Sieben Tote bei Bombenanschlägen

30. Dezember 2011, 21:39

Vier Zivilisten unter Todesopfern - Auch zwei NATO-Soldaten und ein Polizist getötet

Kabul - Bei mehreren Bombenanschlägen im Süden Afghanistans sind mindestens vier Zivilisten, ein afghanischer Polizist und zwei NATO-Soldaten getötet worden. In der Provinz Kandahar wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Freitag ein örtlicher Polizeikommandeur getötet, in der Nachbarprovinz Uruzgan starben vier Männer. Bei zwei weiteren Zwischenfällen starben zwei Soldaten der NATO-geführten ISAF-Truppe.

Ein afghanischer Polizeikommandeur wurde den Angaben zufolge getötet und zwei seiner Leibwächter verletzt, als sie mit ihrem Fahrzeug in Kandahar über über einen Sprengsatz fuhren. Zu dem Anschlag bekannten sich die islamistischen Taliban. Zunächst hatte es geheißen, auch die beiden Leibwächter seien ums Leben gekommen.

In Urusgan starben vier Zivilisten, als sie mit ihrem Fahrzeug über eine Mine fuhren. Ein fünfter Mann wurde schwer verletzt und befand sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, wie die Polizei mitteilte. Die Mine sei von Taliban gelegt worden. Ein Selbstmordattentat gegen einen Polizeiposten in Urusgan konnte demnach vereitelt werden. Die Polizei habe die beiden Attentäter, die auf einem Motorrad unterwegs gewesen sein, erschossen.

Ebenfalls in Südafghanistan starben nach Angaben der NATO zwei ISAF-Soldaten bei der Explosion selbstgebauter Sprengsätze. Die Nationalität der beiden Soldaten wurde wie üblich nicht bekanntgegeben. Die Zahl der in Afghanistan in diesem Jahr getöteten ausländischen Soldaten stieg damit auf 565.

Das Platzieren von Sprengsätzen an Straßen ist eine Taktik der Taliban in ihrem Kampf gegen ausländische und afghanische Truppen. Die Taliban waren Ende 2001 durch einen Militäreinsatz der US-Armee gestürzt worden und kämpfen seither gegen die vom Westen unterstützte Regierung in Kabul.

Derzeit sind in Afghanistan rund 130.000 ausländische Soldaten stationiert, etwa 90.000 davon aus den USA. Das Bundeskabinett beschloss Mitte Dezember eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr um ein weiteres Jahr. Bis Ende 2014 soll die Sicherheitsverantwortung schrittweise an afghanische Kräfte übergeben werden. (APA)

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