Am Ende Europas - Europa am Ende?

Reportage | Bert Rebhandl, 31. Dezember 2011, 18:18

Auf einer Fahrt durch Griechenland kann man sehen, wo Europa aufhört, und warum die Vergangenheit so stark präsent ist

Wer am Tag des Heiligen Nikolaus nach Griechenland kommt, bekommt etwas geboten. In der Hafenstadt Piräus hebt am Nachmittag des sechsten Dezember ein seltsames Konzert an. Es müssen Nebelhörner sein, die da aus allen Himmelsrichtungen miteinander in Verbindung treten, ein dröhnender Wechselgesang, der klingt, als wären dutzende riesige Wale gestrandet. Es sind aber nur Fähren, die von hier aus zu den entlegenen Rändern Europas ablegen und die zuvor noch dem Nikolaus ihren Gruß entbieten. Für den Schutzpatron der Seefahrer haben die Leute hier etwas übrig, schließlich gehören zum Staatsgebiet 3000 Inseln.

Nikolaus hat aber noch eine zusätzliche Bedeutung. Der Name verweist auf das "siegreiche Volk". Und das griechische Volk kann jede Ermunterung gebrauchen am Ende dieses Jahres 2011, in dem von Griechenland alles Übel in Europa auszugehen schien, während das Land selbst vor lauter Sparen kaum mehr aus und ein weiß. In Griechenland erlebte Europa heuer seinen Ausnahmefall, das, was eigentlich nicht eintreten dürfte in einem System, in dem eine Zentralbürokratie in Brüssel auf alles aufpasst.

Dem Ruin folgen aber Hoffnungen, nicht zuletzt aus der jüngeren Generation. "Vielleicht kommst du gerade zur Revolution zurecht", hatte mir die Tochter eines guten Freundes noch geschrieben, als sie erfuhr, dass ich im Dezember nach Griechenland fahren würde. Ich sollte also Ausschau halten nach Zeichen des Umsturzes, und gleich am ersten Abend traf ich in Piräus auf ein paar Agitatoren. Sie hatten an der Akti Moutsopoulou, am kleineren der beiden Hafenbecken der Stadt, einen Info-Tisch aufgebaut, und ließen nun im Wechselspiel harte Musik und grelle Parolen über den Platz erschallen. Fünf nicht mehr ganz junge Männer mit auffällig schlechten Zähnen, die eine einfache Botschaft verkünden: "Griechenland braucht keine Darlehen. Griechenland braucht Ideale."

Als ich sie frage, worin denn diese Ideale bestünden, erinnert einer an die Partisanen, die gegen Hitler-Deutschland kämpften. Je länger wir uns in gebrochenem Englisch zu verständigen versuchen, desto deutlicher wird, dass die griechischen Revolutionäre eher über ein kämpferisches Heldenideal aus der Vergangenheit als über ein Programm für die Gegenwart verfügen. Es nimmt auch niemand Notiz von ihnen, die wenigen Passanten an diesem Abend scheinen die Szene zu kennen. Nur der Ausländer, der im Land der verhassten deutschen Kanzlerin lebt, sucht das Gespräch - in einem Europa, in das der Nationalismus zurückkehrt, fällt anscheinend jedem Reisenden auch eine diplomatische Mission zu.

Am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg nach Süden. Mein Ziel ist Mani, die Südspitze der Peloponnes, eine dünnbesiedelte Landzunge, von der allenfalls einmal eine Flasche Olivenöl in den Regalen eines europäischen Bioladens auftaucht. Der im Juni 2011 verstorbene britische Schriftsteller Patrick Leigh Fermor hat über Mani eines seiner besten Bücher geschrieben, das war 1958, damals war Griechenland vor allem als Bastion gegen den Kommunismus wichtig. Aber Leigh Fermor fand in Mani eine aus der Zeit gefallene Kulturlandschaft, in der Poseidon gegenwärtiger war als Chruschtschow und in der Byzanz als heimliche Hauptstadt gelten konnte.

