Spindelegger will Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst

1. Jänner 2012, 09:34
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    foto: apa/georg hochmuth

    Spindelegger: "Über Einnahmen wird erst am Schluss geredet."

Hoffnung auf "Reformpartnerschaft auf Augenhöhe" mit Ländern - "Kein Kommentar" von Heinisch-Hosek

Wien - ÖVP-Obmann und Vizekanzler Michael Spindelegger schlägt einen sofortigen Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst vor. Nur den Sicherheitsbereich würde er ausnehmen, ausdrücklich aber alle ausgegliederten Dienststellen einschließen. "Damit leisten wir gleich einmal einen Beitrag und können schon im Jahr 2012 Einsparungen lukrieren", sagt er. Bei den Sparpaket-Verhandlungen mit den Ländern hofft er auf eine "Reformpartnerschaft auf Augenhöhe".

Der Aufnahmestopp, sprich die Nicht-Nachbesetzung von Pensionierungen, wäre ein "klares Signal" für den Sparwillen des Bundes, so Spindelegger. Vor allem bei den ausgegliederten Dienststellen, "die wir ja zuhauf haben", sei dies auch der einzige Weg, Personal einzusparen. "Das ist absolut notwendig, denn dorthin hat sich einiges verlagert". Zuletzt arbeiteten rund 97.000 Bundesmitarbeiter in ausgegliederten Einheiten.

"Kein Kommentar" von Heinisch-Hosek

Keine Stellungnahme zum vonSpindeleggervorgeschlagenen Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst gibt es von der zuständigen Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek . Man werde nicht jeden Vorschlag kommentieren, sondern wolle zuerst wie vereinbart das Sparpaket schnüren, hieß es auf Anfrage der APA im Büro der Ministerin.

Grundsätzlich gilt beim Bund bereits eine restriktive Personalpolitik. Bis 2014 wird nur jeder zweite pensionierte Beamte nachbesetzt. Von der Nicht-Nachbesetzung ausgenommen sind Polizisten und Lehrer. 2010 wurde vereinbart, im Innenministerium bis 2013 zusätzlich 1.000 Planstellen für Polizisten zu schaffen, im Gegenzug werden 786 Verwaltungsposten eingespart. Auch für die Justiz gilt eine Ausnahme vom Sparkurs: bis 2014 gibt es 300 zusätzliche Planstellen für Richter und Staatsanwälte.

Keine Nulllohnrunde

Bereiche, in denen die Personalsituation bereits jetzt angespannt ist, würde eine solche Maßnahme überproportional treffen, räumt er ein. Deswegen müsse es auch begleitend Strukturreformen geben. Eine gute Nachricht immerhin für den öffentlichen Dienst: Eine Nulllohnrunde ins Budget zu schreiben, das fordert Spindelegger nicht.

Der ÖVP-Chef bleibt bei seinem Motto, dass für das Sparpaket zuerst einmal eine "breite Palette an Systemreformen" nötig ist, bevor über die Einnahmenseite nachgedacht wird. Einschnitte bzw. Eingriffe werde es in allen Bereichen, geben, "jedes Ressort wird einen Beitrag leisten müssen". Bei seinem eigenen, dem Außenministerium, mache er da keine Ausnahme.

Familien: Tabu

Tabu ist für die Volkspartei bekanntermaßen die Familienförderung, denn die Familien seien zuletzt "ordentlich zum Handkuss gekommen". Die Strukturen müssten indes auch in diesem Bereich durchforstet werden, nur dürfe das unterm Strich nicht weniger für die Familien bedeuten.

Viele Sparvorhaben werden ohne die Länder nicht zu machen sein, zumal die Regierung laut Spindelegger die Bundesländer und Gemeinden nicht nur im Dienstrechtsbereich - Stichwort Pensionsharmonisierung - in die Pflicht nehmen will: "Da wird niemand außen vorgelassen." Er hofft aber auf eine "Reformpartnerschaft auf Augenhöhe". Dass mit dem steirischen Landeshauptmann Franz Voves jetzt jemand den Vorsitz der LH-Konferenz übernehme, der im eigenen Land mit seinem VP-Vize Hermann Schützenhöfer "gezeigt hat, dass man Reformen, auch wenn es unpopulär ist, anpacken muss", stimme ihn zuversichtlich. 

"Steuerlücken"

Steuermaßnahmen sind für die ÖVP nach wie vor nur ultima ratio, für den Fall der Fälle aber werden nun "Steuerlücken" durchgerechnet. "Über Einnahmen wird erst am Schluss geredet", betont Spindelegger: "Wenn uns finanziell nichts anderes übrig bleibt. Das ist die Reihenfolge, und an der halte ich fest."

