Opposition vereinbart Regeln für Übergangsphase

31. Dezember 2011, 21:14
  • Artikelbild

    Demo in Kafranbel bei  Adlib

Pläne für die Zeit nach Assad: Achtung der Bürgerrechte und Gründung eines bürgerlich-demokratischen Staates

Beirut/Kairo - Zwei führende syrischen Exil-Oppositionsgruppen haben sich für den Fall eines Sturzes von Präsident Bashar al-Assad durch die Massenproteste auf einen Fahrplan hin zur Demokratie geeinigt. Der Syrische Nationalrat (SNC) und das Nationale Koordinationskomitee legten ihre Meinungsverschiedenheiten bei und unterzeichneten ein Abkommen, das den Umbau des Landes regelt, sofern die Protestbewegung Erfolg haben sollte, wurde am Samstag in Kairo bekanntgegeben.

Vorgesehen ist darin zunächst eine einjährige Übergangsperiode, die notfalls einmal verlängert werden kann und in der eine neue Verfassung angenommen werden soll. Diese soll unter anderem Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sowie Religionsfreiheit garantieren. Angestrebt wird auch die Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative. Ethnische, religiöse und sexuelle Diskrimination werden abgelehnt. Die Macht soll vom Volk ausgehen, heißt es zudem in dem Dokument, das Reuters am Samstag einsehen konnte.

Die beiden Gruppen erklären ferner, dass sie jede Militärintervention ablehnten, die der Souveränität oder der Stabilität des Landes schade. Eine arabische Intervention werde aber nicht als Eingriff des Auslands angesehen. Einer der Kernstreitpunkte beider Gruppen war die Forderung des SNC nach einer ausländischen Intervention. Das Nationale Koordinationskomitee hatte dies abgelehnt.

Unterzeichnet wurde der Pakt nach Angaben eines hochrangigen SNC-Vertreters bereits am Freitag. Das Abkommen soll den anderen Oppositionsgruppen bei einer Konferenz im kommenden Monat vorgelegt werden.

Ungeachtet einer Beobachtermission der Arabischen Liga haben die syrischen Sicherheitskräfte am Samstag erneut das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Nach Angaben von Aktivisten der Örtlichen Koordinationskomitees wurden mindestens sechs Menschen erschossen, einer davon in der Hauptstadt Damaskus.

Beobachter verlangen Abzug von Heckenschützen

 Beobachter der Arabischen Liga haben in Syrien den sofortigen Abzug von Heckenschützen in den Konfliktregionen verlangt. Aus dem Umfeld der Mission erfuhr die Nachrichtenagentur dpa, dass Delegierte in der Protesthochburg Duma außerhalb der Hauptstadt Damaskus die auf Häuserdächern platzierten Schützen mit eigenen Augen gesehen hätten. Dort hatte es am Freitag Massenproteste gegen die Regierung von Bashar al-Assad gegeben.

Nach UN-Schätzungen sind seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime im März mehr als 5000 Menschen getötet worden. Seit etwa einer Woche sind die Beobachter im Land. Ihre Aufgabe ist es, bis Ende Jänner den Rückzug der syrischen Armee und die Freilassung politischer Gefangener zu überwachen. Ziel der Mission ist ein Ende des Blutvergießens.

Aktivist Omar Idlibi kritisierte, dass die Delegierten von der syrischen Führung massiv getäuscht würden. In der Provinz Idlib, nahe der türkischen Grenze, habe die Armee ihre Panzer versteckt, als die Beobachter kamen. Nach dem Besuch sei das Militär wieder aufgefahren.  (APA/Reuters)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 79
1 2 3
Dark Angel
 
00
Schuld an der Uninformiertheit

An alle, die sich über Reuters und die "Abtippsler" aufregen: wer hat denn alle unabhängigen Journalisten des Landes verwiesen und verbietet eine unabhängige Berichterstattung? Wenn Hr. Bashar und seine Mörderbande so friedlich und handzahm wären, wie ihre Freunde hier in diesem Forum so hartnäckig behaupten, dann hätten sie doch sicherlich nichts vor BBC, CNN und Al-Jazeerah zu verstecken, ganz im Gegenteil, sie könnten den hochkarätigen Journalisten doch zeigen und beweisen, wie friedfertig ihre Soldaten und Polizisten sind und wie böse und hinterlistig die mordenden Demonstranten und Widerstandskämpfer.
Wer die Berichterstattung ausperrt, hat sich schon des ersten Verbrechens schuldig gemacht!
Demokratie oder Tod!

myGully
64
In den vergangenen Monaten starben rund 5000 Menschen bei den Unruhen in Syrien!

Wenn man der hiesigen Journaille glaubt, schließt man, dass es sich bei diesen 5000 Toten um „Demonstranten“ handelt, die alle von der syrischen Regierung ermordet wurden.

