Erbschaftssteuer

SPÖ-Modell: Erben wird ab 400.000 Euro teuer

2. Jänner 2012, 18:16

Medienbericht: Sieben bis 50 Prozent Steuern - Freibeträge von 500.000 für Ehegatten, 400.000 Euro für Kinder - Verkehrswert als Berechnungsgrundlage für Immobilien

Im Zuge der angedachten Sparpläne ist auch die Diskussion um eine Erbschafts- und Schenkungssteuer neu entfacht. Teile der SPÖ fordern eine Wiedereinführung. Nun will die "Presse" Details der Steuerpläne der Sozialdemokraten in Erfahrung gebracht haben. Im Gegensatz zu der 2007 vom Verfassungsgerichtshof gekippten alten Erbschaftssteuerregelung, sieht das Konzept aber bedeutend höhere Steuersätze und eine andere Berechnungsgrundlage vor. Gravierendste Änderung: Für die Berechnung der Erbschaftssteuer soll bei Immobilien statt dem Einheitswert der meist bedeutend höhere Verkehrswert herangezogen werden. 

Laut "Presse" plant die SPÖ jedoch auch höhere Freibeträge: Für Ehepartner soll dieser bei 500.000 Euro liegen, für Kinder bei 400.000 Euro und Enkel müssen alles über 200.000 Euro Wert versteuern. Insgesamt will man so 500 Millionen Euro an Erbschafts- und Schenkungssteuer jährlich einheben, innerhalb der SPÖ dürfte die Wiedereinführung "mehr oder weniger beschlossene Sache sein", so die "Presse" und beruft sich auf nicht näher genannte SPÖ-Politiker.

Deutsches Modell

Für die Versteuerung der über den Freibeträgen liegenden Vermögenswerte will sich die SPÖ an dem deutschen Erbschaftssteuermodell orientierten, wird ein SPÖ-Politiker zitiert. Diese sehen - je nach Verwandtschaftsgrad und Vermögenshöhe - zwischen sieben und 50 Prozent an Erbschaftssteuer vor. Kinder, Enkel, Eltern und Ehepartner sowie Lebenspartner müssen bei einem zu versteuernden Vermögen zwischen 300.000 und 600.000 Euro beispielsweise 15 Prozent Erbschaftssteuer entrichten, Geschwister müssen bei gleicher Summe 25 Prozent dem Staat abgeben, übrige Erben 30 Prozent.

Innerhalb der SPÖ hat sich vor allem die Wiener SPÖ Michael Häupl gegen eine Erbschaftssteuer ausgesprochen. Sonderregelungen beinhaltet das deutsche Modell bei Immobilien die von Kindern bzw. Partnern selbst bewohnt werden oder bei landwirtschaftlichen Betrieben und Firmen.

ÖVP gegen Vorschlag

Die ÖVP hat sich in einer Aussendung gegen die Ideen der SPÖ ausgesprochen. ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch sieht "ständige Zurufe hinsichtlich neuer Belastungsideen, die wieder nur den Mittelstand treffen würden" als "wenig hilfreich". Eine Wiedereinführung der Erbschafftssteuer sei daher für die Volkspartei "kein Thema", so Rauch. Das Geld aus Erbschaften sei bereits mehrfach besteuert, weshalb die Erbschaftssteuer einer Sondersteuer für den Mittelstand gleichkäme, sagt der Generalsekräter.

Das BZÖ sprach sich ebenfalls gegen Erbschaftssteuer aus. Auch die kolportierte Idee der ÖVP, das 13. und 14. Gehalt höher zu besteuern, lehnt das Bündnis ab. "Auf den ersten Blick seien beide Steuern so konzipiert, dass sie Besservedienende treffen, aber mittelfristig ist nur im Mittelstand jene Summe zu holen, die SPÖ und ÖVP ohne Reformen zur Budgetkosmetik benötigen", so BZÖ-Chef Josef Bucher.

