Reformen in der Union: Der Euro trägt Europa

Kommentar | Thomas Mayer, 1. Jänner 2012, 18:37

Das ist ein gutes wie richtiges Versprechen, nicht nur für die Deutschen, sondern vor allem auch für die übrigen europäischen Völker

Unter all den Neujahransprachen, die mit dunklen Tönen und Warnungen nicht gerade geizten, war die der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel die für Europa vermutlich wichtigste. Auch sie bereitete ihre Landsleute auf "Rückschläge" vor. Sie deutete harte Maßnahmen an. Aber Merkel machte auch unmissverständlich deutlich, was für ihre Regierung 2012 trotz allem das Wesentlichste sein wird: Berlin wird sich stärker einer gemeinsamen europäischen Politik mit den Partnern - also gemeinsamen Lösungen - zuwenden als je zuvor.

Das ist ein so gutes wie richtiges Versprechen, nicht nur für die Deutschen, sondern vor allem auch für die übrigen europäischen Völker. Denn das abgelaufene Jahr war vor allem in Ländern mit deutscher Sprache ohnehin weit übertrieben davon geprägt, das Scheitern der EU, den Zusammenbruch der Eurozone, die Renaissance des Nationalismus und die Abkehr Deutschlands von Europa zu beschwören. Euro-Düsternis nahm gefährlich überhand, selbst in seriösen Medien wurde der Eindruck erweckt, als sei der Euro eine Plage für die Deutschen, nicht ein wirtschaftlicher Segen.

Was das bewirkt, lässt sich im Wahlkampf in Frankreich beobachten: noch mehr Angst vor und Wut über Deutschland. Das frisst Europas Seele auf. Zehn Jahre nach Einführung des Euro-Geldes sollte man sich daran erinnern, was der Euro politisch gesehen bedeutet: Er trägt Europa. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2.1.2011)

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Posting 1 bis 25 von 40
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Räudiger Straßenköter
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Gute und richtige Versprechen von Merkel?

Umfragen zufolge wollen etwa 2/3 der Deutschen keine Transferunion. Merkel wird diese nun gegen den Willen ihrer Bevölkerung durchsetzen. Statt die Wahrheit zu sagen, wird eine Phantomdiskussion zum Thema Stabilitätspakt geführt, von dessen Erfolg niemand wirklich überzeugt ist. Zuerst wird der Traum vom Stabilitätspakt platzen und darauf folgend auch der von einer deutschen Führungsrolle in der EU. Was geschieht? Die Pannenserie des Euro geht in die nächste Runde und wird immer gefährlicher.

Politisch unkorrekt
00
Das ist ja das Problem: wir sind primär eine Geldunion. Leider ist auch weit und breit kein gemeinsamer "Außenfeind" in Sicht - nichts wirkt integrativer. Naja, vielleicht die Finanzmärkte.....

NONE
02

Ich kann diese positive whitewashing-Propaganda nicht mehr hören.

Mir ist das auf Jahren auf Euronews aufgefallen. Da gibt es beständig unkritische pro-EU Propaganda. Ich kann ja verstehen das man die EU in einem positiven Licht darstellen möchte, aber wenn es um Dinge geht wie ein Glühbirnen-Verbot dann existiert dies primär aufgrund Lobbyarbeit.

Was die EU plagt sind Verräter in der EU die entweder in die eigene Tasche scheffeln oder die EU an die USA verraten - meistens über die NATO.

Die EU in der aktuellen Form funktioniert einfach nicht.

Entweder man möchte eine echte Union, dann aber ohne NATO und andere Verräter.

Oder man konzentriert sich auf eine reine Wirtschaftsunion, dann muss Brüssel aber weniger Macht haben.

byron sully
00

:-€

papst benedikt
08

jubelpropaganda. wie immer. seriöser journalismus sieht anders aus, aber das darf man ja hier nicht sagen.
wie in nordkorea wird auch in mayers kommentaren kritik gar nicht erst durchgeschaltet.

hedgehog
30

Heiliger Bimbam, ziehen's bitte die roten Versace-Schuhe aus!

