Anhaltender Trend

Dieselpreis wird stärker steigen als Benzin

Regina Bruckner, 2. Jänner 2012, 10:34

Diesel ist teurer als Benzin, der über Steuer­geschenke ausgelöste Boom und Knappheit werden den Trend verschärfen

Wien - Diesel ist an der Tankstelle teurer als Eurosuper. Diese Entwicklung ist mittlerweile schon seit einigen Wochen zu beobachten. Vor drei Jahren konnten die Verbraucher denselben Trend an den Zapfsäulen konstatieren.

Ein Teil der Erklärung: Die MöSt-Erhöhung vor einem Jahr ließ den Dieselpreis stärker steigen. Laut Fachverband der Mineralölindustrie ist Diesel auf den Fertigproduktmärkten schon länger teurer als Benzin, heißt es im aktuellen ÖAMTC-Magazin "Auto Touring". Nach Einschätzung des ÖAMTC-Experten Martin Grasslober ist der Unterschied aber "erst seit November so groß, dass er den Steuervorteil bei Diesel dahinschmelzen ließ."

Der Fachverband der Mineralölindustrie führt außerdem das geänderte Verhältnis Euro/Dollar ins Treffen. Ein Argument, dass man beim ÖAMTC nicht nachvollziehen kann "weil dann ja auch Benzin viel teurer geworden wäre."

Dieselknappheit und Steuergeschenke

Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer geht hingegen davon aus, dass der Trend zum stärker steigenden Dieselpreis auch in den kommenden fünf Jahren anhält. Die Ursache sieht Dudenhöffer in einer neuen Dieselknappheit, ausgelöst durch mehrere Faktoren. Einer davon: "Der künstlich über Steuergeschenke ausgelöste Dieselboom." Auch die auf Umweltvorschriften beruhende, verstärkte Nachfrage nach leichtem Diesel für die Schifffahrt im Ostseeraum und der wachsende Transportsektor in Asien dürften kräftig mitwirken. Nicht zuletzt würden aber die Mineralölunternehmen nicht in den Ausbau von Raffinerien mit höherem Dieselanteil investieren. Die Preisschere zwischen Diesel und Benzin werde also weiter wachsen, ist Dudenhöffer überzeugt.

Steuervorteile für den Diesel

Mittlerweile kommen 47 Prozent aller neuen Pkw in Deutschland als Diesel auf die Straße. Im Jahre 2000 betrug der Anteil noch 30 und 1990 nur elf Prozent. In ähnliche Richtung hat sich der Pkw-Diesel auch in West-Europa entwickelt. In der Schweiz werden 30 Prozent der Neuwagen als Diesel geordert, in Österreich 51 und Belgien 76 Prozent.

Der Grund liegt für Dudenhöffer auf der Hand: "Diesel wird durch willkürliche Steuervorteile gepushed. Benzin und Dieselkraftstoff wird in der Schweiz gleich besteuert, während in Deutschland, Österreich und Belgien mit hohen Steuervorteilen aufgehübscht wird". Diesel wird laut dem Autoexperten gleich auf drei Ebenen monetäre Vorteile gegenüber Ottomotoren eingeräumt. Da wäre erstens der unmittelbare Steuervorteil: Mineralölsteuer pro Liter Diesel 0,397 Euro, pro Liter Benzin 0,482 Euro. Zweitens: Dieselkraftstoff genieße aufgrund seiner höheren Energiedichte zusätzliche Steuervorteile. Bei Stromverbrauch im Haushalt zähle bei der Besteuerung die Energieeinheit, beim Kraftstoff messe man nur die Volumeneinheit. Da der Liter Diesel einen höheren Energieinhalt als der Liter Benzin habe, würde man selbst bei gleicher Steuer den Energieverbrauch ungleich besteuern. "Um den Wettbewerb zwischen den Kraftstoffen fair zu gestalten, müsste daher die Steuer auf den Liter Diesel höher sein als auf den Liter Ottokraftstoff", argumentiert Dudenhöffer.

Schlechtere Abgasbilanz

Der dritte künstliche Vorteil des Diesels rühre aus seiner schlechteren Abgasbilanz. Dieselmotoren emittieren deutlich mehr Stickstoffoxide als Ottomotoren. Bei der heute gültigen Abgasnorm Euro 5 ist der Stickoxid-Ausstoß beim Diesel auf 180 mg/km und beim Ottomotor auf 60 mg/km limitiert. Die Bevorzugung des Diesels bei Stickoxiden werde auch bei der im Jahr 2014 gültigen Euro 6 Norm weiterbestehen. Der Kraftstoff hat also größere "Nebenwirkungen" als Benzin und müsste dafür eigentlich "bestraft" werden, konstatiert Dudenhöffer. Der Dieselmotor müsste folglich entweder die gleichen Abgaswerte wie der Ottomotor erfüllen oder durch höhere Steuern auf das Ottomotoren-Niveau gehoben werden.

