Aufruf in Neujahrsleitartikel

Nordkoreaner sollen neuen Machthaber "bis zum Tod" schützen

1. Jänner 2012, 11:20

Diktatorensohn Kim Jong-un offiziell Oberbefehlshaber der Streitkräfte - Bericht: Ältester Sohn von Kim Jong-il nahm heimlich Abschied vom verstorbenen Vater

Seoul/Tokio - Nordkorea hat das neue Jahr mit einem Aufruf zur absoluten Gefolgschaft des Sohns und Nachfolgers des verstorbenen Diktators Kim Jong-il begonnen. Die Partei, die Armee und das gesamte Volk sollten von der Überzeugung geleitet sein, "menschliche Bollwerke und Schilde zur Verteidigung Kim Jong-uns bis zum Tod" zu werden. Der Aufruf stand am Sonntag in einem Neujahrsleitartikel der offiziellen Zeitungen des stalinistisch geführten Landes. Zuvor war Kim Jong-un nach seiner Ernennung zum neuen Führer Nordkoreas auch offiziell zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte erklärt worden.

2012 solle eine neue Ära des Wohlstands für Nordkorea bringen, hieß es in dem Leitartikel, der das Motto ausgab: "Preist 2012 als Jahr des stolzen Sieges, ein Jahr, wenn eine Ära des Wohlstands sich entfaltet." Allerdings räumte das Land erneut erhebliche Probleme zur Ernährung der eigenen Bevölkerung ein. Das Ernährungsproblem sei "ein brennendes Problem beim Aufbau eines blühenden Landes".

Keine Beziehungen zu Südkorea

Das Regime in Pjöngjang bekräftigte zudem, die Politik des verstorbenen langjährigen Machthabers Kim Jong-il fortsetzen zu wollen. Mit der Regierung des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak werde Pjöngjang niemals in Beziehung treten. Hoffnungen auf einen Kurswechsel erteilte es damit erneut eine Absage. Die Streitkräfte des Landes sollen gestärkt werden, hieß es weiter. Das Atomwaffenprogramm wurde dabei nicht erwähnt.

Kim Jong-un übernehme das Amt als Oberbefehlshaber der Streitkräfte entsprechend einer Anordnung seines Vaters vom 8. Oktober, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag mit. Der Schritt war ein weiteres Zeichen für die Festigung der Macht durch Kim Jong-un. Nach dem Tod von Kim Jong-il hatten Medienberichte den Schluss zugelassen, dass sein jüngster Sohn Kim Jong-un bereits die Führung über die Streitkräfte des Landes übernommen hatte. Bei der Mitteilung vom Samstag handelte es sich jedoch um die erste offizielle Bestätigung für die Übernahme des Postens. Die Entscheidung sei am Freitag bei einem Treffen des Zentralkomitees der Regierungspartei bekanntgegeben worden, hieß es.

Oberbefehlshaber

Die Verkündung durch das Politbüro kam einen Tag nach Ende der offiziellen Trauerzeit für Kim Jong-il. Zum Abschluss der Staatstrauer hatte das Regime Kim Jong-un am Donnerstag bereits zum "obersten Führer" der Partei, des Militärs und des Volkes ausgerufen. Kim Jong-il selbst hatte den Oberbefehl über die Streitkräfte 1991 und damit drei Jahre vor dem Tod seines Vaters und "Ewigen Präsidenten" Kim Il-sung übernommen. Seinen eigenen Sohn hatte Kim Jong-il im vergangenen Jahr zum Vier-Sterne-General ernannt. Seit damals trat Kim Jong-un regelmäßig an der Seite seines Vaters auf.

