Aufnahmestopp Beamte

Verfehlter Sparplan

Kommentar | 1. Jänner 2012, 17:31

Das System hat üble Nebeneffekte: Die Arbeit wird ja nicht weniger

ÖVP-Chef Michael Spindelegger hat eine schlechte Botschaft für die Beamten und Vertragsbediensteten - sie sollen unter sich bleiben, Abgänge sollen, wenn überhaupt, nur bei den Sicherheitsbehörden ersetzt werden. So gedenkt die Regierung zu sparen. Tatsächlich kann man mit dieser Methode die Kopfzahl der öffentlich Bediensteten senken, die Personalkosten ebenfalls. Das ist dort, wo es längst einen Einstellungsstopp gibt, bewiesen.

Erreicht ist damit allerdings wenig - denn das System hat üble Nebeneffekte: Die Arbeit wird ja nicht weniger.

Das bedeutet, dass weniger Staatsdiener pro Person mehr tun müssen: Eine Krankenschwester, die jetzt schon am Limit arbeitet, kann eventuell mehr Patienten betreuen, auch wenn die Ergänzung durch eine junge Kollegin ausbleibt; aber die Betreuungsqualität wird sinken. Ähnlich ist es bei Lehrern: Natürlich kann man denen mehr Arbeit aufbrummen, man kann auch die Klassenschülerzahl erhöhen, man kann auch die Überalterung der Lehrerschaft hinnehmen. Nur wird der Unterricht nicht besser, wenn man die Lehrer systematisch überlastet. Und so weiter.

Dabei steht außer Streit, dass man viele Posten tatsächlich einsparen kann. Aber da muss man zuerst sagen, welche öffentlichen Leistungen, welche - oft haarsträubende bürokratische Auswüchse zeugenden - Doppel- und Dreifachprüfungen gestrichen werden sollen. Dann kann man auch konkret sagen, wo man weniger Bedienstete braucht. (Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 2. Jänner 2012)

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Lappe ohne Rentier
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Welch vernünftig Wort...

...in diesem Kommentar in dieser verrückten Zeit!

Herzelichst
Ihr Lappe

Der Schärdinger
 
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Der Schärdinger

Einsparen, aber an richtiger Stelle!
Nationalrat verkleinern, Bundesrat abschaffen, längst mehr als überfällig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Landesreg. auf drei, Ost , Mitte, Süd zusammenlegen,
Sozialversicherungen zusammenlegen,
Kammern bis auf zwei abschaffen.
Lohngefüge staatsnaher Betriebe durchforsten!!
Beraterfirmen unbedingt verkleinern, da ja ohnehin nur die besten Köpfe in den Regierungen sitzen können sie ja auch selber denken, sie verdienen ja auch dementsprechend.

Fred Wirtschaftsflüchtling
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Stimmt

Mit einem Berufsheer mit 2/3 weniger Standorten und 2/3 weniger Beamten, die dann aber wirklich Soldaten sind und nicht Aufpasser von Pubertierenden, wäre das möglich. Weniger Beamte und weniger Geld.
Aber da ist ER ja wieder dagegen.
In der Verwaltung beim Bund gibt es meines Wissens eh schon seit 10 Jahren einen faktischen Aufnahmestopp - mit Ausnahmen bei Systemerhaltern.

01052004
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naja

außer krankeschwestern, lehrern, polizisten, richtern gibts noch das heer der reinen verwaltungsmaxln. und das heer der verwaltungsverwaltungsmaxln. und das heer der überprüfer der obigen.

verwaltung gehört gestrafft, entflochten, modernisiert..."echt arbeitende beamte" vorzuschieben für die ma 2412-typen ist schwachsinn. weil jeder halbwegs denkende bürger das durchschaut.

oder grafischer ausgedrückt: einsparen bei formularabstemplern und deren kontrolleuren!!!

alla riscossa
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unser aller schlauester michel

hat dabei sicher an seinesgleichen gedacht: parlamentarier, verwaltungsebenen, landesregierungen, die könnte man alle ein bisserl einsparen, vor allem aber: die allerdümmsten vorschläge zum einsparen: bitte einsparen!!!

michelkholhaas
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Die öffentliche Hand als Dienstgeber und die 11 Gesetzgeber

müssten sich nur einmal ansehen, wieviel Dokumentation bei uns gepflogen wird, wieviele Beamte damit beschäftigt sind, datenfriedhöfe anzulegen, zu verwalten - und sich einmal die Frage stellen: "wollen wir das wirklich?" Braucht das jemand, nützt es den Menschen? Beispiele kennt sicher jeder selbst zum Überdruss, wenn nicht, bitte rückfragen!

