Tschetschenien: Amnestie für Rebellen von neuen Kämpfen überschattet

7. Juni 2003, 12:19
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Bisherige Amnestien hatten Ziel einer spürbaren Dezimierung der Rebelleneinheiten verfehlt - Kämpfe bei Grosny

Moskau - Überschattet von neuen Kämpfen zwischen russischer Armee und Rebellen ist am Samstag in Tschetschenien eine weitere Amnestie für Freischärler in Kraft getreten. Das am Vortag vom russischen Parlament in abschließender Lesung bewilligte Gesetz sichert jenen Straffreiheit zu, die bis August in Tschetschenien die Waffen niederlegen und keinen Mord oder andere Verbrechen begangen haben. Die bisherigen vier Amnestien für Tschetschenien hatten ihr Ziel einer spürbaren Dezimierung der Rebelleneinheiten verfehlt.

Spezialeinsatz bei Grosny

Bei einem so genannten Spezialeinsatz gegen Stellungen der Rebellen im Argun-Tal östlich der Hauptstadt Grosny starb in der Nacht zum Samstag der stellvertretende Militärkommandant Tschetscheniens, Aud Jusupow. Das teilte die Verwaltung in Argun mit. Außerdem wurden zwei weitere Soldaten sowie ein unbeteiligtes Ehepaar getötet.

Nach russischen Angaben kämpfen derzeit noch 700 Freischärler in Tschetschenien. Ihnen steht ein Heer aus Soldaten, Polizisten und Geheimdienstkräften mit einer Stärke von etwa 80.000 Mann gegenüber. Im Durchschnitt sterben auf russischer Seite pro Tag drei Mann bei Anschlägen oder Gefechten in Tschetschenien. (APA/dpa)

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