Nur: Die Wahrheit ist das halt nicht!
Die Hälfte der Ermordeten waren Polizisten oder Soldaten, die von Anhängern der CIA-finanzierten Free Syrian Army in Hinterhalte gelockt und umgebracht wurden.

Diese Details werden allzu gerne verschwiegen, da die Medien im US-Auftrag unsere Sympathien für die Demonstranten steigern sollen.

Die Bauernopfer dieser Kämpfe sind die naiven Demonstranten, welche die angeblich Demokratisierung Syriens (was immer sie darunter verstehen) fordern und sich inzwischen auch für die Absetzung Assads einsetzen.

Honzo1122
44
Es gibt Heckenschützen in Damaskus?

http://www.youtube.com/watch?v=h... r_embedded

Quiche
00
Schwarz wie Milch

Kurzfilm zu einer Bachelor-Arbeit der Hochschule Ulm

http://www.youtube.com/watch?fea... nDq4fKeJoc

.. und wos woa mei Leistung?
45
Die Oppositionellen haben am Ende keine andere Regierungsmöglichkeit

als die jetzige in einem arabischen Staat. Und sie werden genau dasselbe tun wie Assad jetzt, wenn sie selber dran sind. Wir sollten aufhören unsere Vorstellungen auf die Menschen dort zu projizieren.

Mir ist eine Frau bekannt, ist hier aufgewachsen und hat hier Abitur gemacht.
Und hat trotzdem die übliche muslimische Gehrinwäsche in ihrer Familie erfolgreich durchlaufen.
Für den Rest des Lebens ist die Frau sattelfest in ihrer Religion. Das internalisierte Angstprinzip dieser Religion regiert den Verstand.
Die genossene „Bildung“ war eine weitere auswendig gelernte „Sure“.
Und genau das droht wenn die fundamentalistische Opposition Oberhand gewinnt überall in den arabischen Staaten….dagegen sind manche Diktatoren geradezu vorbildlich

Dark Angel
 
00

Aha, Ihnen ist also EINE Frau bekannt. Daraus leiten Sie gleich ein Vorurteil inklusive Vorhersage für eine ganze Region ab. Schön, nun zu mir. Ich bin bi-national und in der Region aufgewachsen. Die Menschen dort sind wie überall in der Welt, egal ob in Südamerika, am Hindukusch oder in Zentralafrika, darum bestrebt, in Würde und Freiheit zu leben, und dazu gehören nun einmal freie Wahlen und Redefreiheit. Und genau darum geht es in diesen Aufständen in der arabischen Welt, um Würde und Freiheit! Und bitte vergessen Sie nicht, dass sich der Widerstand auch im Herzen der Wahabitischen Verbrecherbande regt und bei ihren Verbündeten in Bahrain und im Jemen. Aber da halten die USA ja ihr Händchen drüber, gell?

PW:Rote Gefahr
46
Sowas würde auch in Syrien drohen wenn die windige Opposition gewänne:

„Silvesterverdächtiger“ in Saudi-Arabien verhaftet

Wegen einer vermuteten Silvesterfeier hat die Religionspolizei in Saudi-Arabien einen Ausländer festgenommen. Wie die saudische Onlinezeitung „Sabq“ heute berichtete, war der Araber mit Luftballons unterwegs, die auf ein geplantes Neujahrsfest schließen ließen.

Der Vorsitzende des Obersten Rates der Religionsgelehrten, Scheich Abdulasis bin Abdullah al-Scheich, hatte Feiern zum Neuen Jahr, an Geburtstagen und Hochzeitstagen als unislamisch gegeißelt.

fight4yourrights
12

"Sowas würde auch in Syrien drohen wenn die windige Opposition gewänne"

Dazu wikipedia: "Die Rechtsgrundlage der Verfassung ist laut Artikel 3 die Schari'a als Hauptquelle der Gesetzgebung"

Killer Bunny
911

Wer ein bisserl mehr Einblick in die Diktatur in Syrien bekommen will, dem empfehle ich "Inside Syria" auf AJE anzusehen. In der Diskussionsrunde kommt auch ein zurückgetretener Brigade General zu Wort, der das Korruptionssystem und die Kräfteverhältnisse erklärt oder welche Bereiche der Staatsmacht von Sunnis oder Alewiten beherrscht werden. Es werden auch die Fehler der Opposition angesprochen. Die Sendung konnte ich derzeit noch nicht online finden - aber eine Wiederholung müsste es auch noch geben. Die militärische Kerntruppe wurde übrigens mit 70 000 Mann angegeben.

ezeani
23

Rotstricherl-Orgie für einen Hinweis zu einer TV-Sendung auf Arte ??? Was genau geht in euren Köpfen vor ?

sepperl gorge
13
Heckenschützen auf Dächern

Was ich nicht verstehe, warum die Heckenschützen niemand lyncht?

