Schuldenkrise, Ratings und US-Wahlen sind Thema. Investoren könnten daher 2012 neue Märkte erobern, beispielsweise Indien
New York / Neu-Delhi - Das neue Börsenjahr beginnt mit den alten Themen.
Die Schuldenkrisen in Europa und den USA, politische Unruhen in der Welt
und die sinkende Kreditwürdigkeit großer Industrienationen werden die
Investoren weiter in Atem halten. "Es wird zunehmend realisiert, dass
die Weltwirtschaft in Gefahr ist", sagt Bruce Bittles,
Chef-Investmentstratege bei Robert W. Baird. "In jedem Winkel dieser
Erde gibt es Unsicherheiten."
Sollten sich etwa Italien und Spanien weiterhin nur zu hohen Zinsen
frisches Kapital am Markt besorgen können, könnte das die Krise in
Europa weiter verschärfen. Zudem steht die Entscheidung der
Ratingagentur Standard & Poor's zur Kreditwürdigkeit der Eurostaaten
noch aus. S&P hatte gedroht, 15 Länder der Eurozone herabzustufen und im
Zuge dessen auch Deutschland und Frankreich ihre Bestnote zu entziehen.
Auch in den USA gibt es hohe Hürden. Dreimal wurde 2011 eine drohende
Pleite knapp abgewendet. Die verfahrene Situation im US-Kongress - im
Repräsentantenhaus haben die Republikaner die Oberhand - dürfte sich
wohl nicht lösen. Im Gegenteil, Investoren erwarten weitere Verkeilung
bis zu den Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November.
Indien öffnet Markt
Investoren könnten daher 2012 neue Märkte erobern. Indien beispielsweise
öffnet ab 15. Jänner seine Börse für ausländische Privatinvestoren und
will damit Kapital anlocken sowie die Marktvolatilität reduzieren.
Bisher war es ausländischen Privatanlegern nur auf indirektem Weg über
Investmentfonds oder über institutionelle Finanzvehikel möglich, an der
indischen Börse präsent zu sein. In den vergangenen 20 Jahren hat sich
die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens schrittweise für ausländische
Investitionen geöffnet. (Reuters, bpf, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2.1.2011)