Kim Jong-un, der 1983 oder 1984 geboren sein soll, übernimmt als Oberbefehlshaber die Führung über die 1,2 Millionen Mann starke Armee des abgeschotteten Landes. Die nordkoreanischen Streitkräfte zählen zu den fünf größten der Welt. Die Streitkräfte spielen im 24 Millionen Einwohner zählenden Nordkorea eine äußerst wichtige Rolle. Kim Jong-il hatte in den 90er Jahren die sogenannte Songun-Doktrin entwickelt, was übersetzt "Die Armee zuerst" bedeutet. Der Armee kommt damit größere Bedeutung als der Zivilbevölkerung zu. Schätzungen zufolge wendet das Land ein Viertel seines Bruttoinlandsprodukts für die Armee auf, so viel wie kein anderer Staat der Welt.

Ältester Sohn reiste mit falschen Papieren

Kim Jong-il war am 17. Dezember gestorben. Er hatte das kommunistische Land mit harter Hand regiert. Sein ältester Sohn hat einem japanischen Medienbericht zufolge in Pjöngjang heimlich von seinem Vater Abschied genommen. Kim Jong-nam sei am 17. Dezember mit falschen Papieren vom chinesischen Macau aus nach Nordkorea gereist, berichtete die japanische Zeitung "Yomiuri Shimbun" am Sonntag. Die Abwesenheit des 40-jährigen Sohnes bei den offiziellen Trauerfeierlichkeiten hatte zu Spekulationen über einen möglichen Machtkampf um die Nachfolge Kim Jong-ils geführt.

Er habe offenbar deshalb nicht an dem Begräbnis teilgenommen, um möglichen Fragen zu entgehen, "warum der dritte Nachfolger werden soll", sagte eine Nordkorea nahestehende Quelle dem Blatt mit Blick auf die Machtübernahme durch den jüngsten Sohn Kim Jong-un. Mit seiner Reise unter falschem Namen habe Kim Jong-nam zudem vermieden, über Peking zu fliegen, womit seine Reise auffälliger gewesen wäre. Wenige Tage nach seiner Ankunft sei er zurück nach Macau gereist. Kim Jong-nam lebt in Macau und hatte in der Vergangenheit die dynastisch geprägte Nachfolge an der Spitze des abgeschotteten Nordkoreas kritisiert. Südkoreanische Medien hatten zuvor berichtet, Jong-nam sei "unter chinesischen Schutz" gestellt worden. (APA)

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1 2
napo sarko
01
volksgenossen lasst den "dicksten führer" kräftig hungern

dann sind alle basisdemokratisch gleich "bis zum tod geschützt": das geschundene NK volk, es wird ihn los, und der blade kim lebt gesünder....

Cavaliere Austriaco
00
wie in der SPÖ.

supermike
52
Nordkoreaner sollen neuen Machthaber "bis zum Tod" schützen

So soll es ja auch sein. Alles andere wäre Fahnenflucht.

Als allererstes sollte er sich aber um die Hungernden kümmern wobei da auch die Japaner mithelfen könnten. Während dem WKII hat Japan nämlich 363 Tonnen Gold aus Nordkorea gestohlen und bis heute nicht zurückgegeben.
Das wären ca. 14 Mrd € und könnten viel Hunger stillen....

Prof. Wolf
01
Damals gab es noch kein Nordkorea, sondern nur Korea. Zu mindest die Hälfte stände danach den Süden zu und wenn man denkt wie sich der Norden verhaltet und es irgendwann sowie so eine Vereinigung unter Soul geben wird sogar hundert Prozent.

Thema verfehlt.

Cavaliere Austriaco
02
ja und darum bauen die nordkoreander dann

atombomben.

naiv!

thecrystalship
04

artikel gelesen?
"armee zuerst", 25% des BIP nur für die armee usw.

vielleicht sollte man die schuld doch zuerst bei der nordkoreanischen führung suchen anstatt herumzutrollen.

supermike
10
Militärausgaben

Norkorea hat 1,15 Mio Soldaten. Die Ausgaben betragen 5 Mrd. US $ / Jahr.

Österreich hat 34.000 Soldaten. Die Ausgaben betragen 2,74 Mrd. US $ / Jahr.

Nordkorea ist eine Atommacht.