Martin Müller10
 
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Man sollte den "öffentlichen Dienst" etwas differenzierter sehen

Es gibt wohl einen Unterschied ob ein Amtsrat statt 3 Akten pro Tag 4 bearbeiten muss oder Ärzt/innen Pfleger/innen mehr Patienten haben. Der 4. Akt pro Tag ist wohl leichter zu bewältigen.

Reich sein muss sich lohnen!
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Das mit ihren Akten pro Tag ist allerdings nicht mehr als eine Mutmaßung. Oder können sie das irgendwie belegen?

Anton J. Helmreich
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z.B.: bundesheer

24.000 beamte +vb "verwalten" je nach dem 6000 bis max 8000 aktive soldaten - wobei hier selbst auch schon das aktiv sehr hochgestochen kling..

wenn da einer mehr als zwei akte am tag zu bearbeiten hat, dann nur weil er per gesetz oder aus gewohnheit (was ja im verwaltungsapparat einem gesetz gleich kommt) zu jedem akt mehrere unterakte anlegen muss

zugegeben kein beweiss - aber werten sie selbst

es bleibt spanned...
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Unglaubliche "Qualität" der Vorschläge

In Zeiten, wo der Kampf um talentierte Junge demografisch schon ausgebrochen ist und absehbar ist, dass es zukünftig sehr schwer werden wird, eine ausgeglichene Work Force dem Alter nach zustande zu bringen, zieht sich die Republik vom Arbeitsmarkt zurück. Sehr gescheit.
Nur keine Konzepte liefern, wie bestehende Aufgabenverteilungen im öffentlichen Sektor überarbeitet werden können, damit Arbeit wegfällt oder besser organisiert ist, und als Folge davon über die benötigten Arbeitskräfte nachdenken.
Aber wahrscheinlich wird demnächst auch die Republik sich über Personalleasing im Sachaufwand bedienen.
Es gibt keinen Tiefpunkt, es geht immer noch tiefer...

Orjares
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Gerade Krankenschwestern gehen ja jetzt schon am Zahnfleisch.

Ein Einstellungsstop ist gleichbedeutend mit der Aussage "Du hast die Wahl: entweder du siehst Leute leiden, denen du helfen könntest oder du arbeitest dich ans Burn-Out".

Anton J. Helmreich
00
ja genau

und 80% der beamten sind krankenschwester, darum gibts da wirklich kein potential

Orjares
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Es werden kaum Beamte mehr eingestellt, nur mehr befristete Vertragsbedienstete.

Aber sehen wir uns die Arbeitnehmer im Staat an:
- Polizei: unterbesetzt, zumindest laut Landeshäuptlingen
- Justiz: unterbesetzt, hierzu gab es immer wieder Artikel
- Lehrer: zu wenig Lehrer, zu große Klassen
- Krankenpflege: ein Knochenjob
- Heer: eigene Geschichte, Sparpotenzial geht gegen 0

Bleibt die Verwaltung. Hier kann angeblich ordentlich gespart werden. Aber ob 80 % der Beamten in der Verwaltung sind? Ich vermute eher, der überwiegende Teil dürfte in den obigen Sparten beschäftigt sein.

Anton J. Helmreich
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sie sagen es

ein gedankenloses drüberfahren ist nicht sinnvoll - man muss da schon genauer hinschaun..
aber dass genug einsparpotential vorhanden ist glaub ich schon - irgend ein kler kopf hat gerechnet, dass wir dur einsparungen in der VERWALTUNG um 5% ausgeglichen budgetieren würden - das ist sicher leicht machbar - ob die zahlen allerdings stimmen kann ich natürlich nicht nachrechnen.

und beim heer einsparpotential 0 ist eine andere frage - man kanns auch anders sehen und sagen einsparpotential 100%

§83SPG
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Ein Aufnahmestopp wirkt sich naturgemäß nur in den untersten Hierarchiestufen aus. Dort wo Bürgerkontakt und Arbeit geleistet werden. Es liegt in der Natur eines Beamtenapparates, dass man sich im geschlossenen System von unten rauf dient. Quereinsteiger gibt es praktisch nicht. Das heißt, dass für Nachschub für höhere Posten (wo die Verwaltung bestenfalls verwaltet wird bzw. wo in vielen Fällen hochbezahlte Arbeitslose sitzen) immer gesorgt ist, während unten, wo die Arbeit passiert, ausgedünnt wird.
Die Strukturen gehören verändert und zwar tatsächlich und von oben runter. Auf Bundes- und besonders auch auf Landesebene.

