Braucht es bei uns mehr Dissidententum?

1. Jänner 2012, 19:01

Was wir von Václav Havel und seinen Freunden lernen können

Die Nachrufe auf Václav Havel im Ohr, fragen sich viele: Was ist das eigentlich, ein Dissident? Jemand, der oder die einfach abweichende Meinungen vertritt? Es waren spezifische Umstände, die die Figur des "Dissidenten" entstehen ließen: autoritäre und ideologisierte Regimes, in denen das Vertreten einer abweichenden Meinung mit Risiken und Opfern verbunden war; in denen eine demoralisierte und verängstigte Bevölkerung die Ordnung der Dinge hinnahm. Die Waffe des Dissidenten war das Wort, gerade eben, weil schon die bloße abweichende Rede als Angriff auf das Regime empfunden wurde. In den liberalen Demokratien des Westens sind die Umstände natürlich völlig andere. Aber womöglich können auch wir von Havel und seinen Freunden und Freundinnen etwas lernen. In den sentimentalen Nachrufen auf den scheuen Helden von Prag schwang jedenfalls mehr als eine Prise Sehnsucht mit - die Sehnsucht nach ganz anderen politischen Akteuren, aber auch nach einer existiellen Ernsthaftigkeit. FS Misik versucht diese Woche, zu ergründen, was wir von den Dissidenten lernen können. Was praktischerweise gleich in gute Vorsätze für das Jahr 2012 übergeht.

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Hier mal was Lustiges zur Hausmeisterordnung

... Handy-Verbot am Sessellift? Supervision zwischen Landwirten und Mountain-Bikern. Neue Hausmeister Regeln, hier posten: http://sanktonlein.at/onleiner/?p=4490

Ich glaube, unsere Eltern und Großeletern hatten es leichter, da gab es im Außen ganz klare Übelstände, Regimes, Arbeitsungerechtigkeiten, Faschismus etc., die es zu überwinden galt. Heute ist alles viel diffiziler, der Kampfplatz hat sich

ins Innere des Menschen verlagert. Der Feind ist allerdings nicht geringer als zu Kommunismus- oder Faschismuszeiten. Im Gegenteil, die Herausforderung, vor der wir heute stehen, ist vermutlich noch viel größer als diejenige unserer Großeletern: Wir zappeln in einem Netz aus Kommerzwahn, Unterhaltungsmatsch, Nihilsimus, Egomanie und Konsumlogik.
Auch die Bürgerüberwachungs-Allüren feiern eine Renaissance wie zu Ceaucesus Zeiten und wie es noch vor Kurzem niemand für möglich hielt.

Das Ganze wird uns jedoch hochglanzpoliert mit einer Raffinesse und einer sagenhaften Taktfrequenz eingetrichtert, der nur wenige etwas entgegensetzen können.

Mit einem Wort: Es gibt viel zu tun, wenn wir unseren Kindern eine schizophrene Welt ersparen wollen

wenn Sie einen erklärenden Internet-"Link" zum Wort "Dissident" gelegt hätten, würde ich sie nicht als komischen Interleckduellen bezeichnen.

2012 ist noch so jung und Sie geben sich schon der lächerlichkeit Preis? hätten sie ihren webbrowser dazu verwendet um bei der Suchmaschinen ihres Vertrauens nach dem Begriff zu suchen, wären uns zwei dumm-postings erspart geblieben. in Zeiten des internets ist Information eine holschuld.

um einen Artikel flüssig zu lesen, sollte man nicht unbedingt ein Bier dazu benötigen.

Vielleicht hätten dem Präsidenten Havel ein paar Dissidenten ganz gut getan.

Ich weiß, über Tote soll man nichts Böses sagen. Doch bei aller berechtigter Wertschätzung für den Dissidenten Havel:

Der Präsident Havel war einer der ganz wenigen Politiker Europas, ja sogar weltweit, die den Angriffskrieg George W. Bushs auf den Irak damals kritik- und bedingungslos unterstützt hat, obwohl die große Mehrheit der tschechischen Bevölkerung diesem Krieg ablehnte.

Trotz dieser breiten Ablehnung beteiligte sich Tschechien in der Folge mit 317 Soldaten an der „Koalition der Willigen“. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie entsetzt und fassungslos viele seiner Verehrer damals waren.

Man sollte man auch diese Facette seiner Biografie nicht unter den Tisch fallen lassen.
Auch das war Havel.

auch ein bissal billig von nachgeborenen würschtln, die auf die butterseite diverser staatsgrenzen geboren wurden, solche meldungen von sich zu geben.

vielleicht hat man ja als jemand der in einer diktatur lebte/litt einen etwas anderen weniger theoretischen blick auf diktaturen.

vielleicht war er ein bissal naiv gut, war vielleicht ja auch kein geborener antiamerikaner und konnte sich deshalb gut vorstellen, dass ein irak ohne saddam besser dran ist.

er hätte halt die geschichte der moslems besser kennen müssen (jahrhunderte langes gegenseitiges abschlachten). stimmt das hätte er erahnen können, hab ich auch nicht, also bin ich ja in guter gesellschaft.

ja sie haben natürlich vollkommen recht. wahrscheinlich, weil er nicht in guatemala geboren war zum beispiel

Sie waren damals aber (vermutlich) kein Staatsoberhaupt, also sei Ihnen Ihre Naivität verziehen.
Bei Havel liegen die Dinge anders.

und SIE waren damals Staatsoberhaupt? oder sind SIE Iraker, der damals im Irak gelebt hat?

