EU-Kommission prüft neue Beweise gegen Microsoft

6. Juni 2003, 16:23
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Abschluss des Verfahrens verzögert sich mindestens um zwei Monate

Der Abschluss des EU-Verfahrens gegen Microsoft verzögert sich voraussichtlich. Wie die New York Times berichtet, führt die EU-Kommission zusätzliche Erhebungen durch. Die Wettbewerbshüter sandten einen Fragebogen an Musik und Film-Gesellschaften aus, in dem diese zu den Verbreitungstechnologien ihrer Multimedia-Inhalte im Internet befragt werden.

Verzögerung

Beobachter gehen davon aus, dass die Erhebung den Abschluss des Verfahrens um mindestens zwei Monate hinausschieben wird. Sie nehmen an, dass die Kommission ihren Fall wasserdicht präsentieren will. Diese Verzögerung kommt überraschend, da Wettbewerbskommissar Mario Monti noch Herbst 2002 erklärt hatten, dass die Erhebungen abgeschlossen seien. Sollte dagegen die jüngste Untersuchung neue Beweise bringen, könnte sich das Verfahren noch über ein Jahr hinziehen.

Vorwurf

Die Kommission hat im Jahr 2000 dem Softwarekonzern vorgeworfen, mit dem Bundling seines Media-Players mit seinem Betriebssystem einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten wie RealNetworks erhalten zu haben. Gleichzeitig vertritt die Kommission die Auffassung, dass Microsoft seine Marktmacht bei PC-Systemen zu seinem Vorteil auf dem Markt für einfachere Server-Betriebssysteme verwendet hat. (pte)

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