Alte Erbschaftssteuer lief aus

Die alte Erbschaftssteuerregelung sah zwar einen niedrigeren Freibetrag aber dafür auch eine niedrigere Steuerhöhe vor. Im letzten Jahr der Einhebung, 2007, konnte durch Erbschafts- und Schenkungssteuer 111,5 Millionen Euro eingenommen werden. Dabei bezahlt die große Masse jedoch fast nichts. Im Jahr 2007 ging es bei zwei Drittel der Steuerpflichtigen um Vermögen bis zu 7.300 Euro. Diese Gruppe zahlte im Durchschnitt 144 Euro pro Fall. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer wurde in Österreich am 1. August 2008 abgeschafft, davor hatte der Verfassungsgerichtungshof in einer Entscheidung vom 7. März 2007 die Erbschaftssteuer für verfassungswidrig erklärt. Der Verfassungsgerichtshof bemängelte damals die Berechnung der Steuer, da die herangezogenen Einheitswerte nicht der realen Wertentwicklung entsprachen und somit die Erbschafts- wie die Schenkungssteuer "gleichheitswidrig" war. (red, derStandard.at, 2.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2369
Mafia inside
20
Interessant, ie ier die russische und chinesische Mafia und die Stifungen verteiigt werden, aber die vererben nichts weiter und die verkaufn auch nicht. Um die im Bereich Eigentum zu versteuerb muss man den Einhitswert erhöhen.

Warum wehrt sich die ÖVP = Öterr. Verbrecher Partei so gegen eine Versteuerung der Maia ?
Ist da die RAIKA shon so tief im russischen Sumpf verunken. dass die Verbrecher Partei mafiöse Interessen vertreten muss ?

Hubert Ungeist
 
05
Erstaunlich wie die Poster hier die SP verteidigen

und die Erbschaftssteuern.

ALLE diese Verteidiger haben von einer 500K Grenze gesprochen - jetzt sagt die SP 400K - Leuteln verstehts ihr nicht das es dann soweit gesenkt wird das die Mehrheit dran ist?

einemeinung
00
12.1.2012, 19:03
jojo

i fircht mi so.
hab zwar fast nix, aber i fircht mi so...

Hubert Ungeist
 
00
13.1.2012, 04:57
Eh klar das die die nix haben

den anderen was wegnehmen wollen.

Aber keine Angst, sie bekommen trotdem nix, weil es sowieso in der Verwaltung und bei den Wahlprojekten und Lobbies der Politiker hängenbleibt.

DIe einzige Genugtuung die sie haben ist dann das die anderen zumindest weniger kriegen und denen was weggenommen wird

Mafia inside
20
Es ist traurig. dass die Österreichische Verbrecher Partei nur mehr die Interessen der rusishen Mafia =RAIKA vertritt

Offensichtlich hat sich nicht nur der Ex Innenminister Strasser an die Mafia verkauft

eowyn eowyn
02
wenn schon..

ich bin zwar grundsätzlich gegen eine erbschaftssteuer, aber wenn man diese tatsächlich durchführen will - sollte man die freibeträge und die prozente nicht nach verwandtschaftsgrad bemessen...
Das würde auch die Bürokratie dahinter erleichtern, und auf keinen Fall auf den Verkehrswert zurückgreifen sondern den alten Einheitswert bezahlen.

pirat was sonst
02

ich bin zwar nicht grundsätzlich gegen Erbschafts/Vermögenssteuern aber die Freigrenze soll doch bitte das Problem adressieren, dass 0,01% der Bevölkerung ca. 80% des Vermögens besitzen und nicht auf den Mittelstand abzielen.

Bei den Einheitswerten stimme ich Ihnen auch zu, die Bewertung "per Kuvert" ist in einem korruptionsdurchseuchten Land wie Österreich eine Einladung und ein Geschenk an die Banken obendrein.

Klaus M1
02
wen trifft das

90 % des vermögens besitzen 10 % der bevölkerung.

statt endlich bei den reichen den rotstift anzusetzen, trifft diese besteuerung meines erachtens häufig nur die falschen.
ich bin mir sicher, dass grassers sohn hunderte wohnungen erbt, aber 0 Cent dafür bezahlt.

pirat was sonst
03
exakt.

Es gibt sogar Zahlen, wonach 0,01% der Bevölkerung 80-90% des Vermögens besitzen...

Gerade deswegen kann das Motto der SPÖ nicht ernsthaft sein: "Wir sind zu inkompetent und unfähig an diese 90% heranzukommen, also schöpfen wir von den 10% noch mehr ab. "

Das unterscheidet auch die OWS-Bewegung in den USA von unseren linken Spinnern: Die gehen in die Wall Street demonstrieren und danach ins Gefängnis; Unsere SPÖ-Bonzen gehen den Mittelstand melken und dann in Führungsetagen.

