Urnengang in neun Provinzen - Prozess gegen Mubarak in Kairo fortgesetzt
Kairo - In Ägypten beginnt am Dienstag die dritte und letzte Etappe der Parlamentswahl. Gewählt wird in neun Provinzen - auch auf dem Sinai, wo das Tourismusgewerbe seit dem erzwungenen Abgang von Präsident Hosni Mubarak im Februar viel Geld verloren hat. Wie schon bei der Wahl in den anderen Provinzen haben die Bürger auch diesmal wieder zwei Tage Zeit, um ihre Stimmzettel abzugeben.
Eine Woche später folgt dann die Stichwahl in allen Bezirken, in denen niemand die absolute Mehrheit erreicht hat. Nach den bisherigen Wahlgängen liegen die sogenannten moderaten Islamisten, die Muslimbrüder, vorne, gefolgt von den radikalen Islamisten, den Salafisten. Die Liberalen spielen nur eine marginale Rolle.
Prozess gegen Mubarak fortgesetzt
Derweil ist am Montag der Prozess gegen den im Februar vorigen Jahres
nach wochenlangen Massenprotesten zum Rücktritt gezwungenen
Präsidenten Hosni Mubarak fortgesetzt
worden. Das Staatsfernsehen zeigte, wie ein Krankenwagen den
83-Jährigen, der seit 1981 an der Macht gewesen war, zur
Polizeiakademie am Rande von Kairo fuhr, wo die Verhandlungen aus
Sicherheitsgründen stattfinden. Mubarak wurde auf einer Bahre in den
Gerichtssaal gebracht.
Der Prozess gegen Mubarak hatte am 3. August begonnen. Dem
früheren Machthaber werden die Anordnung von Gewalt gegen
Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Bei
den Aufständen vor einem Jahr waren rund 850 Menschen getötet worden.
Mubarak befindet sich in einem Militärkrankenhaus in einem Vorort von
Kairo in Untersuchungshaft. Sollte er wegen Mordes verurteilt werden,
muss er mit der Todesstrafe rechnen. In dem Verfahren stehen auch
Mubaraks Söhne Gamal und Alaa, Ex-Innenminister Habib al-Adli sowie
sechs frühere ranghohe Sicherheitsbeamte vor Gericht. (APA)