahre später dürften Forscher um Paul Steinhardt (UniPrinceton) nun endlich die Antwort gefunden haben: Sie berichten im US-Wissenschaftsmagazin PNAS, dass das rätselhafte Mineral aus den Koryak-Bergen das Überbleibsel eines Meteoriten sein dürfte.

Als Bestandteile des Gesteinsfragments identifizierten die Forscher quasikristallartig angeordnetes Eisen, Aluminium und Kupfer, aber auch Silikate und Stishovit, das als Hochdruckmineral bei Meteoriteneinschlägen entsteht. Die Sauerstoff-Isotope wiesen schließlich darauf hin, dass der Meteorit wohl vor 4,5 Milliarden Jahre in unserem Sonnensystem entstanden ist. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. Jänner 2012)

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12 Postings
Captain_Harlock
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Bin ich der einzige hier der Kryptonite denkt?

LinuxFanatic
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12.1.2012, 01:20
Kryptonite ist aber Grün :D

Also solche Steine finde ich genauso auch am Rheinufer jeden Sommer bei Spaziergängen auf dem Damm. Die sehen genau so aus wie im Foto ^^^

Martin Rosenkranz, airpower.at
00
4,5 Milliarden Jahre

ist auch das Alter des Genesis-Steins

http://en.wikipedia.org/wiki/Genesis_Rock

Bernhard Marold
00
4,5 Milliarden Jahre ...

.. das war vor meiner Zeit.

Seimon
01
4,5 Milliarden Jahre...

Der hat mal eine lange Reise hinter sich...

Michael Bakunin
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vielleicht ist er gar nicht so lang gereist, sondern die meiste zeit gelegen. ;-)

Trurl
11

Das scheint mir etwas verwirrend geschrieben.
Zum einen nennt sich das Mineral im Deutschen 'Khatyrkit' (das überzählige "a" stammt wohl noch aus dem Russischen?) und kann Einschlüsse (Al63Cu24Fe13) enthalten, die eine quasikristalline Struktur aufweisen. Khatyrkit (Cu,Zn,Fe)Al2 selbst ist zwar extrem selten, aber ganz normal tetragonal

Christa Kummer <3 <3 <3
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der deutschsprachige

wikipedia artikel dazu ist schlecht...bitte mal den englischen übersetzen und referenzieren mit angegebenen quellen (hier und en:WP), danke!

Trurl
00
Gerne:

Die Übersetzung des englischen Wikipediaeintrages lautet:

"Icosahedrit:
Icosahedrit ist ein kürzlich entdecktes Mineral das 2010 als Mineral anerkannt wurde."

Eine Quelle ist bereits weiter unten verlinkt, die zweite ist die IMA-Liste mit den neuen Mineralen des Jahres 2010:
http://pubsites.uws.edu.au/ima-cnmnc... ls2010.pdf

;)

Trurl
00
Ich muss mich korrigieren:

Das quasikristalline Material (Icosahedrit) tritt als eigenständige Mineralkörner ZUSAMMEN mit Khatyrkit (und Cupalit) auf, nicht als Einschlüsse darin.
http://wwwphy.princeton.edu/~steinh/i... eAmMin.pdf

Belami
016

Ja, Ihre Antwort ist definitiv weniger verwirrend, vielen Dank ...

Trurl
02

Auch wieder wahr...:)

Der link zum PNAS-Abstract oben ist leider ein fail (?), aber hier gibt's eine bereits etwas ältere Arbeit zum Thema:
http://www.physics.princeton.edu/~steinh/B... CIENCE.pdf

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