Börsenjahr 2012

Wohin die Reise geht

Kommentar | Bettina Pfluger, 1. Jänner 2012, 18:55

Der Wettkampf zwischen den Handelsplätzen ist vielleicht die spannendere Börsenstory

Das neue Jahr beginnt für die Finanzmärkte mit den altbekannten Themen. Die Suche nach Lösungen für die Euro-Schuldenkrise und das ausufernde US-Defizit werden den Handel ebenso bestimmen wie die zur Lösung dieser Probleme angedachten Maßnahmen - Stichwort Finanztransaktionssteuer.

Abgesehen davon werden heuer aber noch andere Geschehnisse auf die Investoren einwirken. Geben die Wettbewerbsbehörden ihre Zustimmung, fusionieren Deutsche Börse und Nyse-Euronext Ende des ersten Quartals zur weltweiten Nummer eins der Handelsplatz-Betreiber. Zugleich öffnen bisher verschlossene Börsen ihre Pforten. Indien ermöglicht privaten Investoren ab Mitte Jänner den direkten Zugang zur Börse - das war bisher nur über Fonds möglich. China hat seine Regeln bereits zaghaft gelockert und erlaubt ausländischen Unternehmen die Begebung sogenannter Panda-Bonds, also Anleihen in Renminbi - zudem wurden die Aktienquoten für ausländische Fondsgesellschaften ausgeweitet. Aber auch die außerbörslichen Handelsplattformen rüsten sich. Bats Global (USA) und Chi-X (Europa) wollen ihren Handel heuer zusammenlegen. Sie ziehen ob ihrer günstigen Konditionen bereits jetzt massiv Umsätze von den traditionellen Börsen ab.

Die Frage für 2012 ist also nicht nur, was an den Börsen passiert. Der Wettkampf zwischen den Handelsplätzen um den Anleger ist vielleicht die spannendere Börsenstory. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2.1.2011)

duplo66
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Eine wirklich "echte" und, je nach Ausführung, sogar sehr sinnvolle "Innovation" für die so genannten "Finanzmärkte" wäre eine Rückkehr zur Vernunft. Sprich, eine neuerliche Regulierung, welche die Aktienwetten einer Lotterie gleichstellt. Besteuerung von jedem "Aktiengewinn", keine Absetzbarkeit der Verluste, Verbot von "Finanzprodukten", die nur auf "virtiellen" Gewinnen beruhen und somit nichts mit der Realität zu tun haben.

Nicht der reine Besitz einer Aktie sollte für so genannte "Investoren" wichtig sein, sondern die Teilhaberschaft an Unternehmen und deren Gewinn.

Aber das bleibt wohl noch bis zum nächsten "echten" Crash eine Utopie. Schade, die Welt hätte bereits aus so vielen Ereignissen lernen können. Lauter vertane Chancen.

T. Lurker
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Sorry - aber sie haben keine Ahnung ... !

Ja, ich bin für ein verpflichtendes Regelwerk für Finanzprodukte. Aber das muss einerseits auch den (ausufernden) OTC-Handel mit einschliessen und möglicht flächendeckend zum Einsatz kommen.
Das Problem ist, dass nurmehr ca. 20% des Geschäfts Kundenhandel ist - der Rest sind institutionelle Eigen- Nostro- etc. Geschäfte!

Es macht keinen Sinn, die kleinen Privaten noch mehr abzuzocken, es muss endlich wieder eine entsprechende (Anleger-)Kultur geschaffen werden. Wenn der Durchnittsösterreicher weiterhin zwar die Meistermannschaft Rapids aus dem Jahr 198x herunterbeten kann, aber Aktien für hochkompliziertes Teufelszeugs hält - dann sehe ich für die weitere Zukunft eher schwarz.

Just my 2ct - T.L.

her wig
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Eigentlich sind Börsen ziemlich unwichtig, zumindest solange der Wettbewerb gegeben ist. Interessant wird die Öffnung von Schwellenland-Märkten, denn das wird dazu führen dass viel westliches Kapital dorthin fliesst - weil es dort noch die Wachstumskurse gibt.

byron sully
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es wäre sehr wünschenswert, daß börsen unwichtig wären. leider ist aber in der realität das genaue gegenteil der fall.

sunny12
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"Eigentlich sind Börsen ziemlich unwichtig, zumindest solange der Wettbewerb gegeben ist."

Sie haben es geschafft in einem Satz Ihre völlige Inkompetenz in diesem Thema zu demonstrieren. Gratuliere.

Reich sein muss sich lohnen!
04
Oh ja, ich halts kaum noch aus vor Spannung

Wie wird das neue Börsen-Oligopol aussehen?

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