Für den Fall des Falles aber kalkuliert die entsprechende Arbeitsgruppe durch, "wo es Steuerlücken gibt und wo man etwas schließen kann". Über Details will er nicht reden, zumal "ich nicht möchte, dass vielleicht jetzt alle ihre Grundstücke umwidmen oder veräußern", sagt er konkret nach der Idee einer Umwidmungsabgabe befragt.

"Sehr zurückhaltend und restriktiv" steht der ÖVP-Obmann Überlegen gegenüber, die steuerliche Begünstigung des 13. und 14. Monatsgehalts anzugreifen. Im Endeffekt sei ein solcher Schritt sowohl für die Betroffenen als auch den Wirtschaftsstandort negativ, findet er. Ob dies zumindest bei "Superreichen", um die Wortwahl seiner Parteifreundin Johanna Mikl-Leitner zu bemühen, denkbar wäre, kommentiert Spindelegger nicht, ebenso wenig wie andere Überlegungen in Richtung Solidarabgabe.

Absage an "Akademikersteuer"

Eine klare Absage erteilt er dieser indes auch nicht - aber: "meine Zurückhaltung bleibt". Nichts wissen will er dagegen von einer Art rückwirkender "Akademikersteuer", wie sie in Teilen der SPÖ ventiliert wird. Ein Kreditsystem zur Studienfinanzierung dagegen ist für ihn eine Überlegung wert.

Spröde gibt er sich schließlich auch in der Frage, wie sich die Konsolidierungsmaßnahmen letztendlich aufteilen werden. Von 70:30 (Sparen vs. Steuern) bis zu 30:70 war da schon alles zu hören. "Das wird man am Ende ausrechnen müssen. Ich halte nichts davon, wenn man sich vorweg auf eine Aufteilung einigt." Eine Art Schmerzgrenze gibt es offensichtlich doch: "50:50 wird es sicher nicht werden", sagt Spindelegger auf eine entsprechende Frage. (APA)

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visio551
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Spindelegger ÖVP

sollte sich vorher über das Personalwesen bei Beamten richtig informieren bevor er solche unüberlegten Äußerungen macht. Sparen bei Beamten ja aber im Rahemn einer ordentlichen Verwaltungsreform. Dann aber sparen bei Reduzierung/Auflösung Bundesrat, Verkleinerung Nationalrat, Zusammenlegung bei den Gemeinden und Prüfung durch Rechnungshof, Förderungen z.B. bei den Bauern reduzeiren - denn diese sind die "teuersten Beamten". Produkte werden von der EU, sowie national gefördert - dazu noch im Export durch Marktordnungen Außenhaldelsrecht. Dadurch wird z.B. ein Tunesischer Produzent unterboten und in Österreich wundert man sich wieso er sein Land Richtung Östererreich verläßt. Sparansätze gäbe es genug . nur erkennen sollte man sie können.

RoGo
02
Weniger Staat mehr privat (lässt die Kassen der VP-Firmen klingeln)

Durch Vertragsbedienstete erbrachte Leistungen kosten dem Staat weniger als die Hälfte gegenüber gleichwertiger Arbeitsleistung durch private Firmen erbracht. Aktuelles Beispiel:
Doppelter Akademiker (Techniker) kostet dem Staat mit allen Nebenkosten 42.-€/Stunde. Für die gleiche erbrachte Leistung werden für externe Arbeitskräfte (die aus dem Sachaufwand bezahlt werden und daher nicht als Personalkosten gelten!!!) 105.- €/Stunde bezahlt.
Und warum macht das der Staat? Weil er Personal einspart und nicht nachbesetzt und so die benötigten Leistungen zukaufen muss! Klingt komisch ist aber so, weil wer bietet die private Arbeitsleistung an? Richtig! Firmen aus dem Umfeld der Politiker die immer rufen: Mehr privat weniger Staat!

michelkholhaas
10
Die erste Äußerung von Spindelegger und aus der VP

seit langer Zeit, die ich für diskussionswürdig halte. Wenn man das mit Vernunft sowie sozialem und volkswirtschaftlichem Augenmaß macht und dem gleichzeitig eine Deregulierung - wir haben ohnehin um ein x-faches zu viel Bürokratie in diesem Lande - angeht, verinfacht das das Leben der Menschen!
Jedoch: die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!

pluralis modestatis
20
Staatsdiener, Steuern und Politiker

60 % Steuer - und Abgabenquote
Inklusive Indirekter Steuern zahlt der Privatangestellte in Österreich ca. 60 % an Abgaben für Staatsdiener.

