Feinstaub in Österreich

Luftqualität 2011 drastisch verschlechtert

2. Jänner 2012, 13:37
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    foto: apa/dpy/frank mächler

    Der VCÖ sieht vor allem folgende Problematik in Österreich: "Auch in Deutschland gibt es mit Verkehr, Industrie und Hausbrand drei große Verursacher von Feinstaub. Doch im Unterschied zu Österreich ist es in der Auto-Nation Deutschland selbstverständlich, dass auch beim Verkehr wirksame Maßnahmen nötig sind."

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    screenshot: umweltbundesamt

    Übersicht über die Messwerte am 1. Jänner 2012 in Österreich: In Graz wurde ein Tagesmittelwert von 179 Mikrogramm erreicht, der Grenzwert liegt bei 50. Der tägliche Luftgütebericht des Umweltbundesamts ist hier zu finden.

Rekordwerte in der Silvesternacht, auch aufs Jahr gesehen immer größere Probleme - Situation in Graz besonders dramatisch

Wien - Wegen der zahlreichen Feuerwerke zu Silvester wurden in Österreich am 1. Jänner wieder einmal fast flächendeckend Feinstaub-Rekordwerte (PM 10) gemessen: Mit bis zu 650 Mikrogramm Feinstaub wurde etwa in Graz der gesetzliche PM10-Grenzwert um das bis zu Dreizehnfache überschritten, wie aus den von der Luftgüteüberwachung des Landes gemessenen Daten hervorging. Im Laufe des Tages ging die Belastung zwar wieder zurück, allerdings wurde laut Umweltbundesamt ein Mittelwert von 179 Mikrogramm für den Ballungsraum Graz verzeichnet (siehe Grafik) - der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm.

Wie Andreas Schopper vom Umweltreferat der Stadt Graz gegenüber dem ORF Steiermark sagte, seien die in der Silvesternacht registrierten Überschreitungen mit jenen des Vorjahres vergleichbar. Dem Experten zufolge sei die Luftbelastung durch Feuerwerkskörper für Kleinkinder und geschwächte Personen besonders problematisch: Die Stäube seien von den chemischen Bestandteilen her sehr reaktiv und daher von ihrer gesundheitlichen Wirkung auch deutlich kritischer als "normaler" Staub.

Wiener Luft sehr schlecht

Auch der Luftgütebericht aus Wien zeigt, dass am Neujahrstag die Luftqualität als sehr schlecht eingestuft werden musste. Lediglich an drei von dreizehn Messstellen wurde der Grenzwert knapp unterschritten. Die höchste Belastung wurde in der Gerichtsgasse in Floridsdorf gemessen, wo der Tagesmittelwert 154 Mikrogramm erreichte. Knapp dahinter folgte die Messstelle beim Schafbergbad mit einem Schnitt von 148 Mikrogramm. Am besten war die Luft in der Lobau mit 42 Mikrogramm.

An dritter Stelle bei den Rekordwerten der Landeshauptstädte lag am 1. Jänner Innsbruck mit einem Mittelwert von 101 Mikrogramm. Auf den weiteren Plätzen fanden sich Linz (90) und Klagenfurt (77). Der niedrigste Wert wurde in St. Pölten mit 21 Mikrogramm gemessen, auch die Stadt Salzburg schlug sich mit 27 Mikrogramm recht gut. Für Eisenstadt und Bregenz werden vom Umweltbundesamt keine eigenen Mittelwerte errechnet, sondern nur Gesamtbilanzen für das jeweilige Bundesland.

Vorarlberg als Vorzeigebundesland

Generell betrachtet hat sich die Luftqualität in Österreich im Jahr 2011 gegenüber dem vorigen Jahr weiter verschlechtert. Das berichtete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in einer Presseaussendung. Demnach wurde bei jeder zweiten Messstelle der Jahresgrenzwert überschritten. Mit Ausnahme von Vorarlberg sind alle Bundesländer betroffen. Der stärksten Feinstaubbelastung im Jahr 2011 waren die Einwohner von Leibnitz, Graz und Wien ausgesetzt (siehe Interaktive Infografik zu Feinstaubbilanz 2011 in Österreich).

