Frauenkunstpreis geht an Isabella Ban

6. Juni 2003, 19:05
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Künstlerin durch politische Situation in ihrem Schaffen bedroht

Wien - Die Malerin und Plastikerin Isabella Ban (34), Wirtin des Kulturcafes OM in Klagenfurt, ist die Trägerin des 12. Frauenkunstpreises des Vereins "Pro Kultur & kontra Gewalt". Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, außerdem will der Verein SponsorInnen für die Kulturcafe-Miete finden. Damit werde eine Künstlerin gewürdigt, "die durch die politische und gesellschaftliche Situation in Kärnten in ihrem kreativen Schaffen bedroht ist", meinte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien Isabella Trunk, Vorsitzende des Vereins "Pro Kultur & kontra Gewalt" und der SPÖ-Frauen Kärnten.

Freiheit der Kunst verteidigen

Isabella Bans Installationen arbeiten mit der Ästhetik der Leere und schaffen dadurch Spannung. Sie hat zahlreiche internationale Ausstellungen, oft zusammen mit Viktor Rogy, bestritten. Im Kulturcafe OM in Klagenfurt setzte sich die Künstlerin kritisch mit der ersten schwarz-blauen Bundesregierung auseinander, was zur Kündigung ihres Pachtvertrages führte. "Ein weiterer Grund, gerade ihr den Frauenkunstpreis zu verleihen und das Grundrecht der Freiheit der Kunst zu verteidigen", unterstrich Trunk.

Frauen nach wie vor diskriminiert

Der Frauenkunstpreis habe nichts mit einer Trennung des Kunstschaffens in Männer und Frauen zu tun, da Kunst diesem Grenzen-Ziehen widerspreche, betonte Trunk weiters. Vielmehr sei er ein Hinweis, dass Frauen in ihrem gesellschaftlichem und künstlerischen Leben nach wie vor diskriminiert würden. Die politische Starre in Kärnten veranlasse nicht alle KünstlerInnen wegzugehen. Erstaunlicherweise bringe gerade Kärnten eine Vielzahl an KünstlerInnen hervor - ein Beispiel dafür, dass "Kreativität auch in einem starren Land möglich ist", unterstrich Jurysprecherin Edith Darnhofer-Demár.

übergangene Künstlerinnen

Grundlage für den Frauenkunstpreis war die Idee, dass Österreich im internationalen Vergleich zwar eine große Zahl herausragender Kunst schaffender Frauen hat, diese aber von Kulturpreisen und Förderungen übergangen werden. "Wir warten seit zwölf Jahren, dass die öffentliche Hand unserem Tun folgt", kritisierte Trunk. (APA)

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