Alles nachzulesen: http://de.wikipedia.org/wiki/List... e_der_Welt

Petzi Tastenwähler
00
Alles ist relativ.

Absolute Zahlen sind beim Vergleich zweier Länder wenig aussagekräftig, vor allem wenn es um Länder aus völlig unterschiedlichen Regionen und Kulturkreisen geht:

Österreich:
Einwohner: 8,4 Mio
BIP: 276,9 Mio EUR
BIP pro Einwohner: 32.800 EUR
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%... 6sterreich

Nordkorea:
Einwohner: 24 Mio
BIP: 26,7 Mio USD (20,6 Mio EUR)
BIP pro Einwohner: 1152 USD (887 EUR)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Und jetzt überdenken Sie noch mal, ob Ihre Zahlen so wahnsinnig plakativ sind, wie Sie es gern hätten.

G. B. Corner
03

Seit wann kann man Gold fressen?

Herzerzog Johann
04

Im WKII gabs Nordkorea?

Loomy
01
passt, Super!

der letzte wurde auch bis zum Tod geschützt und hat sich totgesoffen.

BRAVO!
weitermachen

opryde
30
und?

in den niederlanden gibt es widerstandspflicht im falle einer feindlichen besetzung.

Herzerzog Johann
13

Die Dummen würden sich möglicherweise sogar daran halten ...

opryde
01

wären in den frühen 40ern mehr menschen deiner denkensart herumgelaufen, hätten wir wohl immer noch ein drittes reich.

WRN
01

Mein Freund!

In den 40ern und 50ern sind praktisch NUR Menschen mit seiner Denkensart herumgelaufen!
Und auch heute rennen 99% der Menschen mit seiner Denkensart rum.

Ein Gewehrlauf an der Stirn würde auch dir GANZ schnell deine moralische Überlegenheit austreiben... dessen kannst du dir mal sicher sein!

Der Prozentsatz der Menschen die trotz der Wahrscheinlichkeit gefoltert, getötet oder lange Zeit gefangen zu werden trotzdem rebellieren sind ein verschwindend geringer Prozentsatz.

Alfred Rotkatholik
32
und wie heißt es denn bei uns?

Bis in den Tod: Rot-Weiß-Rot.

Und was Massenhysterie betrifft, kann ich nur auf die vergangenen Silvesterfeiern im ersten Bezirk und vor dem Rathaus verweisen, wo Fernsehkameras auch bemüht sind, ausschließlich die über-drüber feiernden zu filmen...

vheissu
01
„Bis in den Tod: Rot-Weiß-Rot.“

Das ist allerdings 74 Jahre her...

mowgli 78
00

Wessen Tod?

Diversion
00
wenns nicht so ernst wäre, müsste man 24 h lang hysterisch lachen!

Dragonerfliege
03

In Nordkorea mussten sie 10 Tage hysterisch weinen.

Amalrich
 
02
Nordkoreaner sollen neuen Machthaber "bis zum Tod" schützen

Ja, ist auch wesentlich angenehmer als dass der (die) Machthaber das Volk bis zum Tod schützen. Eher scheint es so, als dass das Volk von den Machthabern zu Tode geschützt wird...

Seine Durchlaucht
11
"Diktatorensohn"

Ich las "Diktathurensohn"

Dragonerfliege
02
Kim Jong Nam

Der Bub reist also aus dem Spielerparadies, in dem er einen Teil des von Opa und Papa geraubten Volksvermögens verprasst, an.

Obwohl er schon eine interessante Alternative gewesen wäre: Nordkorea mit Partnerstadt Las Vegas und neuem Kleidungscode.

http://www.danwei.org/0_61_0211... korea1.jpg

evilweevil
02
bis zum tod

nicht so schlimm, gemeint ist nur: bis zu seinem tod

LeChacal
00
Erinnert mich an Caesar...

... Diktator auf "Lebenszeit" wurde halt auch irgendwie gelöst...

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