Die sind doch da oben auf den Häuserdächern quasi gefangen.
Wenn ein wütender Mob das Haus stürmt, sich zum Dach vorarbeitet, dann gings denen zimlich schlecht.

Warum macht das niemand?
Ich würd mich als Heckenschütze da oben nicht sicher fühlen.

Porqué no te callas?
00

wahrscheinlich ist der heckenschütze da obern nicht allein oder hat zu seiner sicherheit antipersonenminen verlegt.

Honzo1122
97
Twitscher

Assad regime is populating YouTube with fabricated videos of #FSA & so called terrorist attacks in #Syria to con the world.

Quiche
21
"Ist Chef-Beobachter al-Dabi selbst ein Mörder?

"Mohammed Mustafa Ahmed al-Dabi (63) ist erst wenige Tage in Syrien. Er führt die Beobachtermission der Arabischen Liga an, soll Frieden bringen.

WAS FÜR EIN HOHN!

Denn al-Dabi gilt als Vertrauter des sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir, gegen den wegen der Kriegsverbrechen in Darfur ein internationaler Haftbefehl vorliegt."

http://www.bild.de/politik/a... .off.share

depp am huegel
77

demokratie? ... so eine wie im irak vielleicht ...

Quiche
63
"BRITAIN is gearing up for fighting in Syria

that could be bigger and bloodier than the battle against Gaddafi."

http://www.dailystar.co.uk/news/view... diest-yet/

nomad13
139
So wie es aussieht - schnallt doch ein Grossteil - was Sache ist

Petrodollarrecycling:
http://derstandard.at/plink/132... 0/24248094
Hinsichtlich Syrien -also Libanons - Irans... Venezuelas Verbündeten :-))) birgt die Sache noch eine Ironie - Denn solltens weiter aufheizen - werden Sie es bald mit *echten* Terrroristen (Hizbollah etc.) zu tun haben...in US u London. Also ganz im Gegensatz zur damaligen ALCIADIA Base in Afghanistan u dem daraus gewordenen Schnickschnack...

Hoppla - Nein - nimm alles zurück -So gesehen ist es ja eine doppelte sich aufhebende Ironie:-)
Denn vermutlich würde dies dem NSDAA Überwachungsstaat auch noch zu gute kommen - hinsichtlich der schweren Banker -Zeiten

Hermine Berg
 
148
wenn ich sehe

wieviel opfer es die syrer kostet ihr offensichtlich menschenverachtendes system loszuwerden, habe ich wenig hoffnung, dass wir unseres loswerden, dass vie menschenverachtung viel besser kaschiert.

depp am huegel
16

da haben Sie natürlich recht. es ist wirklich fraglich, ob sich nun nach dem machtwechsel bei Ihnen in nordkorea jetzt genügend menschen finden, die das haupt zu heben gewillt sind. ich wünsche Ihnen alles gute. halten Sie durch!

PW:Rote Gefahr
1722
DEr Gipfel der Lächerlichkeit:

Zwei führende syrischen Exil-Oppositionsgruppen haben sich für den Fall eines Sturzes von Präsident Bashar al-Assad durch die Massenproteste auf einen Fahrplan hin zur Demokratie geeinigt.

Zwei Würstchenvereine haben in einem Hinterzimmer etwas ausgemacht.... na und?

Und sowas macht diese Zeitung zum Aufmacher!!!!!

Franz Brannt-Wein
1717
Und sowas macht diese Zeitung zum Aufmacher!!!!!

Tja, diese Zeitung ist eine Stütze der Westblockpropaganda. Hier lesen Sie keine differenzierten Nachrichten, keine Hintergrundinformationen, sondern unredigiert Wiedergekäutes aus erwählten Nachrichtenagenturen (APA, Reuters,...). Und die sind Überbleibsel des kalten Krieges und schreiben dementprechend einseitige Nachrichten.

Ja, sie werden in der Westpresse täglich mit tendenziösen Schlagzeilen und journalitisch unredlichen Berichten zugedröhnt.

mausefalle
109

Und den
politisch interessierten Weltbürger
interessiert nun ,
was der österreichische Kegelklub
für die Zeit nach Feymann vereinbart hat

PW:Rote Gefahr
94
Ganz richtig,

und warum berichtet die Zeitung nicht darüber?

strike_back_mw3
24
SEND US WEAPONS?

Netter Schriftzug.
Lord of War ist schon unterwegs.....

Dr. Nick Riviera
01

Also ist "Lord of War" noch immer nicht auf syrisch-aramäisch synchronisiert worden.
Mich nerven Agitprop-Filme zunehmend und ein steinalter 2005er ist glaube ich auch für syrische Kinos entbehrlich.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 79
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.