Causa Buwog

Staatsanwalt ermittelt gegen RLB OÖ

3. Jänner 2012, 10:41

Immofinanz-Partner im Bieter­konsortium für Buwog weisen zurück, an Zahlungen an Peter Hochegger beteiligt gewesen zu sein

Wien - In der Causa Buwog wird auch gegen Verantwortliche der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) ermittelt. Dies bestätigte der Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft, Staatsanwalt Martin Ulrich, im "Ö1"-Morgenjournal des ORF-Radio Dienstagfrüh: "Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft prüft aktuell, ob Personen aus dem Bereich des Managements der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich im Zusammenhang mit der Zahlung allfälliger Provisionen zum Buwog-Komplex möglicherweise strafrechtlich relevantes Verhalten gesetzt haben." 

RLB OÖ-Verantwortliche weisen Vorwürfe zurück

Das Interview von Ex-Immofinanz-Vorstand Karl Petrikovics im Nachrichtenmagazin "profil" (siehe auch: Petrikovics weist Untreue von sich) hat am Montag Wellen geschlagen: Die Partner der Immofinanz im Bieterkonsortium für die Buwog weisen die Aussagen von Petrikovics entschieden zurück, dass sie an den Zahlungen an den Lobbyisten Peter Hochegger beteiligt gewesen wären. "Die Aussagen entbehren jeglicher Grundlage", so die Konsortiumsmitglieder Raiffeisenlandesbank OÖ, Wiener Städtische, Hypo OÖ und Oberösterreichische Versicherung heute Montag in einer Aussendung der RLB OÖ.

Als Beweis wird von den Konsortialpartnern die Aufteilung des Deals angeführt: Die Immofinanz kaufte die Anteile an der Buwog, die übrigen Mitglieder des Bieterkonsortiums erwarben gemeinsam die Anteile an den oberösterreichischen Gesellschaften WAG und EBS. Die Anteile an der Kärntner ESG habe das Konsortium gemeinsam mit Immofinanz erworben. Der Kaufpreis für die ESG habe 104,4 Millionen Euro betragen. Die Anteile der restlichen Konsortialmitglieder (43,3 Prozent) seien ein Jahr später auf Basis eines um acht Millionen Euro höheren Gesamtpreises an die Immofinanz verkauft worden.

"Damit steht eindeutig fest, dass hier von einer anteiligen Zahlung an Hochegger durch einen niedrigeren Kaufpreis absolut keine Rede sein kann", heißt es in der Aussendung. Der Streit der ehemaligen Partner wird auch vor Gericht geführt: Bereits am 16. Oktober 2009 habe das Konsortium (Raiffeisenlandesbank OÖ, Wiener Städtische, Hypo OÖ und Oberösterreichische Versicherung) diesbezüglich Strafanzeige wegen Verleumdung gegen Petrikovics erstattet. Das Ehrenbeleidigungsverfahren gegen Petrikovics wurde von der Justiz dem strafrechtlichen Verfahren zugeordnet und ist daher noch anhängig, sagte der Sprecher der RLB OÖ, Harald Wetzelsberger, zur APA.

Hälfte der Hochegger-Provision

Petrikovics hatte im "profil"-Interview seine Aussage vor der Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, dass die RLB Oberösterreich "wirtschaftlich" die Hälfte der Hochegger-Provision geschultert habe. "Wir haben die vier Bundeswohnungsgesellschaften folgendermaßen gekauft: Raiffeisen Oberösterreich hat die beiden oberösterreichischen Gesellschaften gekauft plus 44 Prozent der ESG Villach. Die Immofinanz hat 100 Prozent der Gesellschaft Buwog gekauft plus 56 Prozent der ESG. Nach einem halben, Dreivierteljahr hat die Immofinanz von Raiffeisen die 44 Prozent der ESG gekauft. Und Teil des Kaufpreises war eine anteilige Zahlung für Hochegger." Raiffeisen OÖ habe "selbstverständlich" von der Hochegger-Provision gewusst, so Petrikovics. "Hochegger hatte ja auch direkten Kontakt mit Linz."

Der Erwerb der Bundeswohnungen war laut Petrikovics "das beste Geschäft für die Immofinanz". Der Buwog-Quadratmeter werde von der Immofinanz momentan mit 1.000 Euro bewertet, der Einkaufspreis lag bei 500 Euro. Der von der Immofinanz übernommene Teil umfasste etwa 2,5 Millionen Quadratmeter, der Vermögenseffekt für die Immofinanz liege also in der Höhe von 1,25 Milliarden Euro. Der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser habe die Buwog "eingedenk der Umstände bestmöglich" verkauft, meint Petrikovics im "profil"-Interview, denn das Angebot des Österreich-Konsortiums sei ja das höchste gewesen. Die 10 Millionen Euro Provision an Hochegger habe man gezahlt, um "Informationen vom Markt" zu bekommen: "In einer Stadt wie Wien wird auf Festen, in Lokalen und bei sonstigen Gelegenheiten viel geplaudert, wodurch Informationen in Umlauf geraten. Idealerweise sollte man davon erfahren", meint Petrikovics. Hochegger habe außerdem erfolgsabhängig gearbeitet: "Hätten wir für das Buwog-Paket zu wenig geboten, hätte auch er nichts bekommen." Mit Meischberger habe er nie Kontakt gehabt: "Von ihm habe ich erst aus den Medien erfahren." Den damaligen Buwog-Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst Karl Plech habe er "bestenfalls flüchtig" gekannt. Zu Grasser habe er vorab keinen Kontakt gehabt, so Petrikovics.

In der strafrechtlichen Buwog-Causa ermittelt die Staatsanwaltschaft zum Verdacht auf Untreue und Amtsmissbrauch gegen Grasser, Meischberger, Hochegger und Plech. Es geht um Provisionszahlungen von fast 10 Mio. Euro, die im Zuge der Buwog-Privatisierung 2003/04 vom erfolgreichen Bieter Immofinanz an Hochegger gezahlt wurden und über Zypern auf drei Konten in Liechtenstein geflossen sind. Grasser und Plech weisen alle Vorwürfe, sie hätten ebenfalls Geld aus dieser Provision erhalten, zurück. Es gilt für alle Genannten die Unschuldsvermutung.(APA)

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Posting 1 bis 25 von 50
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Surveyor1
00
Da bin ich mal gespannt ...

ob da nicht die Krone des scheidenden König Ludwig nicht doch auch ein paar Kratzer abbekommen wird?
Korrupte Ba...!

Surveyor1
00
Da bin ich mal gespannt ...

Dr. Freidank
01
"das beste Geschäft für die Immofinanz"

"Der Buwog-Quadratmeter werde von der Immofinanz momentan mit 1.000 Euro bewertet, der Einkaufspreis lag bei 500 Euro."

Schüssel, Khol und schwarze Konsorten, erinnern Sie sich bitte daran: DER BESTE FINANZMINISTER ALLER ZEITEN!!!

Ulli aus St. Pölten
03

Ich versteh nur "Aber Herr Lehrer der war auch schuld!" Hab solche Leute schon vor 25 Jahren gehasst!

Dworak
14

Die Vorwürfe sind aus 2009 soweit ich mich erinner (bin jetzt zu faul, aber man findet es sicher im standard-archiv) und waren damals schon humbug...

Nächste Woche versuchen sie dann den nächsten in den Dreck zu ziehen um unsere Justiz ja lange genug zu beschäftigen, damit ihr Verfahren nicht fertig wird...

Andreas W
02
Wieder ein paar unserer Leistungstraeger der gemeinen Verfolgung durch die Justiz ausgesetzt.

Und wieder wird nicht viel rauskommen, zum Glueck sitzt ja nach wie vor eine weisungsbefugte Goennerin im Justizministerium.

Jo H
00

mafia.

Rudolpho der I
02
Ja ,was sagt den da der Scharinger!

Der Pfarrer in Person ,korrekt und nur für Gutes zu haben,so kann man sich täuschen.

ganzsichernicht
 
10
...hahaha, der "pfarrer scharinger" triffts genau...

habts ihr eine ahnung, wieviel uneheliche kinder der hat?...zwei oder drei? ich kenn da wen, der kennt dort wen, und dessen hund... man redet halt in der provinzstadt linz!

Curd Hombre
010
RLB? Dann (darf) kann nix rauskommen:

....da sei die ÖVP mit hektoliterweise schwarzer Farbe und tausenden Jahren Verjährung davor!

Die StaWa kann die Kapazitäten gleich woanders reinstecken -Tierschützerverbrechen usw. -halt irgendwas wo ÖVP Anhänger geschädigt wurden!

Zivilgeselle
02
"Selbstverständlich" Geschädigte

sagt Petrikovics in http://www.profil.at/articles/... -geschaeft

auf den Provisionsanteil der RLB OÖ angesprochen.

Hochegger hat sogar unter Wahrheitspflicht bei der Zivilrichterin von mehrmaligen Kontakten erzählt.

Intern abgerechnet wurde dieses unzweifelhaft "Sehr gute" Geschäft dann zwischen Raiffeisen und Petrikovics.

Geschädigt war wieder einmal der Staatssäckel. Laut Petrikovics beläuft sich der Schaden auf rund 1 Milliarde Euronen, wenn man 1000 um 500 verschachert.

Die nicht abgeführte Steuer von der Provision und die Provision sind dagegen nur Millionenpeanuts oder das Tüpfelchen auf dem kriminellen i.

4311503
00

Die Zahlen sind nur bedingt vergleichbar. Die Wertsteigerung ergibt sich ja durch eine höhere Durchschnittsmiete und Sanierungen.

Die Bundeswohnungen werden wohl genau so wie alles Staatseigentum auch zur Stimmenmaximierungen genutzt worden sein und die Mieter nicht durch zu hohe (marktkonforme) Mietanpassungen bzw. Vermietungen verschreckt. Wenn man das agressiver angeht (u.a. auch mit Ausmietungen von Mietern, die die billige Wohung nur aufheben wollen,...) kann man schon recht schöne Wertsteigerungen über 7 Jahre erzielen.

CEEIT
02
Die Preise waren dennoch ein Witz und lagen bei 360,-

pro m2.

Wolfgang Lederbauer1
00
...Die Preise waren dennoch ein Witz und lagen bei 360,- pro m2...

Teil 3:

.

Es empfiehlt sich, die beiden bemerkenswerten Wahrnehmungsberichte des Rechnungshofs im Detail zu lesen:

.

SFH-4296 Umfassende Sachverhaltsdarstellung, Langfassung, Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften " Kapitel 20 von Dr. Lederbauer Stand 28.9.2011

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 034&page=8

.

SFH-4312 Umfassende Sachverhaltsdarstellung, Langfassung, Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften " Kapitel 32/1 von Dr. Lederbauer Stand 28.9.2011

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 107&page=6

http://so-for-humanity.com2000.at

Wolfgang Lederbauer1
01
...Die Preise waren dennoch ein Witz und lagen bei 360,- pro m2...

Teil 2:

Diese Darstellung ist wenig aussagefähig.

Der Durchschnittspreis betrug:

185,52 EURO pro m2 Wohnfläche.

In diesem Preis war allerdings der Wert für 5 Millione m2 unbebaute Grundstücke enthalten.

Die auf den Wohnungen lastenden Schulden betrugen: 1.436,49 Mill EURO

Nimmt man den geschätzten Marktwert der unbebauten Grundstücke mit 100 / EURO / m2 an und zieht diesen Betrag vom Kaufpreis der Geschäftsanteile ab, ergibt sich ein Durchschnittspreis ( ohne die auf den Wohnungen lastenden Schulden )

von 77.75 EURO pro m2 Wohnfläche.

http://so-for-humanity.com2000.at

Wolfgang Lederbauer1
00
...Die Preise waren dennoch ein Witz und lagen bei 360,- pro m2...

Teil 1:

Da schwirren viele Zahlen herum.

360 EURO/m2, 400 EURO/ m2, 1.000 EURO/m2..

Schauen wir uns doch einmal an, was der Rechnungshof in seinem Wahrnehmungsbericht dazu sagt:

SFH-4312 Umfassende Sachverhaltsdarstellung, Langfassung, Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften " Kapitel 32/1 von Dr. Lederbauer Stand 28.9.2011

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 107&page=6

Seite 204:

Der Rechnungshof stellte folgendes dar:

Anzahl der Wohnungen: 61.864

Kaufpreis der Geschäftanteile: rd 861 Mill EURO

.

http://so-for-humanity.com2000.at

m+m
01

Das wird jetzt noch so weiter gehen, bis das ganze verjährt ist. Dass die Justiz im Österreich vorher noch eine Anklage zusammen bringt, daran glaubt eh keiner mehr

Dyl. Dog
 
00

Hallo?

Petrikovics wurde ja bereits angeklagt!

Und verjähren kann im Hinblick auf die bereits erfolgten Vernehmungen auch nichts mehr.

4311503
00

Und zur Abwechslung mal wieder für die Rechtsexperten:

§ 58 (3) Z2 StGB
https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.... OR40114231

m+m
00

Das wird jetzt noch so weiter gehen, bis das ganze verjährt ist. Dass die Justiz im Österreich vorher noch eine Anklage zusammen bringt, daran glaubt eh keiner mehr

m+m
01

Das wird jetzt noch so weiter gehen, bis das ganze verjährt ist. Dass die Justiz im Österreich vorher noch eine Anklage zusammen bringt, daran glaubt eh keiner mehr

gemeinwohl-ökonmie
03
warum muß das alles dem steuerzahler erneut angelastet werden?

die ganzen untersuchungen kosten wahnsinnig viel geld. am besten wäre es, den herrn in untersuchungshaft oder beugehaft zu nehmen, und es wird sich schnell herausfinden lassen, wie und wo das geld geflossen ist.
jeder steuergeprüfte weiß um die pingeligkeit der ämter. hier wurden millionenbetrage sozusagen ohne belege gehandelt?

i bins die Marie
03

und so lange sie noch eine Chance sehen werden alle paar Wochen ein paar andere Schuld sein außer sie selber...

Andreas W
01
Na hoffentlich zerfleischen diese Leistungstraeger sich gegenseitig,

weil unsere Justiz sich bestenfalls selbst zu Tode ermittelt.

Demnaechst werden aber eh die Staatsanwaelte und Richter eingespart, damit ja nichts haengen bleibt bei den Wirtschaftsverbrechern dieses Landes, sondt gaeb's wompeglich schon bald keine Haubenlokalessen und Luxusurlaube mehr fuer unsere Politikerkaste.

Nirav Hamam
 
01
Im Interesse des Staates

müßte der ganze Deal rückabgewickelt werden und das Geschäft wegen Bestechung und Vorteilsnahme für nichtig erklärt werden.
Dazu müssten sämtliche Kosten die das Verfahren jetzt schon kostet von der Immofinanz beglichen werden, sowie eine kräftige Strafzahlung wegen Schmiergeldzahlung.
Es würden sehr schnell sämtliche Machenschaften bei diesem Geschäft ans Licht kommen, wenn die Immofinanz in regress genommen würde. Die würden dann ihr Schmiergeld zurück verlangen wollen und die Geschmierten bekämen ihre Strafe den Amtsmißbrauch mit sich bringt.

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