NONE
03

Sein Kommentar ist zu 100% korrekt.

Chi-Unit
05
Der Euro trägt Europa? Wohin denn?

ins wirtschaftliche Verderben. In zunehmende Zentralisierung - da man schließlich anno dazumal nicht genügend Druckmittel hatte, um eine zentralisierte europäische Wirtschaftspolitik durchzusetzen, die der Euro gebraucht hat, nahm man den jetzigen Zustand bewusst in Kauf - wohlwissend, dass der volkswirtschaftliche Supergau, der durch den Euro erst ausgelöst wurde, nun den Weg für Zentralisierung und zusätzliche Kompetenzen an die EU ebnet.

andreas wreiser
 
15
Wirtschaftskrieg Deutschlands gegen Europa

durch 15 Jahre Lohndumping
(Lohnsteigerungen unter Inflation und Produktivitätssteigerungen)
hat den Euro zerstört.
Jetzt haben die Deutschen gesiegt,
gigantische Exportüberschüsse,
und kommen jetzt Allmählich drauf,
dass sie dabei eigentlich die größten Verlierer sind,
weil die Pleitestaaten ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können.
und sie noch dazu Ihre eigene Wirtschaft,
Konsum und Inlandsnachfrage infolge des
Exportfetischismusses zerstört haben.
Jetzt haben sie den größten Niedriglohnsektor Europas mit Millonen von Prekärbeschäftigten,
1 Euro Jobs und Leiharbeitern.
Dieses Wirtschaftliche und Gesellschaftliche Desaster hätten sie sich erspart wenn sie sich nur an die Euroregeln gehalten hätten.

Threonin
00

Die Köhne in Deutschland sind im Schnitt nicht niedriger als in anderen Ländern Europas. Die Deutschen leisten für ihren Lohn nur mehr, weshalb die Stückkosten niedriger sind.

Wichtig bei den Lohnkosten sind aber die Kosten pro Zeit und die sind in D nicht so viel niedriger, eher im gegenteil.

In Griechenland kostete 2009 die Arbeitsstunde 13,80 in D kostete sie 30,90.

2010 und 2011 wird sich die Differenz nicht so stark geändert haben.

Politisch unkorrekt
02
Diese Rechnung ist für den deutschen Arbeitnehmer völlig unwichtig. Für den zählt nur dass er am BIP-Wachstum der letzten 20 Jahre NICHT partizipiert hat. Es gibt auch wesentlich weniger Vollzeitjobs in D d.h. das Argument der Arbeitsplatzsicherung..

ist auch hinfällig.

Unterm Strick lässt sich das Märchen vom Wohlstand durch Export für den Durchschnittsdeutschen nicht aufrechterhalten.

Threonin
00

Da haben sie zwar recht, das ist für das Thema insofern unwichtig, als dass es ja darum geht, dass Deutschland angeblich zu Dumpinglöhnen produziert. Das ist aber nicht der Fall. Eher führen Dumpinglöhne eben nicht zu niedrigeren Produktionskosten.

Politisch unkorrekt
00
Da ist die Frage wie man Dumpinglöhne definiert. Wenn man die deutschen Arbeitskosten/Löhne mit dem deutschen Lebenshaltungskosten vergleicht dann sind es Dumpinglöhne.

Im Vergleich mit "ärmeren" Ländern sind die Arbeitskosten hoch. Im Verhältnis zur Qualität der hergestellten Produkte sind wir wieder bei Dumpinglöhnen.

Threonin
00

Es geht aber um Vergleiche zwischen den Staaten und nicht darum ob die deutschen Arbeitnehmer höhere Lebenshaltungskosten haben als griechische Arbeitnehmer.

