Der Gesamtbestand der Spezies wird auf 44 Tiere geschätzt - die meisten davon konnten fotografiert werden
Jakarta - Versteckte Kameras haben im indonesischen Dschungel 35 der vom Aussterben bedrohten Java-Nashörner aufgenommen - was gleichzeitig der Großteil dessen ist, was von der Spezies noch übrig geblieben ist.
Insgesamt seien es 22 Männchen und 13 Weibchen gewesen, teilte der zuständige Abteilungsleiter des indonesischen Waldministeriums, Bambang Novianto, mit. Erfreulich ist, dass auch fünf Jungtiere gesichtet wurden. Novianto zeigte sich allerdings besorgt über die deutlich niedrigere Zahl der Weibchen: Es sei zu befürchten, dass sich die Männchen heftige Kämpfe um eine Partnerin liefern werden - für einige Männchen könnten diese tödlich ausgehen.
Einst weit verbreitet
Das einhörnige Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus) ist ein naher Verwandter des indischen Panzernashorns und mit einer Körperlänge von gut drei Metern ein wenig kleiner. Als nachtaktiver Regenwaldbewohner lebt es außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger.
Früher war die Spezies von Indien bis Indonesien verbreitet, durch Wilderei und die zunehmende Zerstörung ihres Lebensraums hat sich ihr Bestand jedoch extrem reduziert: Derzeit leben in Indonesien nach Schätzungen der Behörden noch ganze 44 Tiere, alle davon im Nationalpark Ujung Kulon auf Java. Erst vor kurzem ist die zweite noch verbliebene Restpopulation im Süden Vietnams endgültig erloschen. Damit gehört das Java-Nashorn zu den seltensten Säugetierspezies überhaupt.
Die letzte Chance
Das Ministerium hatte zwischen Jänner und Oktober 44 Infrarotkameras in
dem Nationalpark installiert, um die Tiere im Dschungel zu beobachten. Um die unmittelbar vom Aussterben bedrohten Tiere zu schützen, will das Ministerium in dem Nationalpark ein 38.000 Hektar großes Schutzgebiet für die Fortpflanzung der Tiere einrichten. Die Regierung will auf diese Weise die Zahl der Java-Nashörner bis 2015 auf rund 80 annähernd verdoppeln. (APA/red)