Iran zur Unterzeichnung eines Atomprotokolls mit Moskau bereit

6. Juni 2003, 22:20
posten

Verbrauchte Uran-Brennstäbe sollen an Russland zurückgegeben werden

Teheran - Der Iran ist zur Unterzeichnung eines Protokolls über die Rückgabe verbrauchter Uran-Brennstäbe an Russland bereit. Das erklärte der iranische Botschafter in Moskau, Gholam-Reza Shafei, nach Meldungen der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA vom Freitag. Der Entwurf eines solchen Abkommens sei bereits fertig gestellt, sagte der Botschafter.

Russland soll die Brennstäbe für den Betrieb des Atomkraftwerks in Bushir am Persischen Golf liefern, drängt Teheran aber zur Unterzeichnung eines Protokolls über die Rückgabe der Brennstäbe, so dass aus ihnen kein Plutonium zur Herstellung von Atombomben gewonnen werden kann. Der Iran ist nach Angaben des Botschafters dabei, die Technik zur Herstellung eigener Kernbrennstäbe zu entwickeln, habe diese aber noch nicht selbst produziert. Die USA werfen dem Iran vor, an einem geheimen Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Teheran hat dies zurückgewiesen und erklärt, sein von Russland unterstütztes Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken.

Russland macht die Lieferung von Kernbrennstäben an den Iran nach Angaben des Außenministeriums nicht vom Beitritt Teherans zu einem Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) abhängig. Wichtiger sei, dass der Iran ein Abkommen über die Rückgabe des Spaltmaterials an Russland unterzeichne, sagte Ministeriumssprecher Alexander Jakowenko am Donnerstag in Moskau.

Beim G-8-Gipfel in Evian hatten westliche Teilnehmer von einer angeblichen Kehrtwende von Präsident Wladimir Putin in der nuklearen Zusammenarbeit mit Teheran gesprochen. Russland wolle die Kooperation aussetzen, solange Teheran das IAEO-Zusatzprotokoll über verschärfte Kontrollen seiner Atomanlagen nicht unterzeichne, hieß es. Dies wurde in Moskau nicht bestätigt.(APA/dpa)

Share if you care.