Heute nimmt man bei Korinth eine Abfahrt auf die Autobahn in Richtung Kalamata, eine neu ausgebaute Fernstraße, an deren Raststätten man bei "Goody's" das übliche Fastfood-Angebot in einer gräzisierten Version essen kann. Bei Tripoli verlasse ich die Autobahn und fahre Richtung Sparta geradewegs nach Süden. Als ich unterwegs einmal anhalte, um eine der zahlreichen üppig geschmückten Miniaturkathedralen zu fotografieren, die am Straßenrand an Verkehrstote und andere bedeutsame Ereignisse erinnern, spricht mich eine alte Frau an, die an der Bushaltestelle auf ihre Tochter wartet. Ich wundere mich darüber, dass sie Englisch kann, da erklärt sie es mir auch schon: Sie hat viele Jahre in USA gelebt, in Astoria im New Yorker Stadtteil Queens hat sie in den 1960er-Jahren in einer großen Schneiderei gearbeitet, und wenn es nach ihr gegangen wäre, dann wäre sie heute noch dort. Doch ihr Mann bestand auf die Rückkehr nach Griechenland, und nun arbeitet sie wieder in der kleinen Landwirtschaft, die in Familienbesitz geblieben ist.

Auf eine Rente hat sie da wie dort keinen Anspruch, der Ehemann bringt ab und zu etwas aus den Bergen nach Hause. Vor dem Gesetz wäre das wohl Wilderei, doch für ihn, so verstehe ich ihre Schilderung, sei das diejenige Freiheit, die er in New York so vermisst hat.

Zu den Kehrseiten dieser Freiheit zählen die Rudel wilder Hunde, die man an vielen Orten antreffen kann. Sie suchen an Rastplätzen nach Nahrung und finden manchmal etwas an den abends verlassenen Verkaufständen, an denen Bauern tagsüber direkt an der Straße ihre Produkte feilbieten. Dass es sich hier um geregelten Ab-Hof-Verkauf handelt, ist nicht anzunehmen. Es ist einfache Subsistenzwirtschaft, möglichst direkte Beziehungen zur Kundschaft, all das, was im verwalteten Europa längst von Regeln und Vorschriften umgeben ist, um die sich hier niemand kümmert. Schon die Agitatoren in Piräus haben darauf hingewiesen, dass die Sparmaßnahmen in Griechenland notgedrungen den informellen Sektor wachsen lassen.

Die Leute hintergehen den Staat (und Brüssel) nicht mehr aus Mangel an Gemeinsinn, sondern aus Not. Hinter Sparta, wo die zentrale Peloponnes nur noch sporadisch besiedelt ist, sind die Zeichen der Peripherie allgegenwärtig. Der einzige Bankomat von Areopoli, einem regionalen Zentrum, wo ich in einem Internetcafé eine Pause mache, befindet sich auf dem Hauptplatz in einer Plexiglaskabine. Eine Bankfiliale gibt es nicht. Von Areopoli aus kann man die Küstenstraße nach Norden in Richtung Kalamata nehmen. Da kommt man dann auch durch Kardamyli, wo Patrick Leigh Fermor gelebt hat und wo sich heute viele Amerikaner niederlassen, zum Beispiel eine siebzigjährige Kalifornierin, die sich "Ann of Arabia" nennt und Leuten dabei behilflich ist, ihre Lebensgeschichten aufzuschreiben. Ich fahre aber zuerst noch nach Süden, so nahe wie möglich zum Kap Tenaro, dessen Leuchtturm nur zu Fuß zu erreichen ist. Eine versteinerte Landschaft ist das hier, aus der am Ende der Wanderung unvermutet ein paar Sonnenkollektoren auftauchen, und dann der Leuchtturm. Ein junger Marinesoldat tut hier seinen Dienst, er ist die ganze Zeit allein, im Dezember kommen kaum Leute, und private Besucher darf er offiziell nicht haben. Die Verbindung ins Internet, ohne die er nicht wüsste, dass Olympiakos Piräus vor zwei Tagen aus der Champion's League ausgeschieden ist, muss er selbst bezahlen.

Die Kreuzfahrtschiffe, die zunehmend stärker den griechischen Tourismus bestimmen, kommen hier nicht vorbei. Man findet sie eher in Nafplion, dem Jesolo der Athener, wo ich auf dem Rückweg eine Nacht Station mache. Von hier ist es nicht weit zu den Ruinen von Mykene, wo ein paar lokale Reiseveranstalter ihre Lösungsvorschläge für die gegenwärtige Malaise nennen. Es sind dieselben, die ich unterwegs immer wieder gehört habe: Rückkehr zur Drachme, politisch "von vorn anfangen", kleine Brötchen backen. Isolationismus statt Integration. Peripherie statt Europa. Mykene ist im Dezember spektakulär, im Juli kommen hier 20.000 Leute pro Tag, im Winter vielleicht 500. Als unlängst der zynisch klingende Vorschlag aufkam, Griechenland könnte doch die Akropolis privatisieren, da ging es im Grunde um diese Frage: Was kann Griechenland sich davon kaufen, dass es die älteste europäische Hochkultur hatte?

