Nanotechnologie

Stabile Molekülteppiche hergestellt

2. Jänner 2012, 16:45

Bei Münchner Methode mit Boronsäure-Molekülen und Wasser können Webfehler noch korrigiert werden

München - Molekulare Teppiche, stabile zweidimensionale Netzwerke aus organischen Molekülen, sind wichtige Bausteine in der Nanotechnologie. Eine große Herausforderung ist es derzeit, diese Netzwerke gleichzeitig mit hoher Qualität und großer Stabilität herzustellen. Einem Münchner Forschungsteam um Markus Lackinger und  Thomas Bein ist es nun gelungen, solche Netzwerke aus Boronsäure-Molekülen herzustellen, gab die TU München bekannt. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Dezember-Ausgabe des Fachmagazins "ACS Nano" beschrieben.

Problem

Bisher war das Problem, dass die fast fehlerfreien Modelle nicht sehr stabil sind, da die Verknüpfung der Moleküle auf schwachen Bindungen wie beispielsweise Wasserstoff-Brückenbindungen oder van der Waals-Kräften basiert. Allerdings haben schwache Bindungsvarianten den Vorteil, dass Fehler in der regelmäßigen Struktur noch während des Selbstorganisationsprozesses behoben werden können, indem sich fehlerhafte Verknüpfungen wieder lösen und sich die korrekten Verknüpfungen ausbilden können.

Belastbare Molekülteppiche hingegen, die mechanisch, thermisch oder auch chemisch stabil sind, entstehen, indem man die Moleküle über starke chemische Bindungen verknüpft. Der Nachteil dabei ist, dass die normalerweise nicht vermeidbaren Knüpffehler wegen der großen Bindungsstärke nicht mehr korrigierbar sind.

Lösung

Die Münchner Physiker haben nun einen Weg gefunden, einen Molekülteppich mit stabilen kovalenten Bindungen ohne größere Webfehler herzustellen. Die Methode beruht auf einer Verknüpfungsreaktion, die aus einzelnen Boronsäure-Molekülen einen molekularen Teppich entstehen lässt. Bei der eingesetzten Kondensationsreaktion werden Wasser-Moleküle freigesetzt. Lässt man die Verknüpfung bei Temperaturen knapp über 100 Grad Celsius in Gegenwart geringer Mengen von Wasser ablaufen, können Webfehler während des Knüpfens nun doch korrigiert werden. Heraus kommt der gewünschte "Zauberteppich": Moleküle in einer stabilen und korrekt angeordneten einschichtigen Struktur.

Durch die wabenartige, gleichmäßige Anordnung des nur eine Atomlage dicken Netzwerks ergibt sich eine nanostrukturierte Oberfläche, deren Poren beispielsweise als stabile Formen für die Herstellung von Metall-Nanopartikeln verwendet werden könnten, so die Forscher. (red)

e_Neutrino
 
00
Nun beginnt wohl eine eifrlge Anwendungssuche,...

.
+ mit Si dotiert evtl. für hauchdünne flexible Solarzellen?
+ für neuartige superflexible molekulare Akkus?
+ für Augen - Reparaturen, nach einer Netzhautablösung?
+ als Molekularsieb selbstverständlich optimal...
+ als mechanisch/elektrostatisch variable optische Filter?
+ Platzhalter/Trägerfolie für atomare Stempel?
+ als Trägerfolie für analysierende Biochips?

+ ... evtl. als Kaffeefilter?... od., lieber nicht ;-)

Quelle, TU - München: http://portal.mytum.de/presseste... 229_111754

Captain Future
01
Gibts auch schon passende Nanoteppichklopfer?

Hayao
02
Nein! Dafür aber das Haustier das draufpinkelt

http://www.uni-stuttgart.de/hkom/pres... erchen.jpg

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