Laut dem Verkehrsclub wurde an 76 der insgesamt 141 Messstellen der österreichische Jahresgrenzwerte (maximal 25 Tage mit zu hoher Feinstaubbelastung) überschritten. Im Jahr 2010 war bei 74 Messstellen der Grenzwert nicht eingehalten worden, im Jahr 2009 an elf und im Jahr 2008 an 15 Messstellen. Die meisten Tage mit Überschreitungen wiesen Leibnitz (76 Tage) und Graz (75 Tage) auf. "In diesen beiden Städten wurde der Jahresgrenzwert um das Dreifache überschritten", kritisierte VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Wetter im Dezember günstig

In Wien wurde an allen Messstellen der Jahresgrenzwert überschritten, ebenso in Linz, Klagenfurt und Innsbruck. Laut der VCÖ-Analyse war an 44 Orten die Feinstaubbelastung höher als im Jahr 2010. "Eine noch schlechtere Bilanz wurde durch günstige Wetterbedingungen im Dezember verhindert. Ziel muss es aber sein, dass selbst bei ungünstiger Wetterlage die Bevölkerung keiner gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastung ausgesetzt ist", so Rasmussen.

Der VCÖ forderte für jene Städte, die eine zu hohe Feinstaubbelastung haben, die Einführung von Umweltzonen. In Umweltzonen dürfen Fahrzeuge, welche die Luft mit besonders vielen Schadstoffen verschmutzen, nicht einfahren. In Deutschland gibt es bereits in mehr als 50 Städten derartige Zonen. "Auch in Deutschland gibt es mit Verkehr, Industrie und Hausbrand drei große Verursacher von Feinstaub. Doch im Unterschied zu Österreich ist es in der Auto-Nation Deutschland selbstverständlich, dass auch beim Verkehr wirksame Maßnahmen nötig sind. Eine Erkenntnis, die sich im neuen Jahr auch in Österreich durchsetzen sollte", so Rasmussen. Zudem forderte der VCÖ eine Partikelfilterpflicht für alte Lkw und Baumaschinen. (APA/red, derStandard.at, 2.1.2012)

Kommentar posten
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Jan Sommer
01
17.1.2012, 09:02
Die vom VCÖ vorgegaukelten "wirksamen" Massnahmen

in Deutschland haben die angekündigten Erwartungen und vor allem die Behauptungen gar nicht erfüllt.
Interessante Ignoranz und Desinformation, die wer bezahlt ?
js

marco annau
 
32
jetzt mal ehrlich

fernab aller statistiken, lade ich jeden zweifler herzlich ein, persoenlich an den unzaehligen neuraligischen punkten (zum beispiel in wien), sich gegen zb. 17.30 wochentags einzfinden und selbst ein bild zu machen. sie werden hunderte, mit laufenden motoren, stehende fahrzeuge vorfinden, die sich maximal mit schritt tempo durch gassen und strassenschluchten zwaengen. in diesen gegenden sprechen wir bestimmt nicht von bloss 15%. fast taeglicher verkehrsinfarkt, wien ring, wie stehts mit guertel, tangente,... und dann mit statistiken herumwedeln. vielleicht wohnen die statistiker weit ab von diesen plaetzen. wir muessen verantwortung verlangen, im sinne unserer gesundheit und auch einer allgemeinen fairness

atomkraft neindanke
50
wie der Herr, so's Gescherr!

seh ich auch so, aber es gibt eben Menschen, die Probleme einfach nicht zur Kenntnis nehmen, für alle Wissenschafter weltweit ist die Klimaerwärmung in Folge von der CO2 Problematik ein Fakt, Feinstaub ist messbar, Fukushima war ein Doppelsupergau- aber hier im Forum sind Menschen wie Sie und ich, einfach nur Spinner, Weltverbesserer oder hysterisch!
diese unverbesserliche und unbelehrbare Ignoranz beschehrt uns auch jene PolitikerInnen, die ausschließlich egoistisch handeln und kein Interesse am Gemeinwohl haben.
eine Haltung, die kleinen Kindern ähnelt, die trotzig verweigern eine ihnen unangenehme Realität zu akzeptieren, weil sie weiter in der Sandkiste spielen wollen: Probleme leugnen ist nun mal aber keine Lösung, sondern nur bequem.

Brigitte Rhomberg
02
sie haben Recht...