In Athen gehe ich zuerst zum Syntagma-Platz. Wenn sich vielleicht doch eine neue politische Bewegung formiert, dann vermutlich von dieser modernen Agora aus, die von Traditionshotels umstanden wird und einen prächtigen U-Bahnhof unter sich verbirgt. Doch das einzige politische Zeichen, das jemand setzt, ist ein religiöses. Ein alter Mann steht in der Pose eines Christus Pantokrator am oberen Ende und rührt sich nicht. Nach einer Stunde steht er immer noch da, gelegentlich streifen zwei Hunde um ihn herum. Ein junger Mann namens Yamantis, mit dem ich ins Gespräch komme, beweist mir, dass linke Analyse und fromme Ergebenheit vereinbar sind. Für ihn ist die griechische Verschuldungskrise nichts anderes als ein Komplott der internationalen Finanzwelt, die sich das Land unter den Nagel reißen will. "Griechenland ist reich, wir haben Rohstoffe, Landwirtschaft, Sehenswürdigkeiten." Das alles wird demnächst verramscht, davor aber wird es Krieg geben. Krieg mit wem? "Mit der Türkei!" Der östliche Nachbar steht Gewehr bei Fuß, nur der "allbeherrschende" Christus kann jetzt noch helfen.

Auch hier findet die radikale politische Meinung keine Zustimmung. Der Syntagma-Platz macht an diesem Tag im Dezember 2011 einen ganz normalen Eindruck. Von einem Ausnahmezustand in Athen, gar von Vorzeichen einer Revolution ist nichts zu sehen. Die Leute reagieren anders auf die Krise. Sie treiben Handel, und sei es mit den dürftigsten Waren. Am westlichen Ende der Ermou-Straße hat sich unweit des offiziellen Flohmarkts ein informeller Markt entwickelt, der in seiner Armseligkeit das deutlichste Bild für eine Ökonomie ist, die keine Banken braucht und keine Steuern zahlt. Auf einer Statue eines griechischen Freiheitskämpfers hat ein Sprayer die politische Parole der Stunde hinterlassen: "F*ck heroes. Fight the power." Was das ist, die Macht in Europa, in der Welt, das ist am Ende dieses verwirrenden Jahres von Griechenland aus nicht klarer zu erkennen. (Bert Rebhandl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.12.2011/1.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 41
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fex1
00
16.1.2012, 19:41

Solange am Untergang von ganzen Staaten Geld verdient werden kann, ist der EU Raum nicht zu retten.

p.w.
20
muss das sein

von den vielen Beiträgen zur Situation und ihren Gründen erscheint mir dieser besonders entbehrlich und ärgerlich. Das Pseudo Verständnis, das uns der Autor vermittelt, ohne uns in der Sache irgendwie zu bereichern, ärgert wahrscheinlich viele, die versuchen,sich ein einigermaßen objektives Bild zu machen, seien es Griechen oder andere Europäer. Ich hoffe,dass die Reise von keiner Redaktion finanziert und der Beitrag günstig gewesen ist, schade um den Platz in der Zeitung
p.w.

Cet
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Warum ein Staat scheitert.

Das kommt davon, wenn man die Schuld jedesmal bei den anderen sucht, sich immer als das Opfer fühlt, niemals die Verantwortung übernimmt: Ein gescheiterter Staat. Das ist die Frucht der politischen und gesellschaftlichen Unreife in Griechenland.
Aber auch der Westen kann nicht von einer gewissen Mitschuld freisgesprochen werden, hat man doch Griechenland bisher immer verhätschelt wie ein Kleinkind, Kritik an Griechenland war verpönt angesichts des gemeinsamen Feindbildes, der Muslime, der Türkei.
Mein Mitleid hält sich daher in Grenzen, sowohl für Griechenland, als auch für den Westen. Denn insgeheim fühlen die Griechen diese Mitschuld des Westens, fühlen sich ausgenutzt und schlagen nun die Hand, die sie füttert.

