Türkische Polizei: Bei Durchsuchung Getötete waren PKK-Rebellen - Kurden-Demonstration in Diyarbakir
Diyarbakir - Im Südosten der Türkei sind am Samstag zwei mutmaßliche kurdische Rebellen getötet worden. Berichten des türkischen Fernsehens zufolge durchsuchten Polizisten in der Stadt Diyarbakir am Morgen das Versteck der beiden Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Diese hätten sich geweigert, sich zu ergeben und Handgranaten auf die Polizisten geworfen. Die örtliche Polizei teilte mit, die beiden Rebellen seien bei einer Schießerei getötet worden. Demnach wurden mehrere Waffen beschlagnahmt.
Nahe der Stadt Diyarbakir versammelten sich gegen Mittag dann hunderte Kurden und protestierten gegen den tödlichen Vorfall. Demonstranten bestritten, dass es sich bei den Getöteten um Rebellen handelte. Einige von ihnen warfen Steine auf Sicherheitskräfte, die Polizei setzte ihrerseits Wasserwerfer und Tränengas ein. Mindestens 14 Protestierende wurden nach Angaben von Augenzeugen festgenommen, ein Mensch wurde laut einem AFP-Reporter mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Laut einem Augenzeugen wurde er kurz vor Beginn der Ausschreitungen von einem Polizeiauto angefahren.
Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Kurden und der Türkei hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich verschlechtert, nachdem bei einem Angriff der türkischen Luftwaffe auf eine Gruppe Menschen im Grenzgebiet zwischen der Türkei und dem Irak am Mittwochabend 35 Zivilisten getötet worden waren. Das Militär hatte die Gruppe für PKK-Rebellen gehalten und befürchtet, sie schmuggeln Waffen über die Grenze.(APA)