Vier Zivilisten unter Todesopfern - Auch zwei NATO-Soldaten und ein Polizist getötet
Kabul - Bei mehreren Bombenanschlägen im Süden
Afghanistans sind mindestens vier Zivilisten, ein afghanischer
Polizist und zwei NATO-Soldaten getötet worden. In der Provinz
Kandahar wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Freitag ein
örtlicher Polizeikommandeur getötet, in der Nachbarprovinz Uruzgan
starben vier Männer. Bei zwei weiteren Zwischenfällen starben zwei
Soldaten der NATO-geführten ISAF-Truppe.
Ein afghanischer Polizeikommandeur wurde den Angaben zufolge
getötet und zwei seiner Leibwächter verletzt, als sie mit ihrem
Fahrzeug in Kandahar über über einen Sprengsatz fuhren. Zu dem
Anschlag bekannten sich die islamistischen Taliban. Zunächst hatte es
geheißen, auch die beiden Leibwächter seien ums Leben gekommen.
In Urusgan starben vier Zivilisten, als sie mit ihrem Fahrzeug
über eine Mine fuhren. Ein fünfter Mann wurde schwer verletzt und
befand sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, wie die Polizei
mitteilte. Die Mine sei von Taliban gelegt worden. Ein
Selbstmordattentat gegen einen Polizeiposten in Urusgan konnte
demnach vereitelt werden. Die Polizei habe die beiden Attentäter, die
auf einem Motorrad unterwegs gewesen sein, erschossen.
Ebenfalls in Südafghanistan starben nach Angaben der NATO zwei
ISAF-Soldaten bei der Explosion selbstgebauter Sprengsätze. Die
Nationalität der beiden Soldaten wurde wie üblich nicht
bekanntgegeben. Die Zahl der in Afghanistan in diesem Jahr getöteten
ausländischen Soldaten stieg damit auf 565.
Das Platzieren von Sprengsätzen an Straßen ist eine Taktik der
Taliban in ihrem Kampf gegen ausländische und afghanische Truppen.
Die Taliban waren Ende 2001 durch einen Militäreinsatz der US-Armee
gestürzt worden und kämpfen seither gegen die vom Westen unterstützte
Regierung in Kabul.
Derzeit sind in Afghanistan rund 130.000 ausländische Soldaten
stationiert, etwa 90.000 davon aus den USA. Das Bundeskabinett
beschloss Mitte Dezember eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes
der Bundeswehr um ein weiteres Jahr. Bis Ende 2014 soll die
Sicherheitsverantwortung schrittweise an afghanische Kräfte übergeben
werden. (APA)