Vorwürfe gegen schiitische "Unruhestifter"
Riad - Die Justiz in Saudi-Arabien hat Haftbefehle gegen
23 Verdächtige ausgestellt, die an früheren Ausschreitungen zwischen
Schiiten und den Sicherheitskräften beteiligt gewesen sein sollen.
Der Sprecher des Ministeriums, General Mansur al-Turki,
veröffentlichte am Montag im Fernsehen die Liste mit den Namen der
Gesuchten, die er aufforderte, sich den Behörden zu stellen. Er warf
ihnen vor, Pläne ausländischer Staaten in Saudi-Arabien verwirklichen
zu wollen. Ähnliche Vorwürfe richteten sich in der Vergangenheit
gegen den schiitisch geprägten Iran.
Ende November vergangenen Jahres waren in der östlichen Provinz
Katif bei blutigen Protesten vier Menschen getötet worden. 23
Zivilisten und Angehörige der Sicherheitskräfte wurden damals
verletzt. Die Schiiten hatten gegen die Diskriminierung ihrer
Religionsgruppe und für die Freilassung von Gefangenen demonstriert.
In der Ost-Provinz, wo die meisten saudischen Schiiten leben, liegen
die Öl-Vorkommen, die das von Sunniten regierte Saudi-Arabien reich
gemacht haben. Schiitische Aktivisten wehren sich gegen den Vorwurf,
ihre Proteste seien von der Führung in Teheran gesteuert. (APA)