Optimismus im letzten Interview

10. Juni 2003, 13:01
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Drei Tage vor seinem Tod erwog Möllemann noch Parteigründung und plante Urlaub auf Gran Canaria

Berlin - Der bei einem Fallschirmabsprung ums Leben gekommene ehemalige FDP-Politiker Jürgen Möllemann hat in einem Zeitungsinterview am Montag noch optimistisch in die Zukunft gesehen. Mölleman sagte der "Welt am Sonntag", gesundheitlich sei er "okay". "Herz, Kreislauf, Magen - alles wieder okay! In dieser Woche kann ich erstmals wieder mit dem Fallschirm abspringen in Marl-Loemühle, sofern das Wetter es zulässt." Bei dem Absprung am Donnerstag kam der Politiker unter noch nicht endgültig geklärten Umständen ums Leben.

Parteigründung

Zur Frage einer möglichen Parteigründung hatte Möllemann in dem Interview erklärt, das in der kommenden Ausgabe der "Welt am Sonntag" erscheinen soll: "Noch ist nichts entschieden." Es hänge "vor allem von drei Voraussetzungen" ab. "Wir brauchen Manpower, Unterstützer. Da machen wir im Moment Bestandsaufnahme. Es melden sich unheimlich viele, die mitmachen würden. Darunter sind gute Leute". Über die finanzielle Unterstützung für eine neue Partei führe er zahlreiche Gespräche. Das nehme am meisten Zeit in Anspruch. "Schließlich muss man sehen, dass einem an sich finanzkräftige Freunde nicht nur für die paar Anfangstage helfen. Da geht es schon um einen sehr langen Atem."

"Ohne meine Familie passiert da nichts"

Wichtig sei auch der Rückhalt der Familie. "Nach den Erfahrungen um die Jahreswende habe ich mir vorgenommen, politisch nichts mehr ohne die Rückkopplung zu Hause zu unternehmen. Im Klartext: Ohne meine Familie passiert da nichts." Der Klärungsprozess in dieser Frage werde die Zeit "bis Ende der Sommerpause" beanspruchen. "Das heißt nach dem Urlaub auf Gran Canaria, der diesmal erst im August beginnen kann." (APA/dpa)

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