Chiricahua
00
als tourist und segler liebe ich das land und

auch seine menschen. aber als eu-steuerzahler tut es mir weh, wenn ich sehe, mit welcher selbst- und realitätsverleugnung nicht nur die politiker sondern auch das volk an die krise herangehen. ein geschäftsfreund aus saloniki, kein dummer mensch, behauptet, dss nicht die nicht bezahlten steuern und das korrupte system schuld seien sondern nur die deutschen, die sich durch bestechung alle aufträge sicherten. aber als ich ihm gesagt habe, dass das ja griechen seien, die sich bestechen ließen, war das gespräch plötzlich beendet.

ich glaube man soll sich langsam aber sicher damit abfinden, dass es länder gibt, die aufgrund der verkorksten situation keine hilfe bekommen sollten und sich nur selber aus der krise helfen können - paradigmenwechsel

Fischotter
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Der Euro-Ausstieg ist machbar

http://www.faz.net/aktuell/w... 86655.html

Poldi Fesch
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dasz der

Artikel als Witz gedacht ist, ist dir aber schon klar, hoffe ich

Gegen Studiengebühren kämpfen!
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"Griechenland ist eine Botschaft der Hoffnung,...

...eine permanente Revolution ist möglich. Ob es der antikapitalistischen Linken gelingt, den Kampf in dieser Periode für sich zu entscheiden? Wer weiß. Die Zukunft hängt von uns ab. Selten bietet die Geschichte solche Chancen für uns."

http://www.linkswende.org/5567/-Das... rkontrolle

Poldi Fesch
00
natuerlich haengt zu

Zukunft von uns was ja darauf hoffen laesst, dasz die Linke nicht wieder zerstoeren kann

manto bamminger
22
geh bitte

alle reden von der großen Wende, dem umschwung,revolution etc.

WEnn wir einfach aufhören würden uns verarsschen zu lassen, ungehorsam als neues lebensmotto, annehmen würden,...schon hätt ma ein normales leben.
i brauch ka revolution, i wü mei ruah hobn, und mein leben einfach leben. warum sollt ich gegen etwas angehen das ich auch einfach ignorieren kann, und ihnen damit den boden unter den füßen wegziehe.
ok schlagstöcke im gesicht kann man schlecht ignorieren, aber wenn sich keiner mehr verarschen läßt müßten sie schon alle niederknüppel, aber sie brauchen uns ja, und sind auf uns angewiesen.

Thyristor
01
31.1.2012, 11:20

Na, da bin ich mal gespannt, wie Sie durch Ignorieren und Ruhe haben wollen das System verändern werden.

peace & love
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'Europa, in das der Nationalismus zurückkehrt'

falsch. hat den nationalismus NIE verlassen. und das hat klare gründe.

E Pie
 
26
was überall lähmend wirkt ...

ist korruption und einfluß von lobbyisten und gewerkschaften die ein geteiltes land hinterlassen. die einen sitzen gut geschützt im boot und der rest bleibt aussen vor. wenn ein lokführer in grichenland 7.000 euro verdient und auch noch 420 euro zulage für´s händewaschen bekommt kann sehen wie degeneriert ein land ist. dies gilt aber auch für österreich und dem geschützten brüssler bürokraten die von allem befreit sind. steuern sind nur mehr was für arme und ungebildete die sich in einem weltweiten system nicht durchsetzen können...die letzten werden von den hunden gefressen...

heinzjohann
 
815
Hinter den Fassaden

Ich reise seit 1976 mehr oder weniger regelmäßig in dieses wunderbare Land.Nein,nicht in die Touristenzentren,sondern in kleine Dörfer und Städte am Peloponnes.Ich habe die bittere Armut gesehen in den kleinen Bergdörfern im Taygetosgebirge,in der Mani,aber auch hinter den schmucken Fassaden romantischer kleiner Fischerhäfen.
Wer den Griechen Steuerhinterziehung,Sozialmissbrauch und Vetterwirtschaft im großen Stil vorwirft,plappert bloß die Ausreden der politischen Eliten nach,die damit von ihrem jahrzehntelangen Versagen abzulenken versuchen.Konzerne,Banken und EU-Bürokratie haben das Land jahrzehntelang ausgeplündert.
Das ist die Wahrheit,aber die will ja niemand hören.