mostly harmless
11
Erbschaftssteuer auf Geldwerte

Auf Geldwerte (Bargeld, Konten, Aktien & Fonds) kann, unter Berücksichtigung einer Freigrenze, eine Erbschaftssteuer (progressiv) eingehoben werden. Sachwerte und Immobilien sollten steuerfrei bleiben, allerdings mit einem mehrjährigen Verkaufsverbot belegt werden - ansonsten gleich wie Geldwerte behandelt werden (der Verkaufserlös)
Ansonsten besteht ja wieder die Gefahr, dass Sachwerte und Immobielien zwangsweise verkauft werden müssen, da sich die Erben die Erbschaft nicht leisten können.
Alle anderen Steuern müssen ja sowieso gezahlt werden bzw. sollten ja bereits durch den Verstorbenen geleistet worden sein, oder?

großgoscherter Zwerghamster
41
Aber gerade bei Immobilien und Sachwerten ist am meisten zu holen und herrscht auch die größte Ungerechtigkeit. Mit gleichem Recht könnten sie fordern,

dass Unternehmen keine Gewinne mehr besteuern müssen. Ist ja alles nur zum Wohle von uns allen, wenn dadurch die Arbeitsplätze erhalten bleiben, oder?!

Und wenn eine Firma so marode ist, dass sich der Erbe nicht mal die Erbschaftssteuer aus dem laufenden Betrieb finanzieren kann, dann sollte er eher schleunigst den Konkursrichter aufsuchen, weil sonst begeht er eine Straftat (Konkursverschleppung)!

Freibeträge für unmittelbar Betroffene (Ehepartner, Kinder, die im geerbten Haus nachweislich seit mehreren Jahren leben): Ja! Von mir aus sogar unbegrenzt. Da sollte man nicht kleinlich sein.

Dafür auf alles andere mindestens 25% (so wie die KEST) für direkte Familienangehörige, bis hinauf auf 90% für völlig fremde Personen.

mostly harmless
02
Drum meinte ich ja

mehrjähriges Veräusserungsverbot (so bis zu 10 Jahre, kann ja ins Grundbuch eingetragen werden)
Eigennutzen bleibt somit steuerfrei, Vermietung fällt sowieso in die Einkommenssteuer und bei frühzeitigem Verkauf ist halt Erbschaftssteuer fällig.

großgoscherter Zwerghamster
20
Durchaus ein gangbarer Weg.

Wobei man sich doch auf den Eigennutzen beschränken sollte.

Sonst fällt ja das ganze Immobilienvermögen zB eines Karl Wlascheks darunter. Der vererbt dann 5 Milliarden an seine Kinder und die verkaufen halt 10 Jahre lang nix und drehen der Finanz erst wieder die lange Nase.

Das kann sicher nicht das Ziel eines solchen Gesetzes sein.

Sie dürfen nie vergessen: 1% der reichsten Österreicher besitzen 35% aller Immobilien (10% rund 62%!). Die können sie nicht alle gleichzeitig bewohnen. Deshalb wäre das ja endlich eine Steuer wo ziemlich viel reinkommen würde und genau KEIN kleiner Häuslbauer Angst haben müsste (auch nicht die in Kitzbühl!).

Aber mach das den Dummbeuteln hier mal klar...

Jan Sommer
01
Grossgoschertes blah blah zur Neiderzeugung - wertlos, weil eh alles einer Stiftung oder Firma

gehört.
js

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
43
Hört auf mit euren kleinkarierten Glaubenskriegen ...

Unsere Finanzverfassung verteilt Geld von unten nach oben um. Das ist der Grund warum das reichste Prozent in Österreich ~35% des Vermögens besitzt und die obersten 10% eigentlich eh fast alles. Und bitte kommt mir jetzt nicht mir euren Pseudo-Alpha-Männchen-Scheiß und dieser haltlosen Binsenweisheit, dass nach einer Korrektur alles schnell wieder gleich verteilt sein würde. Erklären sie bitte das einmal einer alleinstehenden Mutter, derer Familienbeihilfe nie erhöht wird. Das meiste ist eh geerbt und die Lieblingsfruchtfolge der Bauern: Weizen, Agrarförderung, Baugrund fällt maximal in den ÖVP-Zentrale unter schwere "Leistung". Bezahlt einfach eure Steuer wie wir auch ...

17+4
00
aber die Umverteilung macht man nicht mit solchen Steuern,

denn wenn, dann wäre das nur die so oft beklagte Einkommenssteuer, allerdings wenn die Abschöpfung hoher Einkommen aufhört beim Immobilienerwerb, beim Erwerb maroder Firmen und solchen Sachen, dann wird nach oben verteilt.
Und zwar, indem man von denen, die diese Abschreibungsmöglichkeiten nicht haben, mehr abkassieren muss, um die Staatskosten doch noch hereinzubekommen.
Die Umverteilung geht vorwiegend über die Steuerabsetzbeträge. Aber das haben die meisten noch immer, werden es auch nie, begriffen.