Kleinhirn
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Ein klassisches Management Beispiel:
-etliche Mitarbeiter sind nicht motiviert, geringe Arbeitsleistung
-Mitarbeiter sind unzufrieden mit der Arbeit
-hohe Krankenstände, frühe Pension
-teilweise aber auch stark überarbeitete Personen
-Kunden(Bürger) hoch unzufrieden mit dem Service

Was ist zu tun?
Feuert das Management, dann geht die Probleme an.

Beim Staat ist das natütlich um einiges schwieriger. Es wird genau das eintreten was sie schreiben. Die Leute die arbeiten, werden in Zukunft noch mehr arbeiten. Am ganzen System wird aber nichts verändert.

Anton J. Helmreich
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würde aber dramatische folgen haben

z.B.: eine hofratknappheit am österreichischen hofe

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Der Hauptnachteil von Einstellungsstopps ist nicht, dass die Arbeit dann mehr wird, sondern dass junge Menschen dann keinen Job bekommen.

Junge Menschen, die mit ihren Steuern eigentlich die Schuldenberge abtragen sollen, die ihnen die Alten hinterlassen haben.

Anton J. Helmreich
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wenn man bei der wahl der ausbildung nur ein wenig darauf achtet

was man sich beibringen lässt, finden alle jungen menschen leicht einen job.

der gedanke, beamte zu generieren ist besser als arbeitslose zu schaffen ist zwar vielleicht gut gemeint aber auf jeden fall kontraproduktiv, da dieses system grenzenlos ausartet

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Faktum ist: bei einem Einstellungsstopp sinkt das Angebot an Jobs für junge Menschen.

Anton J. Helmreich
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geh bitte

das ist doch kein argument - es müssen doch sinnvolle jobs geschaffen werden um die leute zu beschäftigen, nicht irgendwelche die keiner braucht, nur damit sie beschäftigt werden - wie soll den dies langfristig probleme lösen - ausserdem gibts genügend jobs für junge leute - man muss halt auch bereit sein ein wenig flexibel zu sein - örtlich und im sinne von weiterbildung.

stellen sie sich mal vor - es gibt viele taschendiebstähle - dies sind strafbare delikte - nun haben sie die aufgabe strafbare delikte zu reduzieren - was tun sie - sie legaliesieren diebstähle - ziel erreicht - so ungefähr ist ihr ansatz

oder sie verbieten eheschliessungen, um die scheidungsraten zu verringern...

Plus Lucis
04

Dazuzusagen ist auch noch, dass das Sparen durch Aufnahmestopp falsche Anreize bei der Personalpolitik setzt.

Dort, wo darauf geachtet wurde, engagierte, fähige Leute anzuwerben und zu fördern, gehen diese auch eher später im Zuge ihre Karriere woanders hin und die betroffenen Abteilungen verlieren nun die Stellen.

Es werden also die Organisationen belohnt, die ihr Personal so gewählt haben, dass es nirgends anders hingehen kann und daher erhalten bleibt.

Michael B
013
Gutes Beispiel: AMS

Da gibt es jetzt zwei Vorstände, (einen roten, einen schwarzen), die beide JEDER ungefähr das Vierfache eines Beamten verdienen, der ein AMT mit den selben Aufgaben leiten würde.
Aber man kann durch solche "Ausgliederungen" am Papier den Stand an "öffentlich Bediensteten" verringern UND gleichzeitig seinen Parteifreunderln NOCH mehr Posten zuschanzen. Und die politische Verantwortung ist elegant AUSGELAGERT, denn es kann keine Fehlleistung eines Beamten einem Minister zur Last gelegt werden. Es handelt sich schließlich um "Privatfirmen".
Ein Hobby der ÖVP, perfektioniert unter Schüssel/Grasser, ausgenutzt von den letzten Profiteuren vor dem Untergang dieser Partei...

leser 4712
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das hobby der övp

hätt' die rot-bagage schon längst ändern können.
in diesem gebiet sind sie also wirklich gleich...

ulli zeller
07

bei "beamten und VB" sparen ... wovon konkret spricht spindelegger? von unnötigen, doppelgleisigen verwaltungshierarchien oder von aktivem krankenhauspersonal, von lehrern, polizisten, kindergärtnern, briefträgern ... (für alle gilt auch die weibliche form!) ?? das ist doch wieder nur ein blabla für das wahlvolk, weil die meisten ohne nachzudenken schreien: Jaaaaa
etliche im öffentlichen dienst neu eingestellten haben mittlerweile sogar nur mehr befristete verträge - so schaut's in der praxis aus.

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