Bombenanschlag in Kabul

10. Juni 2003, 12:04
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Ermittler entdecken Nummernschild des Täterautos - Hinweise auf El Kaida- Beteiligung - mindestens vier deutsche ISAF-Soldaten getötet

Kabul - Bei den Ermittlungen zu dem Bombenanschlag auf Soldaten der Deutschen Bundeswehr in Afghanistan ist das Nummernschild des bei der Tat benutzten Taxis gefunden worden. Die Behörden versuchten jetzt, den Halter des Fahrzeugs ausfindig zu machen, teilte Bezirkspolizeichef Abdul Rauf Taj mit.

Zu dem Selbstmordanschlag vom Samstag hat sich bisher niemand bekannt. Als mögliche Täter werden Angehörige des Terrornetzwerks El Kaida, versprengte Taliban-Kämpfer oder die Organisation des Rebellenführers Gulbuddin Hekmatyar vermutet. Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck sagte am Samstagabend im ZDF, es gebe Hinweise auf eine Beteiligung der El Kaida. Bei dem Anschlag auf einen Bus der Afghanistan-Schutztruppe ISAF kamen vier Bundeswehrsoldaten ums Leben, 29 wurden teilweise schwer verletzt.

Vier Soldaten getötet

Die Zahl der bei einem vermutlichen Selbstmordanschlag getöteten deutschen Soldaten in Kabul hat sich auf vier erhöht. Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) teilte am Samstag in Berlin mit, 29 weitere Bundeswehr-Soldaten seien verletzt worden, sieben davon schwer. Es sei das erste Mal, dass deutsche Soldaten Ziel eines terroristischen Anschlags geworden seien.

Die bei dem Anschlag getroffenen 33 Soldaten waren nach Angaben Strucks in einem Bus auf dem Weg zum Flughafen, um in den Urlaub oder nach Ende ihres Afghanistan-Einsatzes nach Hause zu fliegen. Offenbar habe ein Selbstmordattentäter in einem Taxi einen Sprengsatz neben den Bus gezündet.

Struck sprach von sieben Schwerverletzten. Bisher war von drei Toten und zehn Schwerverletzten die Rede gewesen. "Wir hoffen, dass sie am Leben bleiben", sagte Struck. Die Angehörigen der Opfer seien informiert worden. Die Verletzten würden nach der medizinischen Erstversorgung noch am Samstag nach Deutschland ausgeflogen, sagte der Minister.

In Kabul erklärte seitens der ISAF die britische Majorin Sarah Wood, die Bundeswehr-Soldaten seien auf dem Weg zum Flughafen gewesen, um nach Hause zu fliegen. Einige der Opfer des Anschlags hätten ihren Dienst in Afghanistan gerade vollständig beendet. Wood bestätigte damit Angaben der ARD, die die ISAF zunächst zurückgewiesen hatte. Die ISAF hatte zunächst erklärt, die Soldaten seien zum Flughafen gefahren, aber nicht auf dem Heimweg gewesen.(APA/Reuters/AP)

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    Sicherheits- und Rettungskräfte am Explosionsort in Kabul

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