Experten äußern Zweifel über angebliche mobile Biowaffenlabors

7. Juni 2003, 16:37
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Fachleute vielleicht zu "falschem Schluss" gedrängt

Washington - Amerikanische und britische Experten haben Zweifel geäußert, ob es sich bei zwei umgebauten irakischen Lastwagen-Anhängern wirklich um mobile Biowaffen-Labors handle. Wie die "New York Times" am Samstag berichtete, wurden die von der US-Regierung als Beweis für das irakische Biowaffenprogramm präsentierte Wagen von drei westlichen Teams untersucht. Zwei Gruppen seien ebenfalls der Meinung, dass die Wagen der Herstellung von Bakterien gedient haben könnten. Das dritte Team, in dem die ranghöchsten Experten vertreten waren, habe jedoch Zweifel geäußert.

Einer von ihnen erklärte der "New York Times", alle hätte so dringend nach dem schlagenden Beweis ("rauchenden Colt") gesucht, dass die amerikanischen Experten vielleicht zu dem falschen Schluss gedrängt worden seien. "Ich bin über das ganze Verfahren sehr verärgert", zitierte die Zeitung den Geheimdienstexperten. Ein Sprecher des US-Geheimdienstes CIA erklärte, jeder habe sein Recht auf eine eigene Meinung, die eigenen Fachleute seien aber weiterhin von der Richtigkeit ihrer Analyse überzeugt.

US-Präsident George W. Bush hatte die im April und Mai entdeckten Anhänger immer als Beweis für die amerikanischen Behauptungen präsentiert, dass der Irak über Chemie- und Biowaffen verfügte. Auf den Anhängern waren unter anderem Fermentierkessel montiert. Eine neue Gruppe von Fachleuten aus den USA, Großbritannien und Australien soll jetzt weiter nach Massenvernichtungswaffen im Irak suchen, nachdem bisher außer den beiden Lkw-Anhängern nichts Verdächtiges entdeckt worden ist.(APA/dpa)

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