Angriff auf Parteibüro junger Revolutionäre

Linksgerichtete Kräfte von Militär und Islamisten unterdrückt

Kairo - Linksgerichtete Kräfte in Ägypten sehen sich Angriffen seitens der herrschenden Militärs wie auch der nach der Macht greifenden Islamisten ausgesetzt. Einen Tag vor Beginn der letzten Etappe der Parlamentswahl haben Unbekannte in der Provinz Al-Gharbiya ein Büro der Al-Adl-Partei in Brand gesetzt. Das ägyptische Nachrichtenportal "youm7" meldete, das Büro der von jungen Tahrir-Platz-"Revolutionären" gegründeten Partei in der Ortschaft Kafr al-Sayat sei durch eine Brandbombenattacke zerstört worden. Al-Gharbiya ist eine von neun Provinzen, in denen an diesem Dienstag und Mittwoch die Abgeordneten zum Parlament gewählt werden.

In den anderen 18 Provinzen waren die Bürger bereits im November und Dezember zur Wahl gegangen. Die Muslimbruderschaft von Mohammed Badie mit ihrer Partei "Freiheit und Gerechtigkeit" hatte in der ersten und zweiten Wahl-Etappe die meisten Stimmen erhalten, gefolgt von der radikalislamischen "Partei des Lichts". Liberale Parteien hatten das Nachsehen.

Der regierende Oberste Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi hatte am Sonntag beschlossen, die Wahl zur zweiten Kammer (Schura-Rat) abzukürzen. Die Wahl, die am 29. Jänner beginnen wird, soll in zwei statt drei Etappen stattfinden und am 22. Februar enden.

Im Dezember hatte sich die Militärjunta gegen den Protest der meisten Parteien ein ziviles Beratergremium zugelegt, das Einfluss auf die Ausarbeitung der neuen Verfassung nehmen und die Macht des Parlaments in der Übergangsphase beschneiden soll. (APA)

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