Diesel bleibt noch rentabel

Für den heimischen Autofahrerclub ÖAMTC ist es indes durchaus möglich, dass sich die Rentabilitätsschwelle in Sachen Diesel weiter nach oben verschiebt. Die Rechnung - je größer das Auto und je mehr Kilometer im Jahr, desto eher wird der Diesel im Vorteil sein - gehe allerdings derzeit immer noch auf. In der Kompaktklasse steht der Vorteil auf der Kippe, rechnet ÖAMTC-Mann Thomas Stix derStandard.at vor. Wer im Jahr durchschnittlich rund 12.000 Kilometer fährt (bei einer Haltedauer von rund fünf Jahren) lukriere gerade noch einen Vorteil von ein paar Euro pro Monat. Wer ein größeres Auto fährt, fahre mit dem Diesel tatsächlich günstiger. In der Kleinwagenklasse rechne sich ein Diesel meist aufgrund des vergleichsweise hohen Aufpreises bei weniger gefahrenen Kilometern nicht.  (rb, derStandard.at, 2.1.2011)

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--: SID :--
00

Mir ist das Brot, Banane und Wurscht zugleich.
Ich setze weiterhin auf hochoptimierte Benziner, die sind sauberer und klingen besser (ehrlich, diese Knatterkisten sind furchtbar).

DirtyHarry
00
Steuererhöhungen

Die große Koalition hat im Juli 2007 die Mineralölsteuer auf Diesel um 5 Cent erhöht.
Die große Koalition hat im Jänner 2011 die Möst auf Diesel nochmals um 5 Cent erhöht.

luke skywalker
01
Dazu kommt noch die Mwst auf die Möst

Also Erhöhung um insgesamt 12 Cent

Eva Winter
40
So lnage der Benzin weniger als 20 Schilling kostet ist es mir wurscht.

Ich wähle Freiheitlich, dass schützt mich vor hohen Benznnpreis. Freiheit vür freie Bürger. freiheit für Freie Audofahrer. Freiheit für Mich.

Eva Winter
00
Wenn es um den heiligen Treibstoffpreis geht, dann gibt es kein Pardon.

Keine Ironie erlaubt. Da wird rot gesehen.

fuchsig
12
Hybrid ist Sparmeister

mit z.b. 3,9 Litern auf 100 km bei 136 PS und 300 NM Drehmoment sind Hybride ohnehin unschlagbar. Bei den Schadstoffen erreichen sie nicht mal 1% vom EURO 4 Diesel...
Und Versicherungssteuer zahlt man nur für das Benzinmotörchen. Da ist man schnell billiger dran als mit blue motion!

Ivan Bukov
00

Naja ich weiss nicht. Mein peugeot schafft 4,5 und hat auch fast 100ps. Wieviel kostet ihr hyprid in der anschaffung?

DirtyHarry
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Sie schreiben es - Hybrid rechnet sich wegen der geringeren Besteuerung - ohne diese Steuervorteile sähe es schwarz aus für diese Fahrzeuge.

Utrillitn
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Hybrid sagt garnix

Auch wenn's manche Wurschtln hier im Forum nicht kapiern -

Hybridfahzeuge leben von der Bremsenergie, also:
Stadt (Taxi) oder Gebirge.

Auf der Autobahn oder im Flachland bringt Hybrid nix.

Arbeit für die Zensur
10

So ist es, ein Freund von mir hat so einen Kübel, er fährt in der Stadt sehr langsam damit der Verbrauch niedrig bleibt hat aber inzwischen den Ankauf schon bereut - fährt er Überland säuft der Kübel ganz schön - bleibt aber eine müde Karre.

Cynicism
00
Das ist Blödsinn.

Die Benzinmotoren der Toyota-Hybriden arbeiten z.B. im Atkinson-Zyklus, was sie in jeder, jeder, jeder Situation sparsamer und effizienter macht!

nix fir unguad
00
Aber es gilt vor allem in der Stadt den Schadstoffausstoss zu reduzieren

Der Benziner ist schon ohnehin sauberer wie der Diesel. Wenn nun der Benzinverbrauch durch einen Hybrid auf den oder sogar unter den eines Diesels gesenkt werden kann, dann ist ein Schritt vorwärts gelungen.
Nun ist die Kunst gefragt einen Hybrid zum selben Preis wie einen Diesel zu produzieren. Honda hat so ein Fahrzeug auf dem Markt. Ob die Produktionskosten wirklich die selben sind weiss man nicht so ganz genau. Es könnte sein dass Honda das Fahrzeug noch subventioniert. Genaues weiss man nicht. Zusätzlich ist Honda ein Fahrzeug das grundsätzlich teurer als der Durchschnitt ist. Aber wer die Qualität kennt kann den Mehrpreis eher als gute Investition bestätigen.