Sie neigen zur Übertreibung und Hysterie. Vermutlich mangelt es Ihnen an Lebenserfahrung.

marco annau
 
10
noch was

bei der ganzen thematik geht es ueberhaupt nicht mehr um spitzfindikeiten oder uebertreibungen! ich kenne in meiner umgebung viele menschen mit chronischen atemwegserkrankungen die teilweise regelmaessig kortison oder andere medikamente brauchen um den alltag zu meistern. von allergien brauchen wir schon gar nicht mehr reden, die sind standard. der individualverkehr ist nicht alleiniger ausloeser dafuer, aber sicher ein betraechtlicher teil der ganzen problematik den wir (im gegensatz zu anderen bereichen) selbst steuern koennen. leute wollen auto fahren, fuer die wirtschaft ist es gut, und damit fuer die politik erst recht, somit sind alle bedenken vom tisch. zukunft, gesundheit, gemeinwohl? wen kuemmerts noch? wollen wir das??

atomkraft neindanke
10

Ihre Antwort beweist meine These: Sie verharmlosen Probleme, weil Sie dafür keine Lösungen haben u zu bequem sind, einerseits nach Lösungen zu suchen, anderseits das eigene Verhalten zu verändern, damit andere Menschen nach Ihnen auch noch lebenswerte Bedingungen vorfinden.
Vermutlich mangelt es Ihnen an Verantwortungsgefühl!

Allgemein hat ja das nachhaltige Denken Schaden genommen, oft auch weil sich Menschen für double income no kids entscheiden, ein angenehmes Leben führen u glauben Sie hätten die Welt gepachtet!

meine Kinder jedenfalls werden sicherlich verweigern, den Generationenvertrag für solche EgoistInnen zu erfüllen u darauf achten, dass es ihren Eltern gut geht, die sich dafür einsetzen, dass der Nachwelt noch was übig bleibt!

Brigitte Rhomberg
23
eigenartig....

Die "Expertisen" des VCÖ kommen - egal zu welchem Thema - immer zu dem selben Ergebnis. Das Auto ist an allem schuld. In Zukunft könnte sich der VCÖ die "Expertise" oder "Untersuchung" sparen.

jojo86
10
16.1.2012, 19:40
1000 "grüne" von mir!

eigentlich müßte dieser AVCÖ (Anti-Verkehrsclub-Ö.) heißen.

jojo86
10
16.1.2012, 19:39
1000 "grüne" von mir1

marco annau
 
11
variante 2

auto schuldlos, individualverkehr ueberhaupt kein problem, erkrankungen und umweltprobleme aufgrund dessen einbildung, wir duerfen alle so bleiben

)so(
01
Standort der Verbrennungsanlage Flötzersteig vielleicht auch keine Nobelpreisleistung

Wenn man vom Dach jedes zweiten Wiener Wohnhauses in Augenhöhe auf die Müllverbrennungsanlagen Flötzersteig oder Spittelau blicken kann ... Stichwort Nordwest-Wetterlage Wiens. Nebliges Novemberwetter, typische Inversionswetterlage, man kommt nach Hause, auf Strassenniveau ist die Luft atembar. Kaum will man in der Wohnung oben lüften, schlägt einem dieser brandige Giftgestank entgegen: Lüften undenkbar. Ein Blick auf die Rauchfänge der Umgebung offenbar: der einzige, der qualmt ist der Flötzersteig.

atomkraft neindanke
11
www.aktion21.at

es gibt dort soviel ich weiß eine Bürgerinitiative, die seit 30 (!) Jahren gegen den Flötzersteig kämpft, die Daten sind erschreckend, falls sie nun endlich kapiert haben, dass sie lieber gleich was unternehmen, bevor es zu spät ist, kontaktieren sie am besten die Aktion 21, Dachverband der Österreichischen Bürgerinitiativen, die können ihnen dann die Kontaktdaten übermitteln, sodass sie beim nächsten Aktivistentreffen schon dabei sind (mit dem Fahrrad, versteht sich).
es ist sicherlich klüger zu handeln, als Probleme einfach zu verleugnen! und es geht auch nicht um gut und böse, es geht darum, dass jeder einzelne sein Verhalten ändert und sich nicht nur selbst der nächste ist!

)so(
22
Täglich Diesel-Russ von der Frühstückstellerauflage wischen

Mag der Verkehr (Individual und LKW) vielleicht insgesamt nur für jeweils 5% verantwortlich sein - so stammen die Feinstaubpartikel, die Motorrad-, Fahrradfahrer sowie Fussgänger einatmen, zu etwa 90% aus den vor ihrer Nase befindlichen Dieselfahrzeugen. In jenen Strassen, die aufgrund von FuZos besonders viel Verkehr aufgedrängt bekamen wurde die Situation durch den Diesel-Hype in den letzten 10 Jahren unerträglich. Dieselruss schwärzt die Zimmerdecke und man wischt ihn täglich von der Frühstückstellerauflage. All diese Probleme kamen mit dem Diesel-Boom und den stauproduzierenden sog. "Verkehrsberuhigungsmassnahmen".

