Ostermayer erwartet "ein Stück mehr Gerechtigkeit"

2. Jänner 2012, 07:39

Maßnahmen dürfen nicht "zukunftsschädlich" sein - Ohne Steuern wird es nicht gehen - SP-Staatssekretär blickt zufrieden auf erledigte Punkte im Jahr 2011 zurück

Wien - SPÖ-Staatssekretär Josef Ostermayer geht fix davon aus, dass das Sparpaket 2012 nicht ohne steuerliche Maßnahmen auskommen wird. "Ich bin ein Mensch, der dem Realismus anhängt, und als solcher bin ich überzeugt, dass das notwendig ist", sagt er im APA-Interview. Das Paket müsse auch "ein Stück mehr Gerechtigkeit" bringen. Allerdings will er sich getreu der "Hühnerstall"-Devise von Bundeskanzler Werner Faymann nicht zum "Gackern" über konkrete Maßnahmen bringen lassen. Auf das Jahr 2011 blickt er angesichts einiger großer erledigter Brocken zufrieden zurück.

"10 Milliarden bis 2016, das ist nicht wenig", sagt Ostermayer zum Konsolidierungspaket. Der Staatssekretär ist in vier der fünf Arbeitsgruppen vertreten: "Ich bin ausgelastet." Als größte Herausforderung bezeichnet er "sicher die zwei Milliarden im Jahr 2012, weil es viele Maßnahmen gibt, die erst mittelfristig wirken".

Über Maßnahmen reden will er noch nicht, auch nicht über mögliche Steuerideen, die ja der Koalitionspartner ÖVP am liebsten gar nicht diskutieren würde. Die Ansicht seines Kollegens, SP-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder, dass das heimische Steuersystem "Gerechtigkeitslücken" aufweist, teilt er aber. "Unsere Herausforderung ist, dass wir ein Paket zustandekriegen, das einerseits die Summe erfüllt, andererseits nicht konjunktur- und zukunftsschädlich ist und das am Ende auch Stück mehr Gerechtigkeit bringt."

Keine Einsparung bei Volksgruppenförderung

Derzeit laufen die Verhandlungen in den Arbeitsgruppen, das Koalitionsklima bezeichnet Ostermayer als gut bzw. konstruktiv. Mitte Jänner soll es ein "Zwischen-Resümee" als Standortbestimmung geben, im März soll das Paket den Ministerrat passieren und dann dem Parlament vorgelegt werden, bekräftigt er den Zeitplan. Eine Regierungsklausur zum Thema hätte seiner Ansicht nach Sinn, sei derzeit aber nicht fix eingeplant.

Keinesfalls sparen möchte Ostermayer im Bereich der Volksgruppenförderung, sagt er gefragt nach möglichen "Tabubereichen". Das neue Volksgruppengesetz hätte er gerne noch im Jahr 2011 finalisiert; nach Kritik der ÖVP am Entwurf wird es dazu im Jänner noch Gespräche geben. Die Kärntner Ortstafellösung ist einer jener Brocken, mit deren Erledigung 2011 sich der Burgenländer zufrieden zeigt.

Weiters kann er auf seiner To-Do-Liste die Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit, das Bundesamt für Asyl und Migration und die Umsetzung der UN-Anti-Folter-Konvention, mit der die Volksanwaltschaft aufgewertet wird, abhaken. Weitere Aufgaben für die Volksanwaltschaft warten, im Jänner will man klären, wie diese künftig als Koordinierungs- bzw. Anlaufstelle für Missbrauchsopfer fungieren kann.

Ebenfalls im Jänner ist die Veröffentlichung des Berichts der Anti-Korruptionsgruppe des Europarats (GRECO) zu erwarten, der zwar schon vorliegt, aber noch ins Deutsche übersetzt werden soll. Über Inhalte will Ostermayer denn auch noch nicht sprechen, er verweist aber auf Gesetzesvorhaben, die von der Regierung unter dem Stichwort "Transparenzpaket" zusammengefasst werden: Das Medientransparenzgesetz wurde erledigt, das Lobbyistengesetz sei in der Zielgerade; über neue, strengere Regeln für Parteispenden verhandle man auf parlamentarischer Ebene und sei seiner Information nach schon "relativ weit". Das alles seien Punkte, die bereits in einem früheren GRECO-Bericht eingefordert worden seien. (APA)

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20 Postings
Genowo
00
12.1.2012, 15:31
Agrarministerium erneut Förderungkaiser.

Laut Förderbericht 2010 gab das Agrarministerium 2010 ganze 2.251.000.000 Euro (zweitauszweihundertfünzig Millionen Euro) Steuergelder als direkte Förderungen aus. Dazu erhalten die Bauern noch 177 Millionen Euro indirekte (steuerliche) Förderungen.

Jeder der 175.500 bäuerlichen Betriebe erhielt daher 2010 im Durchschnitt ganze 13.837 Euro Förderungen vom Staat, sprich vom Steuerzahler.
Für diesen Betrag müssen viele ArbeitnehmerInnen 10 bis 12 Monate arbeiten.

Die ÖVP hat also für ihre schwarzen Bauern so viel Subventionen herausgeschunden, wie die kleinen Hackler im Jahr verdienen. Wieso diese noch nicht brandschatzend über die Felder ziehen, entzieht sich meiner Einsicht. Am ehesten wohl, weil sie es schlicht nicht wissen.

fow
00
10.1.2012, 15:32
bitte welche "punkte" habt ihr deppen 2011 erledigt??

Head-Meets-Table

Ohr O Pax
11
10.1.2012, 10:22
Osti, geh´ Ortstafeln zählen.