Vielleicht ist der Irak ohne Saddam "besser dran".

Nordkorea wäre vermutlich ohne Kim Jong-Un "besser dran".
Und Syrien ohne Assad, China ohne Wen Jiabao, Simbabwe ohne Mugabe, Iran ohne Ahmadinedschad, Kongo ohne Kabila, Sudan ohne al-Baschir, Myanmar ohne Than Shwe und, und, und ……

Aber jetzt mal ehrlich: Wollen sie wirklich gegen all diese Staaten einen Krieg anzetteln? Weil sie ohne ihre Diktatoren vermutlich "besser dran" wären? Und wie erklären sie den Angehörigen der 100.000 toten irakischen Zivilisten, dass sie jetzt "besser dran" sind?

Es war nicht an George W. Bush zu entscheiden, ob 29 Millionen Iraker ohne Saddam Hussein "besser dran" sind.
Und auch Václav Havel stand diese Entscheidung nicht zu!
Einzig das irakische Volk hätte darüber entscheiden dürfen.

Völlig richtig, was du da schreibst. Trotzdem bist du in den Augen vieler nur ein weiterer Anti-Amerikaner. Vermutlich hält man dich sogar für einen Saddam Hussein Anhänger, weil Bush hat uns schließlich gesagt: Wer nicht für den Krieg ist, der ist für die Terroristen.

ganz ein einfacher, und er muß nicht mal ein antiamerikaner sein.

Keine Konsequenzen für stillen Protest?

http://wp.me/ppibD-4X

Es lebe Havel:

Es heißt nicht "Hatschi Havel" sondern "At' zyje Havel", wobei das z wie das "J" in Journal ausgesprochen wird.

Klugscheixx aus//

Erklären ist nicht klugschei*en

Sie geben uns dankenswerterweise eine zusätzliche, berichtigende Information und nehmen daraufhin gleich wieder die in Österreich übliche intellektuellenfeindliche Position ein. Wieso denn? Wir wurden durch Sie klüger und nicht zugeschi**ener.

Dissidententum ? ... so etwas wie Tierschützer ?

"Tscharta 77"? So wie in Magna Tscharta?

Nein, mein lieber Misik!

Die Charta ist das lateinische Wort für ein grundlegendes Dokument, in diesem Fall die im Januar 1977 veröffentlichte Petition gegen Menschenrechtsverletzungen in der Tschechoslowakei.
Und so wie in der Sprache, aus der das Wort kommt, spricht man es auch aus:

Karta 77.

Das gilt übrigens auch für die Charta der Vereinten Nationen und die europäische Grundrechts-Charta.

"Tschartern" tut man ein höchstens eine Segelyacht.

Ich weiß, selbst Kurt Waldheim sprach von der "Tscharta" der Vereinten Nationen.
Aber der war ja auch der Ansicht, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien eine "Campaign".
Nur weil die Amis das Wort falsch aussprechen, müssen wir sie doch nicht gleich nachäffen, oder?

also mir gfoit des Tscharta ist so nett österreichisch so wie gaugau.... ;-)

Wenn "Tscharta" österreichisch wär', würde ich es mit Zähnen und Klauen verteidigen, genauso wie ich ganz selbstverständlich "Gaugau" verteidige.
Aber "Tscharta" is nun mal amerikanisches Pidginlatein und net österreichisch.

Kein Titel

Mein Bekannter ist Dissident von heute. Es ist ein 24-h-Job in einer Zelle mit beschränktem Ausgang. Der Mann wird provoziert, sabotiert und terrorisiert bis in den Schlaf. Überwachungsstaat übt an ihm Perfektion, man eskortiert ihn auf allen Wegen. Wenn man ihm die elektronische Schreibmaschine abschießt, handelt es sich um eine Übung gegen Cyberkriminalität. Wird seine Partnerin psychologisch aufgebracht, geschieht das zu ihrer Sicherheit. Man will ihn in den Selbstmord treiben oder in die Klapsmühle. Der Mann hat kein schönes Leben. Er ist kein Anführer, kein Held, kein Promo und kein Promi. Niemand möchte in seiner Haut stecken.

mein beileid... irgendwie ist der pfeil in dem film: "kennen sie den?" ja eh schon die vorbereitung darauf, dass der minsk letztlich mit dem artikel schon die opfer abzockt indem er erwaehnt, dass sie dissidenten sein koennten, der havel sagt selbst das war zufall, es hat ueber die gesamte zeit hunderte wie ihn gegeben... es geht einfach darum die aufmerksamkeit zu lenken und zwar nur wenn man "gut" schreibt, am besten soll die wahrheit "literatur" sein und nicht realitaetsabbildung... aber es scheint eine strategie des westen zu sein den "gerechten dissidenten" zu finden um das "regime" zu destabilisieren, dabei ist es der westen der instabil ist (verfassungsrechte wo?)

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