Jan Sommer
11
Der Glaube versetzt Berge von Feinstaub!

Von der Phantasie in die erwünschte Realität!

Man muss nur fest genug daran glauben oder VCÖ heissen.
js

Sogenet
02

Woher wissen Sie, dass es sich um Dieselruss handelt?
Benzindirekteinspritzmotoren emittieren 30x soviel Partikelmasse wie Dieselmotoren mit Partikelfilter.

Sogenet
01

Beim Russ könnte es sich also um Emissionen von Benzinmotoren, Dieselmotoren, Emissionen aus Öl- oder Feststoffheizungen oder Verbrennungsanlagen handeln.

)so(
10
Eine Verdreizehnfachung zwingt direkt zu abgabenrechtlichen Lenkungsinstrumenten

Spielraum ist bei China-Krachern - 100 Stk schon gesehen um 1,99 - jedenfalls vorhanden.

Walther von der Vogelweide, der 1.
11
Eigentlich schon lustig, wenn sich die Leute über den Feinstaub mokieren ...

Was können wir tun?

1) Autofahrten auf ein Minimum reduzieren
2) absolutes Rauchverbot in der Öffentlichkeit (die
Straße ist deutlich weniger mit Feinstaub belastet
als ein geschlossener Raumm in dem geraucht
wird).
3) Silvesterknallerei (auch wenns noch so schön ist)
ade

aber das wollen die meisten sowieso nicht, daher bitte nicht jammern!

Brigitte Rhomberg
11
die Leute...

Die Leute mokieren sich sowieso nicht wegen des Feinstaubs. Abgesehen von einigen Berufshysterikern und Weltuntergangspropheten haben die Leute andere Probleme.

atomkraft neindanke
31

http://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub

im Übrigen ersuche ich die Besserwisser hier im Forum dringend um die Korrektur dieser Seite!

hier ist ja noch der Verkehr als private Hauptursache von Feinstaub (mit der Wirtschaft fast gelichauf) angeführt, obwohl es ja der böse Hausbrand ist!

ironie ende

Sogenet
00

Wo lesen Sie etwas, dass Verkehr die private Hauptursache ist?

Verkehr besteht aus Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftverkehr, Schiffsverkehr. Der Straßenverkehr besteht aus PKW-, LKW- und öffentlichem Verkehr. Der PKW-Verkehr besteht aus privatem, dienstlichem und Firmenverkehr.

Privater PKW-Verkehr macht somit nur einen Bruchteil des gesamten Verkehrs aus.

montagmorgen
31
sie sind ein wahrer Meister im Verharmlosen

der tägliche Stau auf der wiener Südosttangente existiert nur zu einem Bruchteil aus privatem PKW-Verkehr u. existiert daher gar nicht, gell. Auch wenn sie es noch so kleinreden wollen: In den städtischen Ballungsgebieten ist der motorisierte Individualverkehr Hauptverursacher der Verschmutzung der Atemluft. U.a. weil der Auspuff in Kniehöhe ist u. die Abgase quasi direkt in die Lungen der Passanten (u.auch Autofahrer) geblasen werden. Zwischen Dienst- u. Privat-PKW zu unterscheiden ist nur ein Trick, jeder Dienstwagen ist ja gleichzeitig Privatfahrzeug. Natürlich trägt in der Stadt auch der LKW-Verkehr wesentlich zur Luftverschmutzung bei, aber die große Masse sind nun einmal PKWS.

Jan Sommer
02
Informieren Sie sich lieber einmal wieviele Tonnen krebserregenden

Quarzsand Strassenbahn und U-Bahn alljährlich in Wien zu Feinstaub zermahlen,
bevor Sie die gezielten Desinformationen von VCÖ und Grünen weiterverbreiten.
js

Quim Barreiros
10

Informieren sollten besser Sie sich. Wo kommt denn der Quarzsand bei der U-Bahn Ihrer Meinung nach her? Sind unter den Bahnsteigen geheime Mineralmühlen versteckt?

Jan Sommer
00
10.1.2012, 07:59
Tja im Gegensatz zu Ihnen wunschdenk ich mir halt nicht,

dass die die Wiener Linien - in ihren eh schon sehr zurückhaltenden Stellungnahmen und Informationen -chronisch und fortwährend in diesem Punkt extra lügen und sich selbst falsch entlarven!
js

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