Bericht

"WebOS hatte nie eine Chance"

2. Jänner 2012, 10:24

Palm war seiner Zeit mit HTML-Interface zu weit voraus - Webkit-Basis stellte sich als Nachteil heraus

In einem aktuellen Artikel spürt die New York Times der Frage nach, warum sich das ursprüngliche von Palm entwickelte und später von HP übernommene WebOS trotz vielversprechender erster Reaktionen nicht durchsetzen konnte. Gerade im rasanten Absturz des darauf basierenden Tablets, des HP Touchpad, sieht man eine geradezu grundlegende Lektion für die gesamte Branche.

Keine Chance

So zeigen sich im Gespräch mit der Zeitung zahlreiche ehemalige und bestehende WebOS-EntwicklerInnen davon überzeugt, dass das mobile Betriebssystem eigentlich nie eine wirkliche Chance gehabt habe. Palm sei seiner Zeit mit dem Versuch ein OS auf Basis von Web-Technologien zu bauen schlicht zu weit voraus gewesen, fasst es Paul Mercer, ehemaliger "Senior Director of Software" bei Palm zusammen.

Webkit

Gerade die frühe Entscheidung ganz auf die Open-Source-Rendering-Engine Webkit zu setzen, habe sich als Fehler herausgestellt, stimmen andere zu. Bis heute sei eine solche Lösung nicht schnell genug, um eine zu Android oder iOS vergleichbare Performance zu bieten. Zum Start des Palm Pre - des ersten Smartphones mit WebOS - habe dies noch viel mehr gegolten. Die Konsequenz daraus: Es wurden sehr viele der verkauften Smartphones wieder zurückgegeben, trotz durchwegs positive Testberichte brachen die Umsätze nach wenigen Monaten zusammen.

Engagement

Paradoxerweise stellten sich gerade die Aktivitäten von Apple und Google rund um Webkit als echter Nachteil heraus, schnappten diese Palm doch praktisch alle in diesem Bereich versierten EntwicklerInnen vor der Nase weg. Doch es gab auch eine Reihe von durchaus hausgemachten Problemen: WebOS sei in wenigen Monaten aus dem Boden gestampft worden, dies ohne Wert auf eine einfach zu nutzende Entwicklungsplattform zu setzen. Dies habe die Anwendungsentwicklung deutlich erschwert, selbst intern habe man alle Programme von Grund auf einzeln geschrieben - ohne einzelne Bauteile weiter verwenden zu können.

Fehlersuche

So manche ehemalige WebOS-EntwicklerInnen geben hierfür Palms ehemaligem Chef Jon Rubinstein persönlich die Schuld, dieser habe mit seinem Hardware-Hintergrund einfach nicht verstanden, wie ein mobiles Betriebssystem aufgebaut sein müsse, um erfolgreich sein zu können. Der endgültige Todesstoß sei dann aber die Übernahme durch HP gewesen, in deren Folge zahlreiche zentrale EntwicklerInnen WebOS den Rücken kehrten. Darunter vor allem Matias Duarte, mittlerweile als Chefdesigner für Android bei Google beschäftigt. "Er war WebOS", gibt ein ehemaliger Entwickler unumwunden zu. Nachdem Duarte gegangen war, sei ein regelrechtes Vakuum zurückgeblieben.

Flop

Nach der HP-Übernahme seien dann zwar hunderte neuer EntwicklerInnen für WebOS bereitgestellt worden - immerhin sollte das mobile Betriebssystem eine zentrale Rolle vom Smartphone bis zum Desktop-PC einnehmen - doch diese Begeisterung hielt nicht lange an. Der Hoffnungsträger - das Tablet "Touchpad"  - erwies sich als veritabler Flop, einige Monate nach dem iPad 2 auf dem Markt gekommen, löste es nur wenig Begeisterung aus. Und so wurde es gerade einmal sieben Wochen nach dem Markstart schon wieder eingestampft, die Lagerbestände abverkauft.

Ausblick

Vor wenigen Wochen folgte dann die Ankündigung, dass WebOS als Open Source freigeben werden soll. Die aktuelle HP-Chefin Meg Whitman bemühte sich dabei zu betonen, dass das Unternehmen weiterhin rund 600 Angestellte rund um WebOS beschäftige und hier auch weiter aktiv sein will. Ob - und in welcher Form - man dies einhalten wird, bleibt aber wohl abzuwarten, entscheidend wird hier eventuell sein, inwieweit sich künftig andere Unternehmen rund um WebOS engagieren. (red, derStandard.at, 02.01.12)

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Posting 1 bis 25 von 37
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Sir Harry....
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Hm...

Wenn ich mir jetzt diesen und auch andere Artikel zum Thema "WebOS" durchlese, erscheint der vom Leo Apotheker angeordnete Tod von WebOS gar nicht so dumm, wie es am Anfang ausgesehen hat.

