Volksschauspielerin Maria Singer gestorben

6. Juni 2003, 20:14
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"Auf der Bühne tut nichts weh" - Von Tatort bis Claus Peymann

Aschheim/München - Die aus Österreich stammende Volksschauspielerin Maria Singer ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Die in Aschheim bei München lebende Darstellerin starb bereits am vergangenen Mittwoch, teilte der Bayerische Rundfunk am Freitag mit. Das Bayerische Fernsehen wird am Pfingstmontag um 14.30 Uhr ein halbstündiges Porträt unter dem Titel "Auf der Bühne tut nichts weh" zur Erinnerung an Maria Singer senden.

Neben der Bühne war die im österreichischen Ebenzweieraltmünster am Traunsee geborene und in Salzburg aufgewachsene Eisenbahntochter vor allem auch in zahlreichen Fernsehserien wie "Zwei Männer am Herd" oder im "Komödienstadel" zu sehen. Auch in etlichen TV-Krimis wie "Tatort", "Derrick", "Der Alte" oder "Polizeiinspektion 1" wirkte sie mit. Max Reinhardt entdeckte die 17-jährige Schülerin des Mozarteums 1931 bei Proben zur Tischgesellschaft des "Jedermann".

Nach ihrer Ausbildung im Max-Reinhardt-Seminar in Wien erhielt sie 1934 ihr erstes Engagement am Stadttheater von Schneidemühl in Pommern. Nach dem Krieg wechselte sie nach Innsbruck, bevor August Everding die Darstellerin an die Münchner Kammerspiele holte. Dort spielte sie unter anderem in Ödön von Horvaths "Geschichten aus dem Wienerwald" und in Bert Brechts "Herr Puntilla und sein Knecht Matti".

Claus Peymann engagierte sie 1972 für seine Inszenierung von Thomas Bernhards "Der Ignorant und der Wahnsinnige" bei den Salzburger Festspielen. In den vergangenen Jahren war Maria Singer immer wieder am Münchner Volkstheater zu sehen, wo sie zuletzt in der Rolle des Hohen Alters in Nestroys "Bauer als Millionär" unter der Regie von Ruth Drexel auf der Bühne stand.

(APA)

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