Den deutschen wird ja vorgeworfen, durch ihre niedrigen Löhne die Wirtschaft anderer Euro-Staaten zu ruinieren und das ist einfach nicht richtig, die Löhne in Deutschland sind nicht niedrig im Vergleich etwa mit Griechenland. Die Produktivität je Arbeitsstunde ist höher, ebenso die Qualität der Produkte. Das den Deutschan vorzuwerfen ist schäbig.

Politisch unkorrekt
02
Noch einmal: in den letzten 20 Jahren haben "die Deutschen" im Sinne von Arbeitnehmern 0,4 % reales Lohnwachstum genossen. Die Wirtschaft ist aber um 30 % gewachsen.

Die Differenz ist a) bei den Unternehmensgewinnen gelandet b) in günstigere Preise für die Produkte umgesetzt worden.

"Der Deutsche" hatte im Schnitt also nichts von seiner Produktivitätssteigerung - DAS ist schäbig.

Vorwurf gibt es keinen. Wenn es ein permanentes ökonmisches Ungleichgewicht gibt wie z.B. ein permanenter ENORMER Außenhandelsüberschuss Deutschlands dann korrigiert sich dies - wie jetzt gerade - immer selber.
Kurzform: die deutschen Arbeitnehmer sind hochproduktiv aber bekommen dafür nicht mehr Gehalt - daher Export zu Dumpingpreisen.

Das hat auch nichts mit links oder rechts zu tun, ist allgemeine Ökonomie.

Threonin
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Im Eingangspost ging es um Lohndumping, nicht um Preisdumping. Das der deutsche Arbeitnehmer nicht viel vom Wachstum hatte, ist schäbig aber ein anderes Thema.

Dr.Student des Wurschtfachverkaufs
16
Sofort auhören mit der Volksverhetzung

Deutschland hat ein Wirtschaftswunder,
JEDER profitiert davon,
Exportüberschüsse sind für alle gut,
die Staatsverschuldung sinkt seit Jahren kontinuierlich,
Harz4 gibts so gut wie gar nicht,
1 Euro Job? Was ist das? Linke Propaganda?
</Ignoranz Ende>

Ps.: Gehts der Wirtschaft gut, gehts allen gut!

Reich sein muss sich lohnen!
01

Deutschland hat ein Budgetdefizit und dadurch selbstverständlich auch eine steigende Staatsverschuldung.

andreas wreiser
 
00
"Sozial ist was Arbeit schafft"

war die Wunderwaffe der Neoliberalen,
mit dem sie die Sozialdemokraten und Gewerkschaften,
in das Lohndumping gelockt haben.

Chi-Unit
01
ernsthaft?

der Mann behauptet immer noch standfest, die EZB hätte ab 2008 keinerlei Geldmengenerweiterung vorgenommen. Wie soll man sowas ernst nehmen?

Jepedaia Springfield
66
der Euro kostet mehr als er bringt!

es würde uns ohne Euro besser gehen.

Alpha Centaurus
20

Werfen Sie einfach Ihre Glaskugel weg...

der schwitzbär der schwitzt sehr
30
da schau her, nach 3 Wochen Tauchstation

doch noch nicht alles Geld in eine gedeckte Währung getauscht und ins sichere Brasilien ausgewandert ?

site:°~+*-||!#.\>
44

Schade, dass dieser Kommentar erst am 1.1.2012 erschienen ist. Einen Tag früher und es wäre der dämlichste Super-Quatsch Kommentar des Jahres 2011 geworden.

Der Euro wird der Untergang der EU.

Update: Vortrag von Prof. H.-W. Sinn (ist der Euro noch zu retten?) vom CES-Ifo-München, 19.12.2011 (sehr lang und sehr finster):

http://mediathek.cesifo-group.de/player/ma... index.html

Herr Mayer, erklären's doch mal ihren Lesern, warum Österreich ein negatives Target-Saldo von 31 Mrd. (!) Euro hat.

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