Standard deviation
12
Frage:

Wenn Sie meinen, dass Bauern sich ihr Geld so leicht
verdienen, warum haben Sie nicht längst Land ge-
pachtet und sind Landwirt geworden?

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
01

weil ich nichts vererbt bekommen habe.

mundll
20
Re Steuergerechtigkeit....ö Verhältnisse

Einheitswert 3,000 Teuro, Verkehrswert 120,000 Teuro.... Wer betrügt offiziell wen....

großgoscherter Zwerghamster
01
Wieso rechnen sie alles in Tausend Euro?

Wer hat schon Immobilien im Wert von 3 Mio. Euro?

Da ist es doch völlig egal ober der Verkehrswert dann 3 Mio oder 120 Mio ist. Wer so reich ist, den kümmert wohl weder das eine noch das andere.

Verstehe ich jetzt nicht.

1x1
02

Na dann: Verkehrswert bestimmen und zahlen. Die paar tausend Beamten, die dafür notwendig sind, beurteilen garantiert überall gleich. Ich persönlich bin gegen zusätzliche Bürokratie.

mundll
20
Ich habe schon einmal geschrieben, der Einheitswert ist ...

von den oberen 10% erfunden.
In Wien für ca. 1,000 m2 76 Teuro, in Deutschland 1400 Teuro, also wer bezahlt hier nichts in Ö!!!!!!!!!
Bei jeder Grundsteuer wird der kleine Häuslbauer enteignet, aber es geht um die Großgrundbesitzer, welche steuerfrei gehalten sollen.

pluralis modestatis
12
Staatsdiener, Steuern und Politiker

60 % Steuer - und Abgabenquote
Inklusive Indirekter Steuern zahlt der Privatangestellte in Österreich ca. 60 % an Abgaben für Staatsdiener.

Beamte und Staatsnahe sind die Profiteure des Systems.

Die Staatsdiener zahlen weniger Abgaben, da keine SV-Beiträge anfallen (dafür wesentlich bessere Ruhensbestimmungen - aus Steuern).

WARUM neue Steuern ?
WARUM keine Rationalisierung des öffentl. Dienstes ?

WARUM keine Sondersteuer nur für Beamte ?

P.S.
Bald wird man über die Abfertigung sprechen - weil keine Beamten davon betroffen sind.

großgoscherter Zwerghamster
95
Schönes Reizthema.

Wenn man sich das Forum hier so durch liest, muss man annehmen, dass hier ausschließlich das oberste Prozent des österreichischen Geldadels postet.

Da ich jedoch davon ausgehe, dass denen das Standard-Forum am Allerwertesten vorbei geht, liege ich mit meiner Vermutung, dass hier viel eher 90% Gehirnamputierte unterwegs sind, wohl richtiger.

Hier gehts um Summen, die für 90% der Österreicher völlig irrelevant sind. Trotzdem spielen sich hier alle als die Rächer der Enterbten auf, als ob die Welt untergehen würde, weil man für die dritte Immobilie endlich mal zur Kasse gebeten wird.

Einfach nur lächerlich das Ganze. Daher: Erbschaftssteuer JETZT! Und zwar mindestens doppelt so hoch wie in diesem SPÖ-Vorschlag. Nur so gehts!

msm
00
Teilweise richtig...

... ein Beispiel, mein Vater baute ein Haus, bezahlte dafür Steuern beim Kauf des Grundstückes, beim Bau, während der Erhaltung, für Reparat., Grundsteuer etc. Das Haus geht einmal an mich, danach in einigen Jahren an meinen Erben. Mit Grundsteuern, Steuern für Rep., erneute Vermögens- und Erbschaftsteuern fallen in 3 Generationen somit mehr Steuern an als das gesamte Haus wert ist, somit ein typischer Fall von Enteignung, SPÖ-like!
..Kommen Sie nun nicht mit geplanten Grenzwerten,
ich bezahlte schon vor Jahrzehnten für einen gebrauchten Mercedes, AW 40.000 ÖS an die 500 ÖS Vermögensteuer p.a.!!!
Dies dient alles nur dazu Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen zu finanzieren, die rote Neidgenossenschaft als Wähler zu ködern

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2369

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.