Beamte und Staatsnahe sind die Profiteure des Systems.

Die Staatsdiener zahlen weniger Abgaben, da keine SV-Beiträge anfallen (dafür wesentlich bessere Ruhensbestimmungen - aus Steuern).

WARUM neue Steuern ?
WARUM keine Rationalisierung des öffentl. Dienstes ?

WARUM keine Sondersteuer nur für Beamte ?

P.S.
Bald wird man über die Abfertigung sprechen - weil keine Beamten davon betroffen sind.

de Gouges
03
Wenn Sie das nächste Mal googlen..

..um ihr bescheidenes Wissen kurzfristig aufzufrischen, achten Sie darauf, dass Sie nicht auf einer Seite aus Deutschland landen. In Österreich bezahlen alle öffentlich Bediensteten 7.65 % Krankenversicherung. Zusätzlich haben sie 20% Selbstbehalt zu tragen. Wenn sie schon auf die Beamten losgehen wollen, tun Sie es wenigstens mit stichhaltigen Argumenten und nicht so schwachsinnig.

Ole
01
Verwaltungsreform

Wozu eine effiziente Verwaltung (Thema: Verwaltungsreform)? Sollen doch die übriggebliebenen Beamten und Vertragsbediensteten einfach mehr hackeln. Das kann ja wohl nicht die Lösung sein! Wozu den Bundesrat behalten? Wieso nicht den Nationalrat verkleinern? Wieso nicht die Landtage verkleinern? Wieso nicht die verschiedenen Gebietskrankenkassen zusammenlegen?

michelkholhaas
02
Bitte nicht die Landtage verkleinern!

.. abschaffen!!!!!!! Dort sitzen sowieson nur Unterläufer der Provinzdiktatoren und beschließen über die Vergabe von Preisen für Blumenschmuck, Vergabe von Förderungen und anderen Scheiß, der ebenso abgeschafft gehört!

Henry44
00
Weil

unzählige Beamte, Politiker, Anwälte u.a.m. von diesen Strukturen profitieren.

Politiker versprechen gerne Posten und wenn sie weniger haben, verlieren sie an Einfluss und in der Folge an Wählern.

LH Voves hat kürzlich gesagt, dass Austritte aus der SPÖ durch die gesunkenen Möglichkeiten von Postenvergaben zu verzeichnen seien.

Eine effiziente schlanke Verwaltung braucht weniger Personal und bietet weniger Möglichkeit für Minderleister, sich bequeme Nischen zu suchen.

Der Herr BK Faymann hat vor einigen Monaten erklärt, er sei gegen eine Verwaltungsreform, da diese Arbeitplätze kosten würde. Dass eben das einer der Zwecke einer Verwaltungsreform sein sollte, geht dem Vorstandsvorsitzenden der Österreich AG offensichtlich nicht ein.

BK W. Shoyssel
02
Unfug

1. definiert man die Aufgaben
2. rechnet man aus, was das vernünftigerweise und mit ordentlichen Strukturen kostet
3. schaut man, wieviel Geld an hat
4. eventuell zurück zu 1.
Jetzt erst weiß man, wie's laufen soll und:
5. holt man sich das Personal und die Ressourcen, die man dafür braucht.

Spindelegger fängt bei 5. an. Völliger Unfug. Das ist Kaputtsparen auf Kosten der verbleibenden Mitarbeiter. Außerdem fällt so ein Jahrgang aus und man bekommt auf die Dauer eine Überalterung.

Gobi Todic
00

spindelegger will keine :

gemeindebediensteten - sondern eine "raika gemeindeverwaltungs gmbh"

magistratsbeamten - sondern eine "raika bezirksverwaltungs AG"

justizwachebeamten - sondern eine "raika strafvollzugs kg"

dass die arbeit weiterhin irgendwer machen muss ist klar - nur sollte "gott sei danke" auch irgendjemand aus dem CV / raikakonzern davon profitieren.

so lässt sich die beamtenquote perfekt senken - die mehrkosten für die gewinne bezahlt eh der bürger. (aber immerhin nicht mehr an den bösen staat)

Postingname geändert
00
immer wieder spindi!

Friedrich der Große
01
Privilegienritter in den staatsnahen Unternehmen

So wurde z.B. Telekommitarbeiter mit teilweise 300.000 € abgefertigt, in eine Arbeitsstiftung gesteckt, in der sie noch 3-5 Jahre ein Gehalt weiterbezahlt bekommen und dann beginnt man zu jammern, dass kein Geld mehr vorhanden ist; ähnlich wird ja auch in der ÖBB, Verbund, AUA (bereits abgewirtschaftet), Flughafen Wien, ÖIAG, POST, OMV usw. gewirtschaftet und dann muss natürlich beim einfachen Dienstnehmer (auch im öffentlichen Dienst) der Sparstift angesetzt werden, um die "Günstlingswirtschaft" auszugleichen

Josef Moholi
03
Hilfloser Verbal-Aktionismus!