Chiricahua
01

"Wer den Griechen Steuerhinterziehung,Sozialmissbrauch und Vetterwirtschaft im großen Stil vorwirft,plappert bloß die Ausreden der politischen Eliten nach,die damit von ihrem jahrzehntelangen Versagen abzulenken versuchen.Konzerne,Banken und EU-Bürokratie haben das Land jahrzehntelang ausgeplündert. " wo ist da der widerspruch? reiche und machtmenschen haben sich freigekauft von den behörden durch schmiergelder. keine steuern bezahlen galt als sportlich.

Schwarzkappler
11

In diesem Land funktioniert absolut nichts.

Und die Banken sollen dran schuld sein?

TuringBot
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"Konzerne, Banken und EU-Bürokratie" sind doch IMMER an allem schuld, man selber nie an irgend was.

Weil, sonst könnte man ja irgend was daran ändern.

oneeyedcat
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na ja, ganz so unschuldig wie sie schreiben sind die griechen auch wieder nicht. fast alle haben sich bedient und allen ist das geld aufgedrängt worden. beispiele gibt es in meiner verwandschaft und unter meinen bekannten viele. alle haben gehofft, daß es noch einige jahre so weitergeht .
leider haften wir jetzt mit .. für zubetonierte einst schönen küsten, hotelanlagen in naturschutzgebieten, nicht existierenden olivenhainen, usw.

heinzjohann
 
00
erwiderung

Ich habe nie behauptet,die Griechen seien Unschuldslämmer.Aber ich behaupte,daß diejenigen Menschen,die vor rund 30 Jahren arm waren,bis heute arm geblieben sind,trotz Wirtschaftswachstum und EU-Fördermilliarden.Für staatliche Infrastrukturmaßnahmen,z.B.Straßenbau,konnte Geld aus Brüssel abgeholt werden,der Rest wurde über Kredite finanziert.Die Banken haben an den Zinsen prächtig verdient,den meisten Griechen bleiben die breiten Straßen die niemand braucht,ein paar Griechen haben prächtig mitgeschnitten,am Finanzamt vorbei versteht sich.
Steuerhinterziehung,Korruption,Vetternwirtschaft usw.gibt es in der ganzen EU.Blöd für die Griechen,sie haben jetzt den Schwarzen Peter.wer wird der nächste sein?

her wig
01

Marktwirtschaft als Rezept gegen... ähm, gegen was eigentlich?

Erwin Wolfram
80
...

wenn man griechenland nicht bankrott halten wuerde, dann koennte man wohl nicht so viele morde von dem staat verlangen, der tuerkei beitritt wuerde wohl anders aussehen und die usa haette auch ganz andere wirtschaftliche verbindungen. das ist die kalkulation, sie geht halt nicht auf, weil wir leben nicht mehr im jahr 1950-1970 in der zeit haben die entscheider wohl studiert...

Stbo
 
04
31.12.2011, 23:36

Nach dem Krieg, als die Leute nichts hatten, wurde ja auch so gearbeitet. Kleine Gemüsewägelchen zogen durch die Gassen und priesen ihre Ware an und alle kauften ein wenig. Der Wohnraum war knapp und wurde erst nach und nach größer und moderner, etc. Aber wenn wie heute der Wohlstand plötzlich droht, wegzubrechen, kann sich niemand vorstellen, zurückzustecken, da muss Revolution her. Ob danach alles besser ist?
Freilich, unsere Politiker gehören samt und sonders in die Würscht, denn es hätte so nicht kommen müssen.

NONE
112
31.12.2011, 23:24

Goldman sucks regiert Europa.

Man dachte das Berlusconi über Ruby fallen würde.

Oder über seine Korruption.

Oder über seine Machenschaften in P2 oder der Mafia.

Weit gefehlt - ein Befehl von Goldman sucks und schon ist die "Demokratie" ausgetauscht. Berlusconi musste weg. (Die Anführungszeichen da ich indirekte Demokratie nicht für Demokratie halte.)

prigogine
00
ja und die Goldjungs dort

sucken 30.000 €/Monat und der Rest der Gesellschaft geht denen am A.... vorbei

büro-krater
13

schon kurz vor mitternach einen feinen rausch zusammengebracht.

Rijad
01
31.12.2011, 22:37

Sehr schlichter und dennoch, oder gerade deswegen, nachdenklich stimmender Bericht. Es liegt sehr viel Spannung in der Luft, in ganz Europa, als wenn etwas Großes bevorsteht. Zumindest ist das mein Eindruck.

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