Da kennst Dich aus. Und misch Dich bitte sonst nicht ein!

fasziniert
01
Zukunftsschädlich ist jedenfalls die Zerstörung der Umwelt und Gesundheit der Menschen durch den Flugverkehr

daher sind alle entsprechenden Steuerausnahmen abzuschaffen. Abgesehen davon, dass es nicht verständlich ist, warum eine arme Pensionistin für ihr Hezizöl Mineralölsteuer zahlt, während die Lufthansa für - noch dazu schwefelhaltiges - Kerosin nichts zahlt.

Aber auch Diskussionen über die Grundsteuer machen keinen Sinn, solange die FWAG für ihr riesiges Areal in Schwechat nichts zahlt.

Genowo
00
12.1.2012, 15:35
Sehr richtig!

Weltfremd ?
01
Seit neuestem

Intelligenzlücken oder ?

Jan Sommer
13
Ostermayer und Genossen personifizieren die Zukunftsfeindlichkeit schon zielmlich perfekt!

js

Bruno der echte
04
ohne Steuer wird es nicht gehen ...

fangt doch vorerste einmal zum Sparen an. Ein Tipp:weniger Inserate an befreundete Zeitungen!

pluralis modestatis
13
Staatsdiener

60 % Steuer - und Abgabenquote
Inklusive Indirekter Steuern zahlt der Privatangestellte in Österreich ca. 60 % an Abgaben für Staatsdiener.

Beamte und Staatsnahe sind die Profiteure des Systems.

Die Staatsdiener zahlen weniger Abgaben, da keine SV-Beiträge anfallen (dafür wesentlich bessere Ruhensbestimmungen - aus Steuern).

WARUM neue Steuern ?
WARUM keine Rationalisierung des öffentl. Dienstes ?

WARUM keine Sondersteuer nur für Beamte ?

P.S.
Bald wird man über die Abfertigung sprechen - weil keine Beamten davon betroffen sind.

Edimas
00
10.1.2012, 19:47

ich möchte wissen woher sie ihr gefährliches halbwissen haben?

ich bin staatsdiener (vertragsbediensteter) und zahle steuern und sozialversicherungsbeiträge.

ich bin nicht pragmatisiert, ich habe keinen versetzungs- oder kündigungsschutz und muss mindestens bis 65 arbeiten gehen.

ich verdiene bei gleicher ausbildung weniger als andere in der privatwirtschaft und darf mich für idealismus von ihnen auch noch beschimpfen lassen.

sie jammern über die beamten die "sie" bezahlen und sind wahrscheinlich beim AMS gemeldet und zahlen sowieso keine steuern. Danke!

Erika Rothen
06
"SP-Staatssekretär blickt zufrieden auf erledigte Punkte im Jahr 2011 zurück"

Außer "Punkten" wurde aber leider gar nichts erledigt... na gut, Österreich als Ganzes ist endgültig erledigt.
Grund zur Zufriedenheit ist das aber wirklich nur für unsere Parteikleptokraten.

lagrangian
05

sozi + gerechtigkeit = blinder + licht

Zynami
08
Niko Pelinka in den ORF

Ist das die Gerechtigkeit die er meint?

links kritik
 
09
in der regierung herrscht seit 2 jahren praktischer stillstand

und herr ostermayer blickt zufrieden auf 2011 zurück.

genau das ist euer problem liebe politiker - ihr habt den link zur realität völlig verloren.

cantanto
05
Herr Ostermayer,

gehen Sie doch bitte zurück in Ihre Bilderberger Akademie und richten Sie den Herrschaften aus, dass wir sie schon lange durchschaut haben....

Heinz Anderle
 
05
An die politischen Inzüchtler und Kretins aller Parteien und Couleur:

Beginnt mit dem "Sparen" bei Euresgleichen und Euch selbst. Spart euch die Lügen und Inserate. Erspart Euch uns.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Erika Rothen
01
Herr Dr. Anderle, Sie sind ein wenig ungerecht:

Es ist richtig, dass sich unsere Politkleptokratie überwiegend aus vollkommen inkompetenten Schwachmatikern rekrutiert.
Der Vorwurf, dass diese sich uns ersparen sollen, ist aber ungerecht, denn sie wurden von uns in ihre Ämter gewählt bzw. wir lassen sie in ihrem Treiben, welches letztlich ja nur die Inferiorität des von ihnen repräsentierten Volkes abbildet, gewähren.

Das ist Demokratie: jedes Volk bekommt die Regierung, die es sich erwählt.

Edmund der Fröhliche
014
,,Ein Stück mehr Gerechtigkeit" was heißt das?

Nicht soviel Widerstand bei Bestellung von ORF-Posten, mehr Freiheit bei der Vergabe von Inseraten, Versorgung aller Angehöriger des Wiener Parteiadels, also kein Job unter EUR 6.000,- brutto,
keine Kritik bei Schaffung von ,,Hat-zu-gebraucht-werden-Posten" in der ÖBB.

Ja wahrlich ich sage Euch, die letzten Wochen war Österreich nicht gerecht zu den Sozialdemokraten.

lekmido amars
02
"Gerechtigkeit" heißt,

bei den anderen sparen. Wer die anderen sind, das ist von Partei zu Partei unterschiedlich. Es verwundert aber, dass man auch schon über neue Steuergeschenke nachdenkt, bevor man weiß, wie und wo man überhaupt einsparen kann.

Bitte Ich Weiß Was
016
"Ein Stück mehr Gerechtigkeit"

gibt es, wenn diese rote Führungsmannschaft, die dauernd Demokratie mit Mediokratie gepaart mit inzestuösem Nepotismus verwechselt, abgewählt ist.

Eine echt grausige Chimäre wird da geritten.

Doppeldenk und Doppelsprech nein danke!

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