Bundesforste planen Abbau von 200 Jobs

6. Juni 2003, 18:54
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Zahl der Forstbetriebe soll halbiert werden - Streik nicht ausgeschlossen - Bund will 40 Mio. Euro Sonderdividende

Wien - Die Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) wollen die Anzahl ihrer 1.300 Mitarbeiter um rund 200 zu reduzieren. Diesen "Sparplan" wollen die ÖBf am kommenden Dienstag dem Zentralbetriebsrat vorlegen, berichtet das WirtschaftsBlatt in seiner Samstagausgabe. "Wir wollen den überwiegenden Teil der Betroffenen durch Altersteilzeit abfangen", bestätigte ÖBf-Sprecher Bernhard Schragl laut WirtschaftsBlatt. Zwei Forstbetriebe in der Steiermark und zwei in Salzburg seien in einem Probelauf bereits fusioniert worden. Künftig soll es an Stelle von 25 nur noch rund zwölf Forstbetriebe geben.

Stimmt der Betriebsrat bis 16. Juni dem Sparpaket zu, wollen die ÖBf das neue Konzept Ende Juni beschließen. Fest steht laut dem Blatt, dass die Belegschaft den ÖBf-Vorstand mittlerweile zwar für kompromissbereit hält, eine Einigung jedoch noch ausständig sei und ein Streik nach wie vor nicht ausgeschlossen wird. "Es gibt eine gewisse Annäherung", wird ÖBf-Betriebsrat Andreas Freistetter zitiert. Die Belegschaftsvertreter wollen demnach einen Abbau von maximal 100 Mitarbeitern bis zum Jahr 2010 akzeptieren. Darüber hinaus sei die Möglichkeit der freiwilligen Altersteilzeit begrenzt. Nur 80 Mitarbeiter hätten bisher einen entsprechenden Vertrag unterschrieben, erklärte Freistetter.

Hartes Marktumfeld

Der Grund für die schlankere Verwaltung liegt im harten Marktumfeld. "Die Holzpreise stagnieren, unsere Produktion nimmt ab", so Schragl. Neues Wachstum ließe sich nur durch interne Optimierung erzielen. Die Belegschaft hingegen sei überzeugt, dass sich das aktuelle Ergebnisniveau auch ohne Jobabbau halten ließe. Einziges Ziel der ÖBf sei, die Gewinne zu steigern, so der Vorwurf.

Fix sei jetzt auch, dass die ÖBf erneut einen kräftigen Budgetbeitrag leisten sollen. Finanzminister Karl-Heinz Grasser fordert von den ÖBf für 2004 eine Sonderdividende in Höhe von 40 Mio. Euro, heißt es. Diese Summe gehe aber über die ÖBf-Gewinnsubstanz hinaus, ein Zugriff auf Rücklagen wäre notwendig. Die ÖBf werten den erneuten Eingriff daher als substanzielle Bedrohung und planen, den Nationalrat zu informieren, heißt es laut WirtschaftsBlatt aus Verhandlungskreisen. Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Dividende soll bis Anfang Juli fallen. (APA)

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