Der Schatz von Nimrud ist wieder da

11. Juni 2003, 11:25
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Großer Teil der verschwundenen Exponate des Museums von Bagdad in Geheimkammer entdeckt

Bagdad - Ein Großteil der gestohlen geglaubten Antiquitäten aus dem Bagdad-Museum sind nach US-Angaben in einer geheimen Kammer des Gebäudes entdeckt worden.

Von den ursprünglich 170.000 zum Teil jahrtausendealten Gegenständen, die Plünderer während des Irak-Kriegs vor gut zwei Monaten aus dem Museum geraubt haben sollen, fehlten noch 3000, teilten von den USA eingesetzte Fahnder am Samstag mit. "Anfang der Woche wurden 179 Kisten, die die überwiegende Mehrheit der Sammlung des Museums enthielten, sicher in einem geheimen Gewölbe entdeckt", hieß es.

Fast 8000 der wichtigsten Stücke des Museums hätten sich in den Kisten befunden. "Dies bedeutet, dass die Arbeit des Untersuchungsteams sich dem Ende zuneigt." Allerdings würden noch 47 Gegenstände vermisst, die zur Hauptausstellung des Museums und damit zu den wertvollsten Sammlungsstücken zählten.

Die US-Truppen sahen sich im April scharfen Vorwürfen ausgesetzt, als sie die Plünderung des Museums nicht verhinderten. Die Soldaten hätten nicht eingreifen können, weil sie zu sehr in Straßenkämpfe verwickelt gewesen seien, gab das Militär damals an. Fund im Tresorraum

Zahlreiche Besitztümer des Museums fielen jedoch gar nicht in die Hände von Plünderern, wie sich mittlerweile herausstellte. So hatten etwa Museumsmitarbeiter einige Gegenstände zur Sicherheit mit nach Hause genommen. Und ein besonders bedeutender archäologischer Fund, der berühmte Schatz von Nimrud, wurde am Donnerstag aus überfluteten Tresorräumen der zerstörten Zentralbank von Bagdad geborgen.

Zunächst war befürchtet worden, dass die zahlreichen mit Gold und Edelsteinen besetzten Nimrud-Artefakte aus der altertümlichen Zeit des Assyrerreiches verschwunden seien. Doch die US-Ermittler entdeckten sie, nachdem das Wasser aus den Tresorräumen im Kellergeschoss der Bank gepumpt worden war. Sie waren offenbar bereits in den frühen 90er Jahren in der Bank eingelagert worden. Die zwischen 1988 und 1990 in Grabkammern unter einem Palast in Nimrud, der zeitweiligen Hauptstadt der Assyrer, entdeckten Kunst- und Schmuckstücke stammen aus dem neunten Jahrhundert vor Christus.

Bei der Bergung stießen die Fahnder nach eigenen Angaben auf Leichen von Plünderern, die während Feuergefechten mit rivalisierenden Banden umgekommen sein sollen. Doch die Schlösser der Kisten, in denen sich der Schatz befand, seien unversehrt gewesen. Bald würden Experten des British Museum zur Begutachtung nach Bagdad kommen. Wie es zur Flutung der Tresorräume kam, wussten die Fahnder nicht. (Reuters)

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