Die haben Palm/WebOS aufgrund von vielen positiven Beurteilungen praktisch als "Katz im Sack" gekauft. Es dauerte eine Weile, bis sie erkannt haben, was sie sich da ins Haus für 1,2Mrd.$ geholt haben: ein an sich gutes Konzept, das in absehbarer Zeit nicht funktionieren wird.

Peter W1
 
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Warum das WebOS nicht akzeptiert wurde? Weil Palm keine Rolle mehr am Markt spielte. So unglaublich einfach ist das. Hier irgendeinen CEO oder ähnliches die Schuld zu geben ist schlicht die Verdrängung simpler ökonomischer Fakten. So wurde auch beim Untergang des Amigas ewig auf den Commodore-Vorstand eingedroschen. Das ist nur allzumenschlich, da es besser ist an die Unfähigkeit eines Menschen zu glauben als an die simple Tatsache, dass der Amiga gegen den PC nachdem die ersten grosse Spiele für die Plattform rauskamen aufgrund dessen Verbreitung keine Chance mehr hat.

Das WebOS ist ein wirklich gutes System und selbst Google nimmt sich nun Bestandteile für ICS raus. Auch ist es sehr schnell und stabil. Fazit: Its the economics, stupid.

SpaceDudeAlien
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...nicht die Schuld des CEO?

Was bitte ist denn dann die Rolle eines CEO? Ausser ordentlich Geld einstreifen - versteht sich eh von selbst...

Peter W1
 
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Du kannst einem Esel noch soviel Rennpferdgeschirr umhängen. Er wird nie ein Rennpferd. Also selbst wenn die alles richtig gemacht hätten, hätten sie gegen die Marktmacht von Microsoft nichts machen können.

Und ich war am wenigsten davon begeistert. Ich hatte Palms seit dem IIIe und hab sogar noch den Tungsten T verwendet. Ich muss aber zugeben, dass ich mit dem Umstieg auf Windows Mobile erkannt habe, wie falsch Palm mit dem PalmOS lag. Das PalmOs hatte denselben grundlegenden Fehler wie das iOS: Es war ein System für kleine PCs. Und kein System für Organizer bzw. Smartphones. Niemand interessieren irgendwelche Programmicons auf dem Startschirm eines Organizers oder Smartphones.

blacksheep1
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der "markt"?

warum hat sich VHS durchgesetzt?
sicher NICHT wegen "dem markt", sondern wegen der PR !!!

Peter W1
 
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Yep, die Konsumenten. Wenn die sich mal entschieden haben, gibt es kein Zurück mehr. Palm hat jahrelang von einem geschützten Markt profitiert. Dann hat den Microsoft entdeckt und Palm hatte rein gar nichts mehr zu melden.

Dasselbe bei VHS. Philips konnte V2000 nicht an Lizenznehmer weitergeben. Betamax war zu teuer. Blieb also nur VHS übrig. Dasselbe bei BluRay und anderen Konsumentenentscheidungen.

Lumpenbourgeois
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Und wieso hat Palm keine Rolle mehr gespielt? Wer die Geschichte Palms kennt wird unschwer erkennen, daß es sich um ein Musterbeispiel schlechten Managements handelt:

- 5 Jahre stillstand - R&D gestrafft => das alte PalmOS 5 im Pre.
- Trennung von HW und SW, verkauf der SW-Sparte.
- Verkauf der Namensrechte
- Umbenennung
- Trennung und Namensrechte wieder rückgängig
- Jon Rubinsteins Lieblingsprojekte werden ohne Marktrelevanz forciert

Das ist nicht mehr nur "ökonomischen Fakten" zuzuschreiben. Das ist pure Idiotie wie man sie nur von den "Strategen" aus dem Vorstand kennt.

Peter W1
 
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Wie ich bereits feststellte: Das verzweifelte menschliche Bestreben ökonomische Entwicklungen zu humanisieren.

Das PalmOS hatte gegen den PocketPC keine Chance. Microsoft war zu gross ud mächtig. Es ist wie heute mit dem iOS. Da kann Apple nun machen was sie wollen. Gegen das DeFakto Monopol von Google können sie rein gar nichts mehr tun. Und alles nach Punkt 2 fand statt als der PocketPC längst die Marktführung innehatte. Spätestens zu dem Zeitpunkt wäre es vollkommen egal gewesen was sie gemacht haben.

WiendarfnichtPISAwerden
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Ich glaube nicht, dass der Palm Pre wegen zu langsamer Software retourniert wurde,

wohl eher wegen mieserabler Verarbeitung der Hardware. Das System war wirklich nett, aber das Gerät war ein Graus. Wackelig und billigst zusammengepappt.

Max Edwin
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Das fürchte ich auch

Zumindest die hardware des pre war bereits beim erscheinen veraltert. Von der verarbeitung fand ich ihn nicht so schlecht, das format und die tastatur waren eigentlich auch gut

milchmann
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Kollateral Schaden BeOS

In gewisser Weise ein Kollateralschaden der ganzen Entwicklung war BeOS, das von Palm geschluckt und vernichtet wurde. Es war immer ein Nischensystem und wäre realitischerweise eines geblieben, aber als echte Open Source hätte es doch eine interessante option und Basis für medienorientirte Anweindungen sein können.

irata
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Was schade ist.
BeOS hatte durchaus Potenzial zu mehr, und einige Innovationen, die man bis heute noch kaum in modernen Betriebssystemen findet.

