Nach Tod von 13 Demonstranten vor einer Woche
Sanaa - Nach dem Tod von mindestens 13 Demonstranten bei
Protesten gegen den scheidenden jemenitischen Präsidenten Ali
Abdullah Saleh vor einer Woche sind am Freitag erneut tausende
Menschen gegen den Staatschef auf die Straße gegangen. Sie forderten
in der Hauptstadt Sanaa, Saleh und die Verantwortlichen für die
tödlichen Schüsse vom vergangenen Samstag zur Rechenschaft zu ziehen,
wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Zeitgleich
zur Demonstration im Norden Sanaas gingen im Süden der Stadt Anhänger
Salehs auf die Straße.
Zehntausende Menschen hatten am vergangenen Samstag gegen die
angekündigte Straffreiheit für Saleh demonstriert, der Ende Februar
von seinem Amt zurücktreten soll. Sicherheitskräfte gingen mit
Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor und
eröffneten das Feuer auf sie.
Seit Januar hatte es Proteste gegen den seit drei Jahrzehnten
herrschenden Saleh gegeben, bei gewalttätigen Auseinandersetzungen
starben hunderte Menschen. Ein vom Golfkooperationsrat ausgehandeltes
Abkommen sieht vor, das Saleh und seiner Familie im Gegenzug für den
Machtverzicht Straffreiheit erhalten, Saleh bleibt bis zur
Präsidentenwahl am 21. Februar als Ehrenpräsident formell im Amt. Er
hatte vor einer Woche angekündigt, bald in die USA zu reisen. Das
US-Außenministerium hatte erklärt, es prüfe noch Salehs Visumantrag. (APA)