Uni-Zugang

Töchterle für Numerus-Clausus: Empörung bei Grünen und ÖH

2. Jänner 2012, 11:10

Töchterle zu Uni-Zugang: "Mein Wunsch wäre es, dass hier auch die Qualität des Maturazeugnisses als ein Kriterium herangezogen wird"

Wien - Der Vorschlag von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), beim Uni-Zugang auch das Matura-Zeugnis zu berücksichtigen, entrüstet die Grünen und die Hochschülerschaft. Der Grünen-Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald sprach in einer Aussendung von einer "zunehmenden Radikalität" des Ressortchefs. Die Mehrheit der Experten betrachte eine derartige Regelung als unbefriedigend und nicht ausreichend treffsicher.

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) wendet sich dagegen, Maturanoten als Entscheidungskriterium beim Zugang zu Studien heranzuziehen. Auf die Überlegung von Töchterle reagierte man am Samstag "empört". Bei einer solchen Barriere gehe es um die Durchschnittsnote von verschiedensten Fächern. Niemals habe diese eine Aussagekraft über die Befähigung von Schülern für den angestrebten Studiengang, heißt es in einer Aussendung.

Töchterle plädierte dafür, den Uni-Zugang (wie in Deutschland) auch über die Qualität der Maturanoten zu regeln. In der "Tiroler Tageszeitung" (Samstag-Ausgabe) erklärte er, dass künftig ein Studium beispielsweise an der Wiener Wirtschaftsuniversität nicht mehr für jeden möglich sein wird: "Mein Wunsch wäre es, dass hier auch die Qualität des Maturazeugnisses als ein Kriterium herangezogen wird." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 48
1 2
Laos
01
17.1.2012, 09:07
Zugangsbeschränkungen

Ich bin selbst Studentin und habe beide Formen der Zugangsbeschränkung durchgemacht, auf der einen Seite die Aufnahmeprüfung und auf der anderen Seite die der STEOP (Studieneingangsundorientierungsphase). Das zeigt, dass es bereits Zugangsbeschränkungen gibt, die auch funktionieren. Falls es bei uns zu einem Numerus Clausus kommen sollte, dürften viele - gute - Studenten nicht einmal studieren. Viele der erfolgreichsten StudentInnen an meiner Universität sind Numerus Clausus Flüchtlinge aus Deutschland.
Wenn sich jemand wirklich für das interessiert, was er studiert, wird sich diese Person anstrengen und gute Noten erhalten und wichtiger - sich in der "Realität" behaupten. Die natürliche Selektion wird erst in der Berufswelt vorgenommen.

Vintageologist
 
10
10.1.2012, 15:41
Numerus Clausus scheitert leider...

...an den erheblichen Unterschieden zwischen den Schulen.

Während einige HTLs z.B. beinhart bei der Bewertung sind, bekommt in den typischen "Auffangschulen" wie den BORGs praktisch jeder Analphabet gute Noten.

Somit sucht man sich, wenn man vorhat, zu studieren, davor dann eine möglichst einfache Schule, oder was?

Aufnahmeprüfungen sind das Einzige, was Sinn machen würde. Nagut, vielleicht auch noch früh greifende Knock-Out Prüfungen.

Damit hätte man schon ziemlich viele linke Selbstdarsteller rasch draußen.

smea_gol
00
16.1.2012, 15:39

haha.
die htl englisch und deutsch notensind lächerlich gut zumeist.

und bevor jetzt das argument kommt, was brauchen das techniker: ein brillianter techniker, der es nicht schafft sich zu artikulieren wird wohl nur im hinterstüberl brilliant wirken.

rotzpippm
00
17.1.2012, 15:38
wieviele htl absolventen studieren germanistik?

Andreas W
02
Noch mehr ÖVP wäre nur die Forderung, dass nur mehr die Kinder von Lesitungsträgern studieren dürfen

und alle anderen nur auf Sonderdekret durch den Minister!

Völlig regierunfähig, dieses Pack!

janeinjanein
02
....

Habe die matura am abend nachgeholt und mein Studium mit auszeichnung abgeschlossen.. Shame on you Toechterle..

Internetgenerationler
 
04
Zugangsbeschränkungen sind diskutierbar - NC einfach hirnrissig.

Warum sollte denn etwa die Geschichtenote darüber (mit-)entscheiden, ob jemand technische Physik studieren darf? Oder umgekehrt die Physiknote über Geschichte? Das ist doch unsinnig.

Über Zugangsbeschränkungen kann man reden, wenn sichergestellt ist, dass sie tatsächlich etwas über die Eignung für das Studium aussagen, und nicht lediglich über die Eignung für das Durch-einen-Test-rutschen.

Und wenn gleichzeitig die Republik endlich die - längst nötigen - 2% des BIPs in Wissenschaft und Forschung investiert.

Der Chronist
00
Sie haben das System nicht begriffen.

NC heißt ja nicht, dass auf Differenzierungen verzichtet wird.

Das könnte beispielsweise so aussehen, dass Fächergruppen erstellt und unterschiedlich gewichtet werden.

Ein angehender Physiker müsste dann z.B. in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern nicht so gut sein wie in Mathematik, Physik und Chemie: Physik darf studieren, wer in den MINT-Fächern auf maximal 1,2 kommt, und in den anderen Fächern bis 2,5. Schon haben Sie ihre künftigen Fachidioten selektiert und vermieden, dass die womöglich anfangen, über sich und ihr Tun nachzudenken.