Es gibt da zwar noch die OpenSource-Variante "Haiku",
aber ohne Rückendeckung und Unterstützung einer großen Firma wird das wohl niemals einen Durchbruch erleben.
Trotzdem ein interessantes Projekt.

Max Edwin
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leider wirklich der zeit voraus

offensichtlich ist es doch besser es so wie apple zu machen:
man nehme ein bereits etabliertes und erprobtes teil, erfinde dafür einen fetzigen namen und blase es mit heisser PR-luft auf. da kann nix schiefgehen, weil alles schon erprobt, die leute kaufen und sind zufrieden.

wer hingegen neue wege beschreitet (und sei´s auch nach jehrelanger paralyse - wie bei palm), holt sich halt öfter eine blutige nase.

jedes mal, wenn ich mein iphone bediene, trauere ich meinem palm mit webOs nach. einfach nur schade drum :-(

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messerscharf daneben analysiert. respekt.

Max Edwin
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Nix für ungut

Ein apple fan ist halt wie ein fussballfan. Treu bis in den tod, mit oder ohne tore. Ist eine emotionssache, gegen die man argumentativ nicht ankommt. Faktum ist leider
, dass mein iphone erst mit ios5 halbwegs an webOs rangekommen ist. Der rest ist geschmackssache...

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01

sehr süß. wenn die argumente ausgehen kommt man halt mit der emotions-hacke und haut damit alles nieder. palm war ja soooo innovativ. bistdunarrisch. nur offenbar in einem bereich, den niemanden interessiert.

Max Edwin
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lassen sie mich zählen, wieviele argumente ihr postling enthält: hmmm... zero nada empty

finde es immer sehr amüsant, wenn apple-fans gleich total beleidigt sind, wenn jemand anderer es wagt apple nicht ganz so super zu finden :-)
ich hab ein iphone und ein macbook und bin mit beiden einigermassen zufrieden, die religiöse begeisterung dafür kann ich aber nicht nachvollziehen.

ausserdem: der markterfolg von produkten folgt leider nur selten logischen regeln. nicht selten setzt sich das schlechtere system durch (siehe auch VHS, Blue-Ray,...)

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"opryde" hats eh schon gut zusammengefasst. webos würds ohne iphone und ios gar net gegeben haben, soviel zum thema "bereits etabliertes und erprobtes teil". damit hat sich die diskussion auch schon. argumente sind für sie wertlos, daher kriegen sie auch keine von mir.

Max Edwin
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pfoa eh, voll gemein

webOs gäbe es ohne iPhone vermutlich nicht, aber iPhone ohne Palms jahrelanger vorarbeit auf dem handheld sektor noch weniger. SO schaut´s aus!

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hab ich das behauptet? *face-palm*

ps: apple hatte ja in ihrer welt offenbar keine handhelds vor dem iphone? die newton-entwicklung begann 1987, da hat palm noch 5 jahre lang nicht mal existiert.

Max Edwin
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ich kanns nur wiederholen: ich will keinen rapid-fan zu einem austria-fan machen

das geht nicht. aber bitte nicht so beleidigt sein, nur weil es halt ein paar leute gibt, die apple vll nur gut anstatt supergeilowahnsinnsgenial finden und kein foto vom steve jobs über ihrem bett hängen haben.

opryde
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sein posting war nicht mehr oder weniger inhaltsarm wie deines, welches, in einem satz, nur "apple macht eh nur marketing, schnüff, hätt ich bloss meinen pre noch, schnüff" aussagt - warum du dich von webos abgewandt hast und den "marketing-fön" iphone genommen hast, lässt dein beitrag offen und übrig bleibt eine weinerliche melange aus palm-nostalgie und iphone-bashing.

Max Edwin
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kein bashing

bin durchaus der meinung, daß apple solide und verlässliche teile baut, das hab ich auch mehrmals geschrieben. deswegen hab ich´s auch gekauft, als das bessere webOS den bach runterging.
im gegensatz zu "no comment" platziere ich meine apple-geräte allerdings nicht auf einen altar im herrgottswinkel meiner wohnung.

Analytische Tänzchen
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Seiner Zeit voraus? Wenn man sich das HP Touchpad anschaut, dort ruckelt alles und stürzt permanent etwas ab, dass ist auch der Grund wieso es keiner haben will..

Peter W1
 
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Dort ruckelt denn was genau, gutes Tänzchen? Und welche App stürzt denn auf deinem HP Touchpad so oft ab ;) ?

Ich will dich nicht weiter blossstellen. Einigen wir uns daher darauf, dass du in deinem Lebtag noch nie ein Touchpad in Händen gehalten hast und einfach nur irgendwelchen Fanboyquatsch von dir gibst.

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