Investkredit setzt auf deutsche Betriebe

6. Juni 2003, 19:43
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Eine Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau soll deutschen Mittelstand locken

Die auf langfristige Finanzierung von Kommunen, Unternehmen und Immobilien spezialisierte Investkredit will das Geschäft mit dem Mittelstand in Deutschland deutlich ankurbeln. "Der Hauptfokus unseres Geschäfts liegt derzeit neben der Akquisitionsfinanzierung mittelständischer Unternehmen vor allem bei der Projektfinanzierung", sagte Investkredit-Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender Wilfried Stadler vor Journalisten. Frankfurt habe sich zum deutschsprachigen Finanzzentrum für Mittelstandsfinanzierung entwickelt. Daher arbeite die Investkredit nun auch mit der für Förderungen zuständigen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammen. Derzeit sei die KfW dabei, ein Tochterunternehmen für den Bereich Export- und Projektfinanzierung aufzubauen. Daraus ergäben sich auch für die Investkredit-Kunden Synergien am deutschen Parkett, sagten Stadler und der Chefökonom der KfW, Norbert Irsch. Das neue Tochterunternehmen soll bis 2004 virtuell erprobt werden. Ab 2006 soll die KfW-Tochter dann allen Unternehmen zugänglich sein, so Irsch weiter.

Die Investkredit zieht ein Jahr nach ihrem Start in der Bankenmetropole Frankfurt eine positive Zwischenbilanz. "Unsere Kapitalausstattung reicht aus, um da zu bleiben", so Stadler. In Frankfurt, wo die Investkredit als einzige österreichische Bank präsent ist, werden hauptsächlich gehobene Firmenkunden mit bis zu 800 Mio. Euro Umsatz betreut. Meist deutsche Unternehmen mit Österreichbezug, solche, die über Österreich ihre Osteuropa-Geschäfte abwickeln wollen oder österreichische Unternehmen, die den deutschen Markt anpeilen. Warum die Investkredit weiteres Potenzial sieht? "Die deutschen Banken stecken zur Zeit in einer Kosten- und Ertragskrise. Diese Situation hat auch Auswirkungen auf die Mittelstandsfinanzierung", sagt Stadler. "Zwangsfusionen" und der Rückzug aus unrentablen Geschäftsfeldern seien an der Tagesordnung. (DER STANDARD Printausgabe, 7./8.6.2003)

Judith Grohmann aus Frankfurt
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