Das ist im Moment alles, was die ÖVP kann: Man wirft mit Begriffen, wie "Schuldenbremse", "Aufnahmestopp" usw um sich, ohne auch nur die geringste Ahnung davon zu haben, welche Reformen wirklich anzupacken wären. Aber gut, vernünftige Vorschläge würden ja voraussetzen, dass man sich in Probleme einarbeitet und bestehende Strukturen einigermaßen versteht. Und dazu ist von Fekter bis Spindelegger keiner in der ÖVP fähig.

gurugoile
39
So tickt die ÖVP...

Lieber bei den Arbeitnehmern und damit auch Arbeitsplätze sparen, bevor nur auch einem betuchtem ein Cent mehr besteuert wird.

Seht wen diese Partei wirklich vertritt, und denkt daran ob ihr zu deresgleichen gehört wenn ihr nächstes mal in der Wahlkabine steht.

annea
00

Auch in Spanien: http://www.heise.de/tp/blogs/8/151139
Spaniens Konservative brechen alle Wahlversprechen,
Steuern werden massiv erhöht und die angekündigte Rentenerhöhung stellt sich als Kürzung heraus

Cocooning
00
und wie tickt die spö?

24 vorschläge für zusätzliche steuern und kein einziger zum einsparen! DAS soll besser sein??

Postingname geändert
00
tsa tsa...

jetzt ist die tea party schon in oesireich aktiv?!

gurugoile
00
So tickt die

sonne-licht
 
01
reformwillen

wie wärs mit gesetzesänderungen bei konkursen und exekutionen!

die ganzen privatkonkurse und schuldnerberatungsstellen sind ja nur eine verschleppung der tatsachen,
das viele leistungen in österreich nicht bezahlt werden
und viele leistungsträger in die armut treiben in österreich und nicht mehr an die gesetze oder gerechtigkeit glauben!

wie wäre es mit wiedergutmachung von straftätern bei den opfern, wo nur der staat kassiert um sich ein beamtenheer bzw. mitnascher rechtsanwälte, versicherungen erhalten zu können!

wie wärs nicht mit unterstützung der banken sondern der menschen die schuldner haben und leistungen erbrachten!

diese einseitige betrachtung von schulden ist das damoklesschwert der zukunft!

Makro 24/7
00

Und um den Aufnahmestopp zu gewährleisten wird noch schnell eine övp-nahe, 10 000 Mann große Behörde geschaffen.

badboy1010
08
Einsparung

Wir sind 8 Mio. Österreicher, die meisten Gesetze kommen von der EU. Aber wer braucht zusätzlich zur Bundesregierung noch 9 Landesregierungen, da kann man richtig einsparen!

BrunoKreisky83
93
Produktivitätserhöhung

Man braucht weder einen Aufnahmestopp noch einen Abbau von Stellen- Beim Thema Beamte und Verwaltung beginnen alle immer nur zu sparen, in dem sie abbauen- Warum? Es gibt zig Beamte, die maximal 20% des Tages mit Arbeit beschäftigt sind- und danach langsam in den Schlaf fallen bis zum Ende. Wieso nicht die Produktivität erhöhen (mindestens verdoppeln) auf zumindest 40% vom Tag- Dann wird MEHR geleistet, MEHR geschafft- bei guten Arbeitsbedingungen und einem sicheren Job. Wenn ältere Vertragsbedienstete da nicht mitmachen, muss man sich halt überlegen, die Stelle neu auszuschreiben.

Das bin doch ich!
00

Es würde schon genügen, die Pensionisten nicht mehr nachzubesetzen, dann muss niemand gekündigt werden. Ich arbeite selber in einem Amt und weiß daher, wiiiiie gut es einem da im Gegensatz zur Privatwirtschaft geht (habe das früher auch kennen gelernt, kein Vergleich!), Österreichs Beamtenapparat ist ein peinlich aufgeblähter, der seit Kaisers Zeiten sich kaum verändert hat. Da sollte schon mal ordentlich was getan werden!

99 Prozent - Pirat sein ist IN
01
Beamte kann man nicht aufwecken.

Das wäre ein Widerspruch :-)

vom Ding her
00
sie scherzen auf hoechstem Niveau

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