Andreas N
00
da is es natürlich genial...

... daß auch Hybrid-Kfz die neuen Horror-Parkgebühren blechen müssen....
wer kauft sich dann um 25.000 Euro oder mehr einen Hybrid ? einen Kia um 10.000 , viel Geld ersparen und sich auch noch das Parken leisten können

Cynicism
00
Zumindest in Innsbruck

parkt man mit Hybrid- und Elektroautos kostenlos. So lange man will.

Andreas N
00
na super

Bitte Mail an die Vasline-Kuh !

Arbeit für die Zensur
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Irgendwie haben Sie RECHENPROBLEME oder bekommen den "Ladestrom" wo gratis - vermutlich aus der Steckdose.

Cynicism
00
Seit wann muss man erwähnte Hybriden aufladen?

Vielleicht sollte man sich etwas informieren, bevor man mit dem Klugscheißen beginnt?

José Atento
23
Ich fahre schon immer Otto,

das wird sich auch nicht ändern.

Der Diesel ist in VIELEN Belangen schlechter.

Die Steuer gehört endlich angeglichen. Der Steuervorteil des Diesesl ist durch NICHTS gerechtfertigt. Die schädlichen Dieselabgase (Feinstaub, NOX) sind seit Jahrzehnten ein Thema.

Durch den billigen Diesel hat sich auch die km-Fahrleistung erhöht und viele schwerer Fahrzeuge (SUVs, etc.) wurden gebaut.
Staatliche Eingriffe sind immer schädlich. Auch hier sieht man es wieder.

Utrillitn
01
"Staatliche Eingriffe sind immer schädlich."

Na da haperts.

Soll man die Steuern abschaffen und die Schulen privatisieren ?

gunkeldibunkel
21

Beim derzeitigen heiligen Gral, dem CO2 ist der Diesel aber besser. Das muss auch mal erwähnt werden.

Und beim Feinstaub muss man die Lage anscheinend differenzierter beurteilen: http://www.vcoe.at/de/presse... n-pkw-0807

José Atento
00
Nicht unbedingt!

ein Liter Diesel emittiert durch den höheren Energieinhalt bei der Verbrennung ca. 10% mehr CO2, als ein Liter Benzin.
Der etwas geringere Verbrauch der Dieselmotoren wird durch die größeren Fahrzeuggewichte (SUVs, etc.) meist wieder ausgeglichen.
Außerdem fahren Dieselbesitzer im Durchschnitt mehr km, weil der Diesel eh so "billig" ist. Gut, jetzt ist das nicht mehr der Fall und das ist auch gut so.

DirtyHarry
12

der vcö ist so einseitig - man kann schon sagen - verbohrt

SagServus
00
Und beim Feinstaub muss man die Lage anscheinend differenzierter beurteilen: http://www.vcoe.at/de/presse... n-pkw-0807

Zwar eine schön reißerische Headline im Artikel, aber auch hier gilt wieder, dass dies die neu aufkommenden Benziner mit Direkteinspritzung betrifft und nicht die nachwievor überwiegende Mehrheit an normalen Benziner.

Desweiteren, wie ich weiter hinten schon geschrieben habe, sind Benziner mit Direkteinspritzung in den Euronormen extra bewertet.

Inno Vision
 
00
der natürliche Feind jedes Autofahrers ist der Mr. Rost

mein Mazda und ich sind nun seit 12 Jahren 320 000 km unterwegs und haben noch nie irgendwelche Meinungsverschiedenheiten gehabt.
Aber seit 2 Jahren verträgt sich die Mazda Werkstatt nicht mehr mit mir, weil sie überall Rost orten.
Aber es gibt noch andere gute Werkstätten und das Abschleppservice kann ich ja nach 10 Jahren nicht mehr in Anspruch nehmen, und vorher habe ich es nur einmal gebraucht, aber da war der Schlaf schuld und es hat rumps gemacht und die Felge hat gekracht an der Autobahnfahrbahnabgrenzung.
Und nun meint die nach mazda Werkstatt, wenn ich nicht gegen den Rost ankämpfe mit Karriesvorsorge, dann werde ich in 3 Jahren Probleme haben - arg, was man mit so einem 90 PS Diesel mitmacht - >> der ärgste Feind ist der Rost

José Atento
00

Mein Audi hatte auch nach 13 Jahren nirgends Rost.
Ist halt auch eine Qualitätsfrage.

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