So entschärft man nicht nur die Probleme, die viele TU-ler mit korrektem Deutsch haben, man schafft auch einen regulier- und steuerbaren Selektionsdruck in der Schule.

Internetgenerationler
 
00
Ich habe auch nicht gesagt, dass der NC zwingend undifferenziert wäre.

Klar kann man das so machen. Ich halte es einfach nicht für richtig, dass Noten aus Fächern, die nichts mit dem Studium zu tun haben, darüber mitentscheiden sollen. (Ganz davon abgesehen, dass in der Schule die Noten oft nicht gerecht vergeben werden - Lehrer sind auch nur Menschen mit Schwächen.)

cantanto
08
So ein Schwachsinn!

Ich hatte im Maturazeugnis der ersten Runde 2x5 und sonst fast nur 4en. Musste dann im Herbst noch einmal ran und habe es geschafft. Danach drei Studien abgeschlossen, jetzt 6steilliges (netto) Jahreseinkommen....
Die beiden größten Streber in meiner Klasse mit 100% 1en arbeiten jetzt bei AMS bzw. bei der Post auf ca. 1800 netto....

Hätten wir ein Schulsystem, das individuelle Begabungen fördert und nicht nur über einen Kamm schert, dann könnte man über diesen Vorschlag nachdenken, so ist es aber nur ein weiterer Schritt zur Verzombieisierung dieses Landes!

wizenstain
00
"den Uni-Zugang (wie in Deutschland)"

ich vermisse selbständiges denken:
copy & paste is out

wizenstain
00
changing education paradigms.... watch-empfehlung für hrn minister

http://www.youtube.com/watch?v=z... ture=share

esoxLucius
00
Und wählen soll künftig nur mehr dürfen...

... wer mindestens 500 € Steuer pro Monat zahlt. Wem der Staat nicht einmal so viel wert ist, der hat auch nicht verdient, mitbestimmen zu dürfen.

Töchterle ist offenbar keine noch so ausgelutschte Idee zu blöd.

Vergib ihnen
01
jetzt beginnt der Töchterle auch noch zu rotieren

kann doch nicht sien, dass es ihm nur um die Medienpräsenz geht. Ich fürchte Schlimmeres. Schläft er noch des Nachts? Denn ehrlich, recht besonnen hört sich das alles nicht mehr an.

coldturkey
16

Muss man sich über solche Hirngespinnste Töchterle's noch ernsthaft wundern? Ich denke nur an seine Ansichten im kürzlich erschienenen Standard-Interview, wie z.B.: "In der Familienpolitik oder Bildungspolitik - da war ich nie progressiv." (schön nun also aus seinem eigenen Mund zu erfahren dass wir es mit einem erzkonservativen Wissenschaftsminister zu tun haben). Oder: "Ich glaube, die ÖVP ist der naheliegendste und natürliche Partner der Wissenschaft und der Forschung und muss diese Rolle auch wahrnehmen." (aus welcher Partei kamen in den letzten Jahren die Wissenschaftsminister, die die total vermurkste Situation an den Universitäten zu verantworten haben?). Ein dümmlicher Parteisoldat eben - und das ohne offizielle Parteizugehörigkeit!

smea_gol
12

ich hätte eine sinnvolle maßnahme für den hochschulbereich.
wissenschaftsministerium samt töchterle, faulhammer und pichl auflösen, die unis wieder unter schmieds führung dem bmukk eingliedern. damit kosten sparen, sinnlose VPpropaganda sparen, und geld für die unis zur verfügung stellen.

Zinnmo
 
05

Solange es keine flächendeckende Zentralmatura gibt, macht ein Numerus Clausus keinen Sinn. Die Qualität der Schulen ist viel zu unterschiedlich. Aber selbst mit Zentralmatura: Wie soll man sinnvoll eine AHS mit einer BHS vergleichen?

bloodynoob
03

BWL kombinatinspfilchtig mit Philosophie und dann werden genug Plätze frei

esoxLucius
00

Oder zukünftig nur mehr Studenten zulassen, deren Familienname auf "öchterle" endet. Löst mit einem Schlag alle Probleme.

123155465
20
man könnte ja

von den "schlechteren" Maturanten eine (saftige) Studiengebühr erheben und der Rest darf gratis studieren...

tho_mi
00

Also gegen den Vorschlag wirkt sogar ein NC wie das Allheilmittel :D

tho_mi
11

Lesen ist scheinbar auch out (Pisa-Studie lässt grüßen), Töchterle hat nie gesagt, dass es um nen NC wie in Deutschland geht. Die Noten sollen EIN Kriterium sein und ich wüsste nicht, wo da das Problem liegt? Ein perfektes System gibt es nicht und wenn man mehrere Kriterien heranzieht, zu denen auch die Matura-Noten gehören, dann klingt das an sich noch nicht so schlecht. Kommt natürlich darauf an, wie die anderen Kriterien aussehn...

sawi48
02
@tho mi

Aber wir wissen alle, wie Noten häufig zustande kommen - daher bin ich heftigst gegen jede Form eines NC !

Fisch Heinzer
11

mit NC wären wir wenigsten den Ansturm der Deutschen studenten los :-)

123155465
01
wäre schade um die Vielfalt an den österreichischen Unis

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