Techniker wurde nach nur einer Amtszeit überraschend an der ÖAW-Spitze abgelöst
Wien - Der frühere Präsident der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften (ÖAW), Herbert Mang, feiert am Donnerstag (5. Jänner) seinen 70.
Geburtstag. Nur eine Amtszeit konnte sich Mang an der Spitze der Akademie
halten, die unter seiner Führung unter massiven Reformdruck geriet - der bis heute
anhält.
Berufslaufbahn
Mang wurde am 5. Jänner 1942 in Wien geboren. Nach Abschluss des
Diplomstudiums Bauingenieurwesen an der Technischen Universität (TU) Wien im
Jahr 1967 begann er ebendort seine wissenschaftliche Berufslaufbahn als
Assistent. Nach der Promotion 1970 zog es ihn im Rahmen eines
Fulbright-Stipendiums an die Texas Technological University. Mangs
Forschungsinteressen liegen vornehmlich auf dem Gebiet der Numerischen
Festkörpermechanik sowie der Numerischen Struktur- und Geomechanik.
Es folgten Arbeiten an der Cornell University in den USA, an der University
of Tokyo und am Zhengzhou Research Institute für Mechanical Engineering in
China. An letzterem wirkte er als UNIDO-Konsulent für Numerische Mechanik. Nach
seiner Habilitation an der TU Wien 1977 erhielt er 1979 eine Anstellung als
außerordentlicher Universitätsprofessor, ab 1983 war er ordentlicher
Universitätsprofessor für Elastizitäts- und Festigkeitslehre.
ÖAW-Mitglied
An der TU Wien war Mang ab 1985 Vorstand des Instituts für Festigkeitslehre,
von 1989 bis 1991 auch Leiter des EDV-Zentrums und von 1991 bis 1994 Dekan der
Fakultät für Bauingenieurswesen. 1985 wurde er zum korrespondierenden und 1992
zum wirklichen Mitglied der ÖAW gewählt. An der Akademie übernahm Mang 1995 die
Position des Generalsekretärs. 2003 folgte der Techniker auf Werner Welzig als
Präsident der Akademie der Wissenschaften. Im gleichen Jahr wurde er vom
Ministerrat in den zwölfköpfigen Wissenschaftsrat berufen, der die Regierung in
Fragen der Wissenschaftspolitik und Kunst beraten soll. Seit 2010 ist Mang Vorsitzender-Stellvertreter im Wissenschaftsrat.
Unter Mangs Präsidentschaft geriet die ÖAW gehörig unter Reformdruck. So hatte die damalige Bildungsministerin Elisabeth
Gehrer (ÖVP) den Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) gebeten, sich
Gedanken über Reformen der ÖAW zu machen. Der RFT wiederum verlangte von der
Akademie "zeitgemäße Führungsstrukturen" und machte in Folge Gelder aus
Forschungssondermitteln der Regierung von solchen Änderungen abhängig. Mang
begann mit der Umsetzung erster Reformen, unterlag bei der
turnusmäßigen Wahl 2006 nach nur einer Amtszeit aber überraschend dem Chemiker Peter Schuster, der
im fünften Wahlgang zum neuen Akademie-